Die Bretagne, unsere Erfahrungen und Tipps

In dem letzten Artikel dieser Serie möchte ich auf ein paar Punkte eingehen, die man bei einem Besuch der Bretagne berücksichtigen sollte, damit es ein gelungener Urlaub wird.

Sonnenuntergang in der BretagneDas Wetter

Das wichtigste am Urlaub ist das Wetter. Leider kann ich keinen dauerhaften Sonnenschein garantieren. Wer die Wetterkarte regelmäßig beobachtet, der  kennt die vom Atlantik heraufziehenden Tiefausläufer und Tiefdruckgebiete, die uns in Deutschland den Regen bringen. Genau dies Wetter zieht über die Bretagne in Richtung Zentraleuropa.

Wir haben schon im Juli und August einige richtig warme Tage mit Temperaturen um 30Grad C erlebt. Die Regel war es nicht. meist lagen die Temperaturen zwischen 20Grad C und 26 Grad C. Oft gab es mal ein Regenschauer. Längere Regenperioden erlebten wir nicht, jedoch erlebten wir drei Wochen Urlaub fast ohne Sonnenschein bei bewölktem Himmel. Fazit: Badesachen sollte man mitnehmen, eine Jacke und Regenschutz muss mit.

Boot ohne Wasser - Ebbe in der BretagneDie Tageszeiten

Mein nächster Punkt ist ebenfalls mit der geografischen Lage der Bretagne ganz im Westen des europäischen Festlandes zu tun. Im Laufe der Reise bemerkt man deutlich die verschobenen Zeiten des Sonnenaufgangs und -untergangs. Am Morgen wird es später hell, dafür ist der Sonnenuntergang später. Die Zeiten sind Vergleich zu Frankfurt um eine Stunde(1. Juli)verschoben. Mir als Langschläfer kommt dies sehr entgegen.

Baden

Beachten sollte man den Tidenhub in der Bretagne. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt an der Nordküste bis zu 12m. So kann es sein, dass manche Strände bei Flut sehr klein werden. Ebenso haben wir es erlebt, dass das Baden bei Ebbe nicht möglich war, es fehlte einfach das Wasser. Von unseren Kindern hörte ich dann immer: „Sch…. Urlaub, wenn man mal Baden möchte, ist kein Wasser da, wenn man in der Sonne liegen möchte, gibt es keinen Strand mehr“. Entsprechende Gezeitentabellen findet man im Internet bei verschiedenen Anbietern. Bei der Tourismusinformation gibt es Tabellen für den jeweiligen Ort.

Sandstrand im Süden der BretagneZu den Stränden ist noch anzumerken, dass es sich in der Regel um naturbelassene Buchten handelt. Wer Strandkiosk, Liegenverleih und Restaurant sucht, ist an der Mehrzahl der Strände falsch. Es kann auch vorkommen, dass an der Flutkante ein Algenrand zu überwinden ist. Im Westen der Bretagne hat die Algenernte eine längere Tradition. Die Badelustigen sollten vorher wissen, dass das Wasser nicht die Badewannentemperatur erreicht. Über 20Grad C Wassertemperatur habe ich nur selten an flachen Stränden erlebt.

Der Vorteil der Naturstrände liegt auf der Hand. Man findet immer ein ruhiges Plätzchen abseits vom Massenansturm. Beim nochmaligen Lesen meiner Artikel viel mir auf, dass ich immer von Überfüllung in den Ferien schreibe. Ja in den Ferien ist es voller, aber es geht lange nicht zu eng zu  wie am Mittelmeer oder wie an der Atlantikküste weiter im Süden. In der Bretagne gibt es kaum Hotelburgen oder reine Badeorte. Die Tourismushochburgen befinden sich meist im östlichen Teil der Bretagne. Das Wirtshaus „Zur goldenen Möwe“ findet man in Finistere auch, aber die Zahl der Burgershops hält sich in Grenzen.

Das Tanken

In Frankreich, insbesondere abseits der Hauptstraßen, kann das Tanken am Wochenende zu einem Erlebnis werden. In der Regel tankt man an den Säulen der großen Supermärkte oder an Tankstellen entlang der Route. Am Wochenende sind viele Tankstellen geschlossen. An den Supermärkten werden die Kassen nicht besetzt und man benötigt eine Karte der jeweiligen Kette zum Tanken. Kreditkarte oder EC-Karte funktionieren nur selten. So hatten wir mehrfach die Situation, dass wir nur mit Hilfe eines netten Bretonen unseren Tank füllen konnten. Wir tankten auf seine Karte und bezahlten den Betrag dann in Bar an den Helfer aus. Tanken Sie lieber einmal öfter. Sie ersparen sich das Herumirren auf der Suche nach einer offenen Tankstelle.

Auf dem LandeLeider ist es erforderlich, öfter zu tanken, da man die Entfernungen in der Bretagne nicht unterschätzen darf. Auf der beschriebenen Rundreise legt man mindestens 700km zurück. Wenn man jetzt noch die Anfahrt dazurechnet, wird klar, weshalb ich dazu rate, mindestens drei Wochen für eine Reise in den Westzipfel Frankreichs einzuplanen. Anderenfalls sitzt man zu viel hinter dem Lenkrad.

Wohnmobil-Stellplätze

Die Bretagne ist auf uns Wohnmobilreisende eingestellt. Es gibt viele angelegte Wohnmobil-Stellplätze. Nicht alle Plätze fanden wir so ansprechend, dass wir dort Urlaub machen wollten. An einigen besonders schönen Stellen ging es sehr eng zu.  So nutzten wir immer wieder die kleineren Campingplätze. Insbesondere mit den Camping Municipal der Gemeinden machten wir gute Erfahrungen. Die Plätze sind meist einfach ausgestattet und preisgünstig. Beim Freistehen sollte man achtsam sein und sich überlegen, was man tut. Wir erlebten es immer wieder, dass an Stellen wo man ein Jahr zuvor noch gut parken konnte, jetzt die bekannten Teppichstangen die einfahrt verwehrten.

Die in den Kreisen der Wohnmobilfahrer bekannten Plätze einer bestimmten Buchreihe unterliegen nach unserer Beobachtung besonders stark. Zu verhindern ist diese Entwicklung nicht. Jedoch kann man durch sein Verhalten maßgeblich mit an dem Ruf der Wohnmobilgemeinde arbeiten. Leute die den Müll aus dem Fahrzeug direkt in den einzigen Papierkorb am kleinen Strand entsorgen, sind nirgendwo gern gesehen.

Positiv ist, dass die Gemeinden zeigen, dass Wohnmobilfahrer willkommen sind. So findet man in vielen Orten öffentliche Entsorgungsstationen, wo man kostenlos sein Abwasser und die Toilette entsorgen kann. Frischwasser gibt es gegen eine kleine Gebühr.

Vielen Dank, dass Sie mit mir virtuell durch einen der schönsten Küstenabschnitte Frankreichs gefolgt sind. Viel Spaß bei Ihren Reisen in den Westzipfel unseres Nachbarlandes.

Ähnliche Artikel zum Thema:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.