Meine Fotoausrüstung – Wenig ist manchmal mehr

Diesen Post sollte es nicht geben, da ich diese Art der Selbstdarstellung (mein Auto, meine Frau, mein Boot) nicht mag. In der letzten Zeit erreichen mich immer wieder Fragen der Leser, mit welcher Ausrüstung ich meine Bilder aufnehme. Daher weiche ich mal vom Prinzip ab und stelle hier meine Fototasche vor.

Das obenstehende Bild erinnert mich immer daran, dass fehlende Kleinigkeiten große Wirkungen haben können. Alle Stativbefestigungsplatten lagen zu hause im Schrank. Leider bemerkte ich das Fehlen zu spät. So musste ich improvisieren, um noch zu halbwegs verwertbaren Aufnahmen zu kommen. Ein Teil für unter 10€ verhinderte bessere Bilder.

Dies Beispiel zeigt, dass es nicht die Kamera allein ist, die für gute Bilder sorgt.

 

Die Kameras

Zu meiner Ausrüstung auf Reisen gehören zwei Kameras. Nachdem es mir vor längerer Zeit einmal passierte, das auf einer Tour ein Gehäuse ausfiel, nehme ich immer eine einfachere Kamera als Rückfallebene mit.
Die Hauptarbeit leistet in den letzten Jahren eine Olympus OM-D M5. Die Kamera kaufte ich kurz nach der Markteinführung. Seit dieser Zeit begleitet mich die OM-D auf allen meinen Reisen. Bei der Anschaffung gab es zwei ganz entscheidende Kaufgründe. Zum einen kannte ich das Olympus System von den Vorgängerkameras und verfügte über einiges weiterhin nutzbares Zubehör.

Der zweite, für mich wichtigere Grund war damals die Größe und das Gewicht. Im Urlaub wollte ich nicht wieder zum Packesel werden. Wenn man auf Reisen mit einer Spiegelreflexausrüstung unterwegs ist, geht es schnell, dass die einige Kilo wiegende Kameratasche zur Belastung wird. Meine Fototasche bringt derzeit gerade 3kg auf die Waage. Für längere Touren kann das Gewicht mit etwas Vorplanung weiter reduziert werden.

Die Olympus OM-D M5 verfügt über eine Technik, die alle meine Anforderungen an eine Reisekamera erfüllt. Der kleine Sensor erweist sich gerade bei Landschaftsbildern durch den größeren Tiefenschärfebereich als vorteilhaft. Nach zwei Jahren kann ich sagen, dass die Kamera für mich eine gute Anschaffung war. Als einzigen Nachteil sehe ich das im Vergleich zu einer größeren Kamera starke Rauschen bei höheren Empfindlichkeitseinstellungen.
Als Zweitkamera nehme ich noch eine Olympus PEN P3 mit. Die Kamera verfügt nicht ganz über den Funktionsumfang der OM-D. Als unscheinbarer Begleiter auf einem kurzen Bummel tut die Kamera gute Dienste. Es gilt immer noch der alte Satz: „Was nutzt die beste Kamera, wenn sie nicht mitgenommen wurde?“. Die Zweitkamera kaufe ich meist als generalüberholte Ware im Internet.

Die Objektive

Viel wichtiger für meine Bilder sind die Objektive. Mittlerweile verfüge ich über genügend Auswahl. Um die Brennweite beurteilen zu können, ist es wichtig zu wissen, dass der Crop-Faktor des Micro Four Third Systems 2 beträgt.

Auf Reisen ist das Olympus M.Zuiko 14-150mm mein Arbeitstier. Das Objektiv viele Bereiche ab, ohne dass starke Qualitätsabstriche erforderlich sind. Wie häufig ich das Glas nutze, bemerkte ich erst, als ein selbstverschuldeter Defekt den Einsatz verhinderte. Nach der Reparatur nahm es sofort wieder den Stammplatz in der Fototasche ein. Die Qualität des Objektivs finde ich für ein 10-fach Zoom sehr gut. Die Ergebnisse unterscheiden sich nur gering von den Kitobjektiven 14-42 und sind für meine Hobbybilder völlig ausreichend.

Weiterhin ist auf Reisen immer mein Olympus M.Zuiko 9-18mm mit dabei. Grade bei Landschaften setzte ich diesen Weitwinkelbereich gern ein. Leider habe ich es auf unserer letzten Tour durch eine Unachtsamkeit geschafft, die Frontlinse zu beschädigen. Derzeit überlege ich, ob ich das Objektiv zur Reparatur sende oder ob ich ein noch höherwertiges Weitwinkelobjektiv anschaffe. Egal wie die Entscheidung ausfallen wird, ein Weitwinkelobjektiv in diesem Brennweitenbereich ist für mich unverzichtbar.
Für dunklere Ecken und andere schlechte Lichtbedingungen kommt immer noch ein lichtstärkeres Glas in die Tasche. Meist wähle ich  das  Olympus M.Zuiko 17mm als lichtstarkeFestbrennweite aus. Dies Glas dient nur als Notfallobjektiv. Aus heutiger Sicht war es ein Fehlkauf und wird irgendwann in die große Bucht wandern. Die Lichtstärke ist zu gering, die Brennweite gehört nicht zu meinen bevorzugten Werten. Qualitätsmäßig gehört die Linse nicht zu den besten Produkten aus dem Olympus-Programm.

Ganz anders geht es mir mit der zweiten Festbrennweite. Das Olympus M.Zuiko 45mm  gehört zu meinen Lieblingsobjektiven. Das Preis/Leistungsverhältnis ist einfach sehr gut.Filter oder andere Vorsatzlinsen nutze ich sehr wenig. Regelmäßig dabei ist nur der Polfilter.

Sonstiges Zubehör

Das wichtigste Zubehör ist die Tasche. Hier suche ich noch nach der richten Lösung. Derzeit kommen ein Sling-Rucksack und eine kleine Schultertasche wechselweise zum Einsatz. Wichtig ist mir dabei, dass nicht jeder Passant sofort erkennt, dass es sich um eine Fototasche handelt. Warum drucken die Hersteller groß ihre Namen auf die Taschen?

In die Tasche kommt dann noch das übliche Zubehör. Speicherkarten und Ersatzakku sind einfach Pflicht. Hinzu kommt noch ein kleines Blitzgerät für Notfälle und Tücher zum Reinigen der Objektive. Ein Stativ nehme ich nur mit, wenn schon vorher klar ist, dass es zum Einsatz kommen wird.

Im Wohnmobil befinden sich während der Reise noch ein altes Notebook zum Sichern der Bilder. In der Regel kopiere ich die Bilder jeden Abend auf den Rechner und zusätzlich auf einen USB-Stick. So gibt es immer drei Kopien der Bilder.

Zum Laden der Akkus nutze ich ein 12V-Ladegerät. So kann ich die Kameraakkus auch laden, wenn kein Landstrom zur Verfügung steht. Diese kleine Anschaffung rettete mich schon mehrfach.

Die gesamte Ausrüstung ist sehr klein und leicht. Auf einem Ausflug wird meine Schulter nur selten mit über 3kg belastet. Schließlich möchte ich die Landschaft oder die Stadt genießen und nicht als Lastenesel durch die Welt laufen.

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