Eine Reise mit dem Wohnmobil durch die Bretagne, Teil 2

Die Bretagne ist eines der Lieblingsziele der Wohnmobilgemeinde. Auch für mich gehört die Westspitze Frankreichs zu einem gern besuchten Urlaubsziel. In einer kleinen Serie beschreibe ich eine virtuelle Rundreise durch die Bretagne, eine Zusammenfassung unserer Besuche. In diesem zweiten teil geht es vom Mont Saint Michel bis kurz vor Erquy.

 

Nachdem der Text über die Anreise viel länger wurde, wie ursprünglich geplant, geht es jetzt in der Bretagne weiter. ich habe mich entschlossen, die Reise entgegen dem Uhrzeigersinn zu beschreiben. Natürlich kann ich hier im Rahmen des Blogs nicht auf alle Sehenswürdigkeiten eingehen. Daher beschränke ich mich auf Orte und Plätze, die ich selbst besucht habe.

Mont Saint Michel

Wir erreichen wir die Bretagne am Mont St. Michel. Der hier mündende Fluss Couesnon bildet die Grenze zur Normandie. Streng genommen gehört daher der Klosterberg  zur Normandie. Einen Besuch kann ich nur empfehlen. Allerdings sollte man den Aufenthalt so planen, dass die Besichtigung außerhalb der Hauptbesuchszeiten erfolgen kann. Es ist sonst einfach zu voll. Ein guter Tipp ist der Besuch am Abend. (siehe Tipps für Trips)

Mont St. Michel am frühen Morgen

Leider kann man nicht mehr im Wattenmeer direkt am Berg mit dem Wohnmobil übernachten. Wir genossen es, den Klosterberg direkt vor dem Wohnmobil zu haben. Andererseits habe ich volles Verständnis für die Maßnahme, die den Andrang den Tourismus kanalisieren und das Wattenmeer schützen soll. Zur aktuellen Situation nach den Bauarbeiten kann ich hier keine Aussagen machen, da ich den Klosterberg seit der Sperrung des Parkplatzes nicht mehr gesehen habe.

Ein kleines Erlebnis bei unserem ersten Besuch des Mt. St. Michel vor vielen Jahren möchte ich kurz erzählen. Wir besuchten arglos den Berg gegen 11:00Uhr am Vormittag. An den Kasse standen die Besucher in langen Schlangen. Es wurde geschoben und gedrängt. Die Wartezeit betrug ca. 1 Stunde. Da wir keine Lust auf die Enge hatten, gaben wir auf und begannen den Abstieg. Nachdem wir den Raum fast hinter uns hatten, schob uns eine Gruppe fast gewaltsam durch eine Tür. Mutig gingen wir mit und folgten den Besuchern vor uns. Wir waren in einer Reisegruppe aus England gelandet. Unschuldig reihten wir uns ein und nahmen an der englischsprachigen Führung teil. In der Kirche blieben wir zurück und genossen den Ausblick auf das Meer. Die nächste Führung folgte, diesmal in deutscher Sprache. Wieder schlossen wir uns an. So erlebten wir durch die drängelnden Britten eine kostenlose Besichtigung der Anlage.

Cancale und Cap Grouin

Unsere Reise geht weiter am Meer entlang. Der nächste größere Ort ist Cancale, die Stadt der Austern. Insgesamt 50 Betriebe sollen hier laut Wikipedia der Austernzucht nachgehen. Nachdem wir uns satt gegessen haben, steht eventuell ein Besuch des Cap Grouin an. Da es in der Bretagne noch einige derartige Landzungen gibt, kann der Besuch auch ausgelassen werden und die Reise gleich in Richtung Saint Malo fortgesetzt werden.

Unterwegs gibt es noch eine kleine, aber leicht skurrile Sehenswürdigkeit. In Rotheneuf verbrachte ein Mönch seine Zeit damit, die Felsen an der Küste in Figuren umzugestalten. Unglaublich, wie viel Arbeit der Mönch in die Steine investiert hat.

Der Mönch von Rotheneuf
Um das Jahr 1870 erlitt der Mönch Abbe Foure einen Schlaganfall. Darauf hin konnte er sein Amt nicht mehr ausüben. Er suchte sich ein neues Aufgabenfeld an der Küste der Bretagne. Mit der Hilfe eines alten Mannes arbeitete er groteske und bizarre Figuren aus dem Fels der Küste.

Die Motive beschäftigen sich mit Sagen, Seeräuberei und Fischerei. Es soll außer den ca. 300 Bildern im Stein noch Holzschnitzerein gegeben haben, die jedoch bei einem Brand zerstört wurden.Heute können die Werke zu den üblichen Öffnungszeiten besucht werden. Ein kleiner Abstecher zu den Werken des Abbe Foure zu unternehmen.

Saint Malo

Nach einer kurzen Fahrt folgt die alte Seefahrerstadt Saint Malo. Heute hat die Stadt zwei gegensätzliche Schwerpunkte. St. Malo ist eine Industrie- und Tourismusstadt. Empfehlenswert ist ein Besuch der von einer durchgehenden Stadtmauer umgebenen Altstadt, der Ville Close. Das im Krieg stark zerstörte Zentrum wurde behutsam wieder aufgebaut. Wir genossen es mehrfach, einen abendlichen Bummel durch die lebendige Stadt zu unternehmen. Eine weitere Sehenswürdigkeit in St. Malo ist das große, modern ausgestattete Aquarium. Für einen Besuch bei kleinen und großen Fischen (Haie) sollte man genügend Zeit einplanen. Der Besuch ist nicht günstig, aber lohnenswert. Wer mit dem Wohnmobil in St. Malo übernachten möchte, sollte sich in der Hauptreisezeit rechtzeitig um einen Platz für die Nacht bemühen. Wir erlebten mehrfach, dass bereits um 16:00Uhr auf dem Campingplatz in der Stadt Gäste abgewiesen wurden.

 

Wenn man weiter der Küste folgt, kommt man automatisch an eine technische Pionierleistung. An der Mündung des Flusses Rance befindet sich das erste großtechnisch realisierte Gezeitenkraftwerk in Europa. Die Anlage nutzt den an der Nordküste der Bretagne herrschenden großen Tidenhub zur Erzeugung von elektrischer Energie. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt an dieser Stelle über 8m. Das Kraftwerk war eine beachtenswerte Ingenieurleistung, wenn man bedenkt, dass die Stromerzeugung bereits 1967 begann. „Grünem Strom“ war damals noch kein Thema. An der Sperrmauer gibt es Informationen für die Besucher.

Strände am Cap Frehel

Der folgende Küstenabschnitt bietet immer wieder Sandstrände mit Badegelegenheit zwischen der felsigen Küste. Für Wasserratten findet sich meist ein Platz zum baden. Das nächste Ziel ist das vielbesuchte Cap Frehel mit den zwei Leuchttürmen. Das kleine Seezeichen wurde bereits im 17. Jahrhundert errichtet. Der moderne, im Sommer für Besucher geöffnete 33m hohe Leuchtturm entstand 1950.

Die Halbinsel reicht weit in das Meer hinaus. Bis zu 70m hohe Felsen fallen steil zum Meer ab. Die Wiesen auf den Felsen blühen im Frühjahr und Sommer. Das gesamte Gelände ist ein Vogelschutzgebiet. Natürlich zieht das Cap viele Besucher an, jedoch sind ausreichend Parkplätze vorhanden. Wege mit einigen Informationstafeln führen durch das Gebiet.

Vom Cap Frehel empfehle ich zur Weiterfahrt der D34 nicht bis zur D785 zu folgen, sondern rechts die kleine Straße an der Küste entlang Richtung Erqui zu wählen. An der Route befinden sich einige Campingplätze und schöne Badebuchten mit dem Blick zum Cap Frehel. Auf dem Campingplatz Minicipal St. Michel verbrachten wir schöne Bade- und Ruhetage am Meer.

Dort passierte uns eine der Pleiten, Pech und Pannen meiner Wohnmobilzeit. Wir nennen in der Familie den Platz nur noch den Platz mit dem geklauten Handtuch. Es entschwand über Nacht von der Wäscheleine. Eine weitere Besonderheit des Platzes waren die Duschen. Der Wasserdruck war so stark, dass man das Gefühl hatte, unter einem Hochdruckreiniger zu stehen.

Hier kurz vor Erqui endet der Teil 2 meiner virtuellen Reise einmal um die Bretagne. Dort geht es im dritten Teil der Reise weiter.

 

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