Eine Reise mit dem Wohnmobil durch die Bretagne – Teil 3: Von Erquy bis Brignogan

Die Bretagne ist eines der Lieblingsziele der Wohnmobilgemeinde. Auch für mich gehört die Westspitze Frankreichs zu einem gern besuchten Urlaubsziel. In einer kleinen Serie beschreibe ich eine virtuelle Rundreise durch die Bretagne, eine Zusammenfassung unserer Besuche. In diesem dritten Teil geht es von Erquy bis Brignogan.

Baden in Erquy 

Erquy ist ein ehemaliger Fischerort. Heute ist die Stadt von Campingplätzen fast umzingelt. Einen Stellplatz für Wohnmobile gibt es selbstverständlich auch. Dennoch ist hier wieder mein Hinweis auf volle Campingplätze in der Hauptsaison angebracht.

Im Ortskern gibt es nur einige auf Touristen ausgelegte Geschäfte. Die Küste und die Strände bieten dafür Erholung pur. In der Nähe von Erquy machten wir bei der bei der Wahl der Parzelle auf dem Campingplatz einen Fehler. Wir wählten einen freien Platz direkt am Strand mit schönem Blick aus dem Mobil. Der Nachteil war, dass bei Flut das Meer nur wenige Meter neben dem Mobil endete. Da die ersten Meter bis zum Sandstrand aus größeren runden Steinen bestanden, rollten die Steine bei Hochwasser im Rhythmus der Wellen auf und ab. Die dabei entstandenen Geräusche raubten uns jede Nacht für eine Stunde den Schlaf. Nicht immer ist der schönste Platz  auch der beste.

Wir ziehen auf unserer Rundreise um die Bretagne weiter westwärts. Über Pléneuf-Val-André mit schönen Stränden kommen wir zur nächsten größeren Stadt in der Bretagne, Saint Brieuc. In der Regel erlebt man auf der Hauptstraße nur wenig von der Bischofsstadt. Auffällig ist nur die hohe Brücke über die Flussmündung. Jedoch lohnt sich ein kurzer Abstecher, um die Altstadt und die gotische Kathedrale zu besuchen.

Pointe de Arcouest

Das nächste Ziel ist das Pointe de Arcouest, einige Kilometer nördlich der Stadt der Jakobsmuschel Saint Quay Portrieux. Wieder einmal kommen die Freunde der Schalentiere zu ihrem Recht. Am Pointe de Arcouest liegt der Anleger der Schiffe zur Insel Ile de Brehat. (Wohnmobilstellplatz am Anleger.) Die Küste zeigt sich hier wild und zerklüftet. Über die Insel kann ich nur vom Hörensagen berichten, dass sich ein Tagesbesuch mit dem Rad lohnt. Aus eigenen Erfahrungen kann ich nichts dazu beitragen, da wir immer zu spät am Anleger ankamen.

Das berühmte Haus – Wir haben es gesucht

Vom Cap geht die Reise weiter nach Westen. Jetzt werden Pfadfinderqualitäten gefordert, um das berühmteste Haus der Bretagne in der Nähe von Plougrescant zu finden. Mein damaliges Navi erwies sich nicht als hilfreich. Am Ziel gab es viel Bretagne, nur kein Haus. Eine klare Beschilderung fanden wir nicht.

Das Ziel heißt Le Gouffre und ist nicht groß ausgeschildert. Hintergrund wird es sein, dass der Ansturm nicht zu groß wird. Die Eigentümer scheinen nicht an den Touristen interessiert zu sein. Im Netz las ich später, dass die Abschirmung einen guten Grund hat. Die Besucher versuchten früher sogar, für ein Foto auf das Dach des Hauses zu klettern.

Dennoch gehört ein Foto dieses Hauses in jeden Reisebericht über die Bretagne. Wir fanden nicht nur das Haus interessant. Der gesamte Küstenabschnitt ist am einfachsten mit typisch Bretagne zu beschreiben.

Cote Granit Rose – viele schöne Steine

Jetzt ist es nicht mehr weit bis Perros Guirec, dem Hauptort der Cote Granit Rose. Da ich das Gebiet schon in einem Reisetipp beschrieben habe, kann ich mich hier kurz fassen. Die Cote Granit Rose besteht, wie der Name es sagt, aus roten Granitfelsen. Durch die ständigen Wellen entstanden die teilweise bizarren Formationen. Schön ist ein Abendspaziergang entlang der Küste zum Leuchtturm Phare de Mean Ruz. Tregastel ist der einzige Ort, wo wir einmal Anfang August um 18:00Uhr keinen Platz für die Nacht gefunden haben. Ausweichen war angesagt. So lernten wir die typisch bretonische Kleinstadt Lannion mit dem dortigen Stellplatz kennen.

Saint Michel en Greve – langer Fußweg über den Sand

Zwischen Saint Michel-en-Greve und Saint Efflam führt die Küstenstrasse mehrere Kilometer an einer flachen Meeresbucht entlang. Durch einen Zufall entdeckten wir die Bucht zum Baden und den dortigen Campingplatz. Bei Ebbe ist es ein sehr weiter Weg auf dem Sandboden, bis das Wasser über die Knöchel geht. Der Sonnenschein erwärmt den Sand und das Wasser. Erst bei Flut konnten wir ohne Fußmarsch bei angenehmen Wassertemperaturen gut in den Wellen baden und schwimmen. Um sich den weiten Weg zum Wasser zu erleichtern, bewiesen die einheimischen Wassersportler eine bewundernswerte Kreativität. Mit kleinen Traktoren wurden Surfbretter und Segelboote zum Wasser gezogen.

Auf einer Radtour fanden wir später noch eine kleine Bucht mit einem kleinen Sandstrand auf der nächsten Landzunge. Insgesamt empfanden wir den Aufenthalt abseits der bekannten Orte äußerst erholsam und ruhig.

 

Brignogan – Baden ohne Wasser

Den jetzt folgenden Küstenabschnitt kennen wir nicht aus eigener Anschauung. Deshalb springt der Bericht gleich nach Brignogan, einem unserer Lieblingsorte. Auch diesen Ort habe ich bereits in einem Reisetipp beschrieben. Die Sand- und Felsküste mit dem kirchenähnlichen Leuchtturm ist für Spaziergänge und Radtouren gut geeignet.Ein kleiner Hinweis für die Freisteher: Am Leuchtturm in Brignogan kann es passieren, das das Übernachtungsverbot für Wohnmobile umgesetzt wird. Direkt am Campingplatzeingang und den frei zugänglichen Sanitäranlagen habe ich sogar Verständnis für die Maßnahme.

In Brignogan handelten wir uns den scharfen Protest der Kinder ein, da zu Badezeiten nie das Wasser anwesend war. Das Hochwasser lag während unseres Aufenthalts so ungünstig, dass das Baden nur am frühen Morgen und am Abend möglich war. Zu unserem Glück entschädigte das Klettern in den Felsen die Kinder. Allerdings brauchten wir anschließend den Verbandskasten, da die Knie einige Kratzer davongetragen hatten.

An diesem Küstenabschnitt fielen uns die vielen Algen im Wasser und am Strand auf. Das Wachstum wird sicherlich durch die Überdüngung der Meere begünstigt. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Algenernte und -nutzung im westlichen Teil der Bretagne eine lange Tradition hat.

Hier endet dieser Teil des Reiseberichts. Im nächsten Abschnitt der kleinen Serie geht es an die Westküste.

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