Eine Reise mit dem Wohnmobil durch die Bretagne, Teil 4

Die Bretagne ist eines der Lieblingsziele der Wohnmobilgemeinde. Auch für mich gehört die Westspitze Frankreichs zu einem gern besuchten Urlaubsziel. In einer kleinen Serie beschreibe ich eine virtuelle Rundreise durch die Bretagne, eine Zusammenfassung unserer Besuche. In diesem vierten Teil beschreibe ich den Abschnitt vom Aber Wrac’h bis zur Halbinsel Crozon.

 

Aber Wrac’h

Aber Wrac’hVon Brignogan geht es weiter Richtung Westen. Das nächste Ziel ist das Aber Wrac’h, eine Flussmündung, die weit in das Land hineinreicht. Bei Ebbe fallen weite Abschnitte trocken. Das Hauptziel in der Region ist der auf der kleinen Insel Île Vierge stehende höchste Leuchtturm in Europa. Unter den gemauerten Türmen steht das Leuchtfeuer sogar auf Platz 1 in der Welt. Der Turm kann zu bestimmten Zeiten besichtigt werden. Uns gelang es jedoch nicht, da die Gezeiten nicht zu unseren Reiseplänen passte.

Ebenfalls in der Flussmündung  auf einer Insel liegt die kleine Festung, Fort Cézon. Die vom bekannten Festungsbaumeister Vauban errichtete Anlage diente dem Schutz des Hafens. Heute kann die Ruine bei Ebbe zu Fuß erreicht werden. Wir machten uns auf den Weg über das Watt und über die Algen zu der verwilderten Insel. Erst nach einigem Suchen fanden wir einen Weg durch das Gebüsch zur Festung, von der nur noch einige Mauern sichtbar sind.

 

In der Umgebung von Landeda gibt es schöne, fast einsame Sandstrände. Für Besucher stehen einige Campingplätze zur Verfügung. Im Vergleich mit anderen Orten empfanden wir die Küste nicht spektakulär. In der Bretagne wird man in dieser Hinsicht anspruchsvoll.

 

 

Das Unglück der Amoco Cadiz
Bei einem Artikel über die Bretagne darf die Geschichte der Amoco Cadiz nicht fehlen. Durch einen technischen Defekt verlor der Tanker im Sturm die Steuerung. Da der Hilferuf zu spät erfolgte, gelang es nicht, das Schiff von der Küste fern zu halten. In der Nähe von Portsall strandete das Schiff auf einem Felsen und schlug Leck. Später brach das Schiff auseinander.

Das austretende Öl verursachte eine der größten Ölverschmutzungen an einer europäischen Küste. Besonders betroffen war der Landstrich, den wir gerade bereist haben. Es gab zwar Schadenersatz, die Beträge standen jedoch nicht im Verhältnis zu der verursachten Meeresverschmutzung. Einer der Anker des Schiffes liegt heute als Denkmal im Hafen von Portsall.

Le Conquet

Da wir das Ende der Nordküste erreicht haben, fahren wir in der nächsten Abschnitten weiter in Richtung Süden. Erstes Ziel an der Westküste ist der Fischerort Le Conquet. Für uns Camper gibt es hier einen großen Campingplatz und einen langen, schönen Sandstrand. Bei unserem Besuch Mitte August gab es am Blanche Sablones immer viel Platz für uns. Allerdings stuften unsere Badeexperten das Wasser auf Grund der Temperaturen als gerade noch badetauglich ein. Am Ende der Landzunge liegt das Kap de Kermorvan, das mit dem Fahrrad gut erreichbar ist.

Eine Geschichte am Rande:
Auf dem Campingplatz in  Le Conquet gab es einen gepflegten, frei laufenden Hund. Das Platzteam versuchte zusammen mit einigen Campern das Vertrauen des Tieres zu gewinnen. Wir erfuhren, dass der Hund höchstwahrscheinlich am Urlaubende einfach auf dem Platz zurückgelassen wurde. Was sind das für Zeitgenossen, die Tiere einfach zurücklassen?

Auf der anderen Seite der Landzunge liegt Le Conquet. Der kleine Ort kann gut vom Campingplatz mit dem Fahrrad erreicht werden. Die Fischerei und die Sportboote prägen den Hafen. Das Ortsbild präsentiert sich sehr geschlossen mit den typischen Steinhäusern. Natürlich gibt es Fisch und Meeresfrüchte zu erwerben.

Pointe de Mathieu

Bevor wir die Richtung Brest einschlagen, besuchen wir noch das Pointe de Mathieu. Obwohl der Aussichtspunkt nicht über die landschaftliche Schönheit der folgenden Steilküsten verfügt, lohnt sich der Besuch. Das Besondere ist die Gesamtanlage, bestehend aus einer Kirchenruine, einem Leuchtturm und einer Seefahrtskontrollstelle. Die Gebäude stehen dicht nebeneinander. Natürlich gibt es wieder Aussicht satt.  Bei einem Besuch gab es einen Wohnmobilstellplatz, der beim nächsten Besuch baustellenmäßig gesperrt war. Vielleicht kann einer meiner Leserinnen und Leser Licht in das Dunkel bringen.

Weiter geht es mit Brest, der „Hauptstadt“ der Bretagne. Die Stadt besuchten wir meist nur kurz auf der Durchfahrt, da wir keine Lust zum Einkaufen hatten. Eine Ausnahme bildete immer das große, moderne Oceanopolis. Das Meerwasseraquarium  beschränkt sich nicht nur auf die üblichen Aquarien, sondern unterstützt die Besucher mit Filmen und Videos zum jeweiligen Thema. In der erst vor einigen Jahren errichteten Anlage lohnt sich nach unserer Meinung ein Besuch, auch wenn der Eintritt nicht günstig ist.

Halbinsel Crozon

Von Brest ist es nicht weit zur Halbinsel Crozon. Der nächste Punkt ist die Hafenstadt Camaret zur Mer. Dort finden wir einen schönen Stellplatz in der Nähe der Steilküste. Nur ein paar Schritte vom Wohnmobil-Stellplatz entfernt steht eine große Ansammlung von Menhiren. Von der Steilküste blickt man auf eine Badebucht und das vorgelagerte Pointe de Toulinguet. Allein dieser Blick macht den Besuch lohnenswert.

Den Ort Camaret zur Mer selbst fanden wir nur teilweise sehenswert. Es gibt einen Festungsturm, der zum Weltkulturerbe gehört, eine Seefahrerkirche und den Fischerhafen. Dort kann man eine alte Tradition in der Bretagne beobachten. Alte, ausgediente Boote werden nicht verschrottet, sondern einfach im Hafen dem Schicksal überlassen. Dies Vorgehen soll Glück bringen. Daher findet man bei einem Besuch immer wieder Wracks in Hafennähe.

Unweit von Camaret-sur-Mer befindet sich die bekannte Pointe de Penhir. Die Felsen sind so steil und schroff, das dort ab und an Bergsteiger bei Klettern zu beobachten sind. Vom Kap hat man einen schönen Blick auf die zerklüftete Küste und die vorgelagerten kleinen Felsinseln.

In der Nähe des Hauptortes Crozon befinden sich einige Höhlen in der Felsküste. Im Rahmen einer Bootsfahrt von Crozon aus, können die Höhlen besichtigt werden. Teilweise fahren die Boote einige Meter in die Höhlen hinein. Ein kleiner Ausflug, der durch die Bootsfahrt erst richtig interessant wird.

St. Anne de Palud

Nach dem Verlassen der Crozon Halbinsel folgt an der Küste wieder ein Abschnitt für die Strandfreunde. In der Nähe des kleinen Ortes St. Anne de Palud gibt es herrliche lange Sandstrände. Natürlich findet man hier auch einige Campingplätze, die auf die Besucher warten. Allerdings liegen die Plätze ablegen von der restlichen Zivilisation.

An einem dieser langen Strände beschloss unser damals noch junger Hund, einem Vogel hinterher zu laufen. Am Ende der Verfolgung konnten wir den Hund kaum noch sehen. Natürlich nahm ich sofort die Verfolgung auf. Nach eine Viertelstunde Fußmarsch über den Strand traf ich einen ausgepumpten Hund, der sehr froh war, mich zu entdecken. Seit diesem Erlebnis beachtet der Hund keine Vögel mehr.

In der Nähe liegt der Seefahrerort Douanenez. Im Ort bietet sich der Besuch des Seefahrtsmuseums an. Neben dem Museumsgebäude findet man in einem kleinen Museumshafen alte Schiffe, die zeigen, wie man früher Seefahrt betrieb. Wir empfanden den Besuch als nette Abwechslung und die Kinder hatte insbesondere auf den Schiffen ihren Spass.

Pointe du Raz

Von Douanenez folgen wir der Küste zum bekanntesten Kap der Bretagne, Pointe du Raz. Dort erwartet uns zuerst ein Großparkplatz und ein Informationsgebäude. Über eine Fußgängerautobahn, anders möchte ich den Weg nicht bezeichnen, gelangt man dann in das Naturschutzgebiet des Kaps. Die um das Jahr 2000 durchgeführten Maßnahmen zur Steuerung der Besucherströme wurde erforderlich, um die Natur am Kap zu erhalten.

An der Spitze bietet sich ein schöner Blick über das Meer und die vorgelagerten Inselchen mit den zwei Leuchttürmen. Die andauernde Arbeit des Meeres schuf eine raue Felslandschaft. Aus unserer Sicht lohnt sich ein Besuch nur, wenn man sich in der Nähe befindet. Uns haben z.B die weit weniger besuchten Kaps auf der Crozon-Halbinsel besser gefallen.

An dieser Stelle endet dieser Teil der Reisebeschreibung. In Kürze folgt der Teil 5 mit der Südküste der Bretagne.
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