Bezahlen in Frankreich, was ist die Carte Bleue?

In vielen Berichten von Frankreichurlaubern liest man immer wieder von Zahlungsschwierigkeiten, wenn es um Kartenzahlung geht. Oft wird die Carte Bleue gefordert. Leider gibt es in Deutschland diese Karte nicht. Dies ist ein weit verbreiteter Irrtum. Viele Deutsche haben eine solche Karte, nur wissen sie es nicht!

Automaten auf den Stellplätzen

Viele Frankreichurlauber kennen das Bild. Auf dem Stellplatz gibt es nur einen Automaten, der kein Bargeld annimmt. Ratlos steht der Besucher davor. Eine Carte Bleu soll eingeschoben werden. Der Griff wandert zum Portemonnaie und die Probiererei geht los.

Auf unserer letzten Tour in die Normandie erlebten wir es immer wieder. Sogar das Frischwasser für einen Euro gab es nur gegen Kartenzahlung. Mit diesen Maßnahmen reduzieren die Orte den Aufwand der Stellplatzbetreiber, denn die Leerung des Automaten entfällt.

Um die richtige Karte zum Bezahlen auswählen zu können, müssen wir etwas in die Geschichte des Plastikgeldes schauen. Unser Nachbarland gehörte zu den ersten Ländern, die die Kartenzahlung salonfähig machten. Mehrere französische Banken taten sich zusammen und führten die Carte Bleue ein. Später entwickelte sich aus diesen Anfängen die heute weltweit bekannte VisaCard. Damit konnten dann die Franzosen dann auch im Ausland mit ihrer Karte zahlen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die deutsche Girocard, umgangssprachlich noch EC-Karte genannt, in Frankreich nicht überall funktioniert. Es wird derzeit angestrebt, dass die Karte wirklich europaweit akzeptiert wird. Weitestgehend umgesetzt ist dies bei den überall zu findenden Geldautomaten. Ich gehe davon aus, dass noch eine Weile dauern wird, bis der letzte Stellplatzautomat unser Plastikgeld annimmt.

Unsere Erfahrungen in Frankreich

Während unserer Reisen durch Frankreich füllten wir an vielen Automaten unsere Geldbörse mit der Ec-karte auf. In den Supermärkten dagegen scheiterten wir einige Male. Die Maschinen in Frankreich nahmen die Karte nicht. Zum Glück verfügen wir über eine Mastercard Kreditkarte, die überall sofort funktionierte.

Diese Kreditkarte entwickelte sich während unserer letzten Tour zu unserem Universalzahlungsmittel. Nie hatten wir ein Problem, immer wurde die Mastercard akzeptiert. Nur einmal benötigten wir zusätzlich die Geheimzahl.

Sehr vorteilhaft erwies sich die Karte beim Bezahlen der Autobahngebühr. Während die meisten Einheimischen die Télépéage-Spuren nutzten, warteten viele andere Fahrzeuge vor der manuellen Kasse. Die Spuren für Bankkartenzahlung am Automaten waren fast immer frei und wir konnten ohne nennenswerte Wartezeiten unser Geld los werden. An einigen Zahlstellen ist jedoch Vorsicht geboten, denn dort war die Spur für Automatenzahlung höhenbeschränkt.

Zum Schluss habe ich noch zwei kleine Tipps zur Bedienung der stummen Kassierer auf den Stellplätzen. Fast immer gab es die Möglichkeit, den Automaten auf die deutsche Sprache umzustellen. Dies erleichterte die Bedienung, denn die Blechkisten legen auf eine richtige Bedienung wert. Gegen Ende des Vorgangs kam die frage nach einem Beleg. Hier sollte man immer „Ja mit Beleg“ wählen, denn einmal erhielten wir keinen Parkschein, sondern nur unseren Zahlungsbeleg.

Witzig fand ich die auf den Urlaub folgende Kreditkartenabrechnung. So viele Buchungen standen noch nie auf der Buchungsliste. Der niedrigste Betrag lag bei 0,79€ für Frischwasser auf dem Stellplatz.

Das Tanken an unbesetzten Supermarkttankstellen konnten wir nicht testen, da bei unseren Besuchen immer die Kasse besetzt war. Nehmen die Tankstellen immer noch nur die Kundenkarte der Supermarktkette? Klappt mittlerweile die Kreditkartenzahlung? Vielleicht kann ein Leser den aktuellen Stand dazu ergänzen?

 

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