Das Wasserstraßenkreuz Magdeburg

Nachdem ich spontan die Harzer Schmalspurbahnen besucht hattte, ging es weiter zu einem weiteren technisch geprägten Ziel. In Rothensee bei Magdeburg vollendeten die Wasserbauer ein Projekt, dass schon 100 Jahre vorher begonnen wurde. Am Wasserstrassenkreuz Magdeburg überquert der Mittellandkanal die Elbe.

Von Wernigerode war es nur noch ein Katzensprung nach Magdeburg. Ich parkte den Pössl auf dem auch zum Übernachten geeigneten Großparkplatz an der Schleuse Rothensee und besichtigte das erst 2003 eröffnete Wasserstraßenkreuz.

Gleich die erste Anlage, die Sparschleuse Rothensee, erwies sich als ein lohnendes Ziel. Dank einer Besucherplattform oben auf dem Gebäude der Schleusenwärter gibt es eine Aussichtsplattform für die Besucher. Vor dort überblickt der Besucher große Teile des Wasserstraßenkreuzes und die Aktivitäten in der Schleuse lassen sich gut beobachten.

Ich hatte Glück, gleichzeitig mit mir erreichte eine Schulklasse den Aussichtspunkt. Ein ortskundiger Führer erklärte fachkundig die Anlage und die Aussicht. Gleichzeitig nutzten zwei Schiffe die Schleuse, um vom Elbhafen Magdeburg in den Mittellandkanal zu gelangen. Dazu werden die Binnenschiffe um bis zu 18m angehoben,  um auf das Niveau des Kanals zu gelangen.

Anschließend besuchte ich das historische Schiffshebewerk Rothensee. Dieser Aufzug für Binnenschiffe entstand bereits beim Bau des Mittellandkanals 1938. Durch die neue Schleuse verlor das Bauwerk die Bedeutung. Nach einigen Wirren um die geplante Stilllegung des Hebewerkes übernahm die Stadt Magdeburg das technische Denkmal, dass in betriebsbereiten Zustand noch von Sportbooten und kleinen Fahrgastschiffen genutzt wird.

Derzeit ist geplant ein Besucherzentrum am Hebewerk zu errichten, leider diskutieren die Politiker noch über die Kosten. Aus meiner Sicht sollte man eine Lösung finden, denn was in Niederfinow und Waltrop klappt, sollte auch in Magdeburg möglich sein. Beide Hebewerke wurden durch die Erschließung für Besichtigungen zu Publikumsmagneten.

Leider ist die Anlage mit der alten Technik derzeit nur schlecht von der Straße aus zu sehen. Eine Besichtigung war nicht möglich. So endete mein erster Besuchsteil mit einer Mittagspause im Wohnmobil.

Die Kanalbrücke über die Elbe

Später machte ich mich auf den Weg, die Kanalbrücke über die Elbe zu besichtigen. Leider spielte das Wetter nicht mit. Ein Regengebiet zog heran. So verzichtete ich auf den geplanten Fußmarsch und fuhr mit dem Wohnmobil zur Brücke. Dazu war ein kleiner Umweg erforderlich, denn nur über die A2 gelangt man an das andere Ufer der Elbe und an den Anfang der Trogbrücke.

Die erste Planung einer Brücke über die Elbe erfolgte bereits beim Bau des Mittellandkanals. 1932. begann man mit dem Bau. Durch die Kriegswirren kam es zur Einstellung der Bauarbeiten. Bis zur Wende waren die begonnene Pfeiler und Brückenhäupter von der damaligen Transitautobahn gut zun sehen.

Die Schiffe in Fahrtrichtung Berlin mussten die ganzen Jahre ein Stück über die Elbe fahren, bevor es auf dem Elbe-Havel-Kanal weiterging. Oft erschwerte der wechselnde Wasserstand der Elbe die Fahrt der immer größer werdenden Schiffe.

Nach der Wende begannen die Arbeiten, die Elbe mit einer modernen Trogbrücke zu erreichten. Seit 2003 fahren die Binnenschiffe wie ursprünglich geplant über die Elbe.

Die Brücke ist auf beiden Seiten für Fußgänger und Radfahrer nutzbar. Ebenso ist es möglich, an das Elbufer hinab zu gehen.

Obwohl sich der Himmel weiter zuzog, hatte ich noch nicht genug von der Binnenschifffahrt. Weiter ging es zur Schleuse Hohenwarte. Dort endet ganz offiziell der Mittellandkanal und es geht 19m abwärts zum Beginn des Elbe-Havel-Kanals, der die Schiffe weiter in Richtung Berlin bringt.

Die große Doppelschleuse ist ebenfalls gut zu besichtigen. Von der Absperrung direkt am Obertor blickt man fast 20m in die Tiefe auf die Schiffe, bevor das Wasser in die Kammer strömt und der langsame Aufstieg beginnt. Eine Schleuse mit diesem Höhenunterschied in einer Stufe kannte ich bisher nicht.

Leider unterbrach einsetzender Regen meinen Besuch an der Großschleuse. Zum Übernachten fuhr ich zurück zum Großparkplatz an der Schleuse Rothensee. Nach Sonnenuntegang gelangen mir noch einige Aufnahmen vom nächtlichen Betrieb der Schleuse.

Mit einem ruhigen Abend an der Schleuse und einer erneuten Niederlage des ruhmreichen 1. FC Nürnberg endete dieser Tag.

Der Besuch des Wasserstraßenkreuzes empfand ich sehr interessant. Alle wichtigen Punkte sind ausgeschildert und mit Infotafeln versehen. Durch den ständigen Schiffsverkehr ist immer für Abwechslung gesorgt. Wer mehr über die Schiffskreuzung erfahren möchte, auf dieser Webseite gibt es viele weitere Informationen.

Entgegen meiner bisherigen Gewohnheit kommt der Parkplatz für Freisteher in meine Stellplatzbeschreibungen, da ich davon ausgehe, dass meine kleine Webseite nicht zu einer Überlastung des Parkplatzes führen wird.

Bewerte den Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.