Von elf bis drei, da hat der Fotograf frei!

Mit diesem Artikel beginnt eine kleine Reihe, die sich mit der Fotografie beschäftigen wird. Zur Urlaubszeit überbieten sich alle Illustrierten mit Tipps für bessere Urlaubsfotos. Aus meiner Sicht helfen die Ratschläge selten wirklich weiter.

Mein Ziel ist es, einige kleine, von der Ausrüstung unabhängige Tipps zu sammeln, die sofort bei der nächsten Reise angewendet werden können.

Genug der Vorrede, auf gehts! Beginnen möchte ich mit einem kleinen Tipp zur Tageszeit. Es gibt einen alten Satz, der im Sommer immer noch seine Berechtigung hat: „Von 11 bis drei, da hat der Fotograf frei.“ Der lockere Satz ist nicht in der Faulheit der Fotografen begründet. Hintergrund der Aussage ist, dass es während dieser Mittagspause kein ideales Fotolicht gibt. WesBesser ist die Situation in den Morgenstunden und am Abend.

Dunst verhindert klare Bilder

Der Grund ist einfach. Die Sonne steht hoch am Horizont, es gibt nur wenig Schatten. Leider ist es gerade der Unterschied zwischen Licht und Schatten, der den Bildern die Tiefe verleiht. Gleichzeitig kann die Kamera den Helligkeitsunterschied zwischen Sonne und Schatten oft nicht bewältigten.

Gleichzeitig entsteht selbst an sehr schönen Hochsommertagen ein leichter Dunst, Dies führt bei Landschaftsaufnahmen schnell zu verwaschenen Farben bei weiter entfernten Motiven. Das Ergebnis sind flaue Bilder ohne räumliche Tiefenwirkung.

Leider kann man es auf einer Reise nicht immer steuern. Oft erreicht man gerade in der Mittagszeit ein Ziel, dass man gern fotografisch festhalten möchte. Dann muss man versuchen, das beste aus der Situation zu machen. Wieder hilft eine kleine Grundregel. Mit der Sonne im Rücken können immer noch brauchbare Erinnerungsbilder entstehen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, sich auf einige Details zu konzentrieren und die Weitwinkel-Landschaftsaufnahmen auf eine andre Uhrzeit zu verschieben. Bei Detailaufnahmen gilt es dann nur die starken Hell-Dunkel Unterschiede zu bewältigen, um brauchbare Aufnahmen zu erhalten.

Wer die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung nutzen kann, hat die Möglichkeit, die flauen Mittagsbilder zumindest teilweise zu retten. Manchmal wird man jedoch nicht um einen beherzten Griff in die Einstellungen herumkommen, um ein vorzeigbares Ergebnis zu bekommen.

Ein Beispiel

Als Beispiel habe ich den spektakulären Strand Bedruthian Steps in Cornwall England ausgesucht. Hier erwischte es mich. Bei starkem Sonnenschein erreichten wir den spektakulären Strand direkt zur Mittagszeit. Des untenstehende Bild entstand um 12:45Uhr.

Das Vergleichsbild, ebenfalls völlig unbearbeitet, entstand am gleichenTag um 20:00Uhr, nur wenige Kilometer entfernt bei einem Abendspaziergang. Die Unterschiede sind sofort sichtbar. Während beim ersten Bild die Felsen im Hintergrund leicht unscharf im Dunst versinken, zeigt das zweite Bild deutlich einen klareren Hintergrund.

Das dritte Bild ist eine Detailaufnahme in der Mittagssonne. Nur die starken Kontraste deuten auf die starke Sonneneinstrahlung hin.

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