Die wichtigste Regel der Bildarchivierung: misslungene Bilder sofort löschen!

Meine Tochter konnte durch einen glücklichen Zufall drei Wochen in Los Angeles verbringen. Nach der Rückkehr erhielt ich eine volle Speicherkarte. Am nächsten Tag versammelten wir uns um den Fernseher, um die gesammelten Werke zu bewundern. Insgesamt gab es ca. 1500 Bilder anzusehen. Nach 10 Minuten bemerkte ich, dass meine Frau begonnen hatte, nebenbei in einer Illustrierten zu blättern. Irgendwann beschäftigten sich alle Familienmitglieder nebenbei mit anderen Tätigkeiten. Irgendwie erinnerte mich die Szene an den bekannten Diaabend.

Da meine Tochter nicht die Zeit hatte, nahm ich mir die Bilder vor. Ich sah die Fotos durch und kennzeichnete die sehenswerten Exemplare. Es entstand eine Auswahl von ca. 200 Bildern. Nur diese Auswahl wird jetzt verwendet.

Dieses Beispiel zeigt, dass es eine der wichtigsten Arbeiten ist, sich von doppelten oder misslungenen Bildern zu trennen. Das unscharfe Bild eines Berges in Hollywood wird selbst in hundert Jahren nicht besser. Nehmen Sie sich die Zeit und sortieren Sie radikal aus. Stellen Sie sich immer die Frage, Wozu soll ich Arbeit in dieses Bild investieren? Wer wird sich dieses Bild noch einmal ansehen wollen?

Durch die Digitalfotografie entstehen verglichen mit der herkömmlichen Technik wesentlich mehr Aufnahmen. Auf der Fototour gilt das Motto  „Einfach mal probieren, was herauskommt“. Es entsteht die Herausforderung, sich von Bildern zu trennen, um nicht von der Flut erschlagen zu werden. Was nutzen Ihnen tausende Bilder auf der Festplatte, wenn die Bilder nie gezeigt oder betrachtet ?

Aus eigener Erfahrung kenne ich den Kern des Problems. Der Jäger und Sammler in uns kann sich nicht trennen.Ich zwinge mich mittlerweile, auf den Rechner die Bilder konsequent zu sortieren. Die nicht für einen weitere Bearbeitung ausgewählten Bilder lösche ich nach Ablauf einer Sicherheitsfrist, ohne die Bilder erneut zu betrachten. Noch habe ich kein Bild zuviel gelöscht.

Eine einzige Ausnahme gibt es. Bei Personenbildern bin ich nicht so streng. Denn das Aufräumen der Fotokisten meiner Eltern und Großeltern brachte unscharfe und verwackelte Aufnahmen zu Tage, die ich aus heutiger Sicht nicht missen möchte. Bei solchen Bildern ist der dokumentarische Wert vor.

Zum Schluss noch ein kleiner Vergleich. Bei der Apfelernte entsorgen wir automatisch alle angefaulten Äpfel. Einen Teller mit einem abgeplatztem Rand werfen wir sofort in Müll. Nur bei Fotos wollen wir jeden „Abfall“ aufheben.

Wie sehen meine Leser das Thema? Sortieren Sie aus oder sammeln Sie alle Ihrer Werke?

Die wichtigste Regel der Bildarchivierung: misslungene Bilder sofort löschen!
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