Das Smartphone im Wohnmobil: Landkarten und Navigation

Mittlerweile gehört ein Smartphone zur Standardausstattung auf Reisen. So ist bei uns immer ein iPhone mit unterwegs. Im Laufe der letzten Jahre entwickelte sich der Minicomputer immer mehr zu unserem Bordcomputer und Navigationsgerät. Wir nutzen das iPhone zur Navigation, zur Orientierung vor Ort und als universelle Informationsquelle. Dabei spielt das Gerät eine untergeordnete Rolle. Es sind die Apps, die uns während einer Reise unterstützen. 

Die Navigation

In unbekannten Gegenden spielt die Navigation eine Hauptrolle. Früher lag bei uns immer eine Karte auf den Knien der Beifahrerin. Heute ist dies nur selten der Fall. Die Aufgabe, uns an das Ziel zu führen, hat das iPhone übernommen. Allerdings verzichten wir nicht ganz auf Karten. Insbesondere zur groben Orientierung ist es hilfreich, auf eine Karte zu blicken. Damit verhindern wir, völlig in die Irre geleitet zu werden.

Bisher passierte es uns erst einmal, dass wir nach den ersten Kilometern einer Tagesetappe misstrauisch wurden. Eine Überprüfung der Route ergab, dass es zwei Orte mit gleichem Namen gab und wir das falsche Ziel eingeben hatten.

Seit einiger Zeit nutzen wir zwei Apps zur Navigation. Die Arbeit teilen sich Navigon und TomTom Go. Beide Apps brachten uns immer zuverlässig an das Ziel. Immer wenn uns die Streckenauswahl mit Alternativen wichtig ist, kommt Navigon zum Einsatz, während TomTom uns hilft, Staus rechtzeitig zu erkennen.

Navigon

Die Navigon App verfügt nach meiner Ansicht über die bessere Bedienung und kennt viele interessante Punkte. Die Routenplanung zeigt sehr übersichtlich Alternativstrecken während der Routenplanung an. Allerdings wird das Tool immer umfangreicher. Darunter leidet die Übersichtlichkeit.

Der Hauptnachteil von Navigon ist es aus unserer Erfahrung, dass die Routenberechnung manchmal zu unsinnigen Optimierungen neigt. So kann es passieren, dass die  Hauptstraße für 200m verlassen wird, um eine kleine Abkürzung zu wählen. Ein für uns negatives Beispiel war die Anfahrt zu Stirling Castle in Schottland. Um zwei Kilometer zu sparen, führte uns das Navi zu früh von der Hauptstraße auf eine Nebenstraße. Die Folge war es, dass wir über eine sehr enge Straße mit zwei heftigen Kehren auf den Berg gelangten, während die breit Hauptzufahrt auch für Reisebusse gut anfahrbar war.

Ebenso trauen wir den Verkehrsvorhersagen nicht mehr. Uns wurde mitten in einer sehr ländlichen Region in Deutschland ein großer Stau mit 1Std. Verzögerung angezeigt. Vor Ort fanden wir nur eine Ampelkreuzung ohne jede Wartezeit vor.

Die Anschaffung ist teuer, einmalig werden meist 79€ für die Europaversion verlangt. Wer die Preise beobachtet, kann an einigen Tagen ein Schnäppchen machen, ich habe die App schon für 49€ im Angebot gesehen.

Aktualisierung:

Meine Ansicht zu dieser App änderte sich auf unseren letzten Touren erheblich. Das Programm wurde wieder einmal umfangreicher, aber nicht besser. Mittlerweile ist es mir zu unübersichtlich.

Die vorgeschlagenen Routen konnten wir manchmal nicht nachvollziehen. So schickte uns das Programm in Frankreich auf kleinere Landstraßen, obwohl eine gut ausgebaute Nationalstraße nur einen Umweg von zwei Kilometern bedeutete.

So flog die App mittlerweile von meinem Smartphone und wird nicht mehr weitergenutzt. Schade!

Tomtom Go

Diese beiden Punkte finden wir bei TomTom Go besser gelöst. Insbesondere die Stauvorhersagen sind sehr zuverlässig. Leider reicht die App nach der Umstellung auf TomTom Go noch nicht an den Funktionsumfang des Vorgängers heran.  Durch regelmäßige Updates erfolgen jedoch laufende Verbesserungen. So ist z.B. die von mir sehr geschätzte Anzeige von Alternativrouten wieder nutzbar.  Die Kartendarstellung bleibt aus meiner Sicht hinter der Navigon-App  zurück.

Gut für Einsteiger ist es, dass das Programm über 70km kostenlos getestet werden kann. So kauft bleiben Überraschungen nach dem Kauf aus. Etwas umständlich ist es, dass die Registrierung über ein extra Konto erforderlich ist, um das Tool nach Ablauf der Testzeit nutzen zu können.

Sehr gut funktioniert die Live-Stauanzeige. Dies Feature führte dazu, dass bei uns TomTom auch auf bekannten Strecken mitläuft und uns mit aktuellen Infos versorgt.

Tomtom setzt auf das Abomodell. So kostet ein Jahr navigieren in Europa zur Zeit 19,90€. Das Herunterladen der App ist gratis. Die Umstellung verärgerte viele Nutzer, denn vorher gab es ein Angebot für lebenslange Kartenupdates.

Der Tipp für Sparsame und Gelegenheitsnutzer

Wer die Navigationsapps nur selten nutzt, scheut die hohen Kosten für die Anschaffung. Dennoch kann das Smartphone brauchbar für die Navigation genutzt werden. Google Maps und die Apple Karten App verfügen mittlerweile über ganz brauchbare Navigationsfunktionen. Allerdings wird eine Onlineverbindung benötigt.  Ich nutze diese Apps, um in bekannten Gebieten schnell eine mir nicht bekannte Straße oder Firma zu finden. Schnell ein Hey, Siri, bringe mich zur Hinterhofstraße in Hamsterstadt und schon übernimmt die Kartenapp die Führung.

Mittlerweile bin ich sicher, dass die Angebote der großen Softwareschmieden irgendwann die Naviapps vom Markt weitgehend verdrängen werden.

Landkarten und topografische Karten

Sobald wir an einem Zielort angekommen sind, endet die Arbeit der Navigationsprogramme. Zum Wandern und für Stadtbesichtigungen nutzen wir Karten von OpenStreetMap. Diese von engagierten Usern gepflegten Karten enthalten viele kleine Details. Selbst der kleinste Fußweg ist in vielen Gebieten sauber kartografiert.


Größere Karte anzeigen
Auf dem Markt gibt es viele günstige Apps, die auf diese Kartenbasis zurückgreifen. Der Funktionsumfang ist sehr unterschiedlich. Für jeden Anspruch gibt es das geeignete Programm. Wir haben uns für Pocket Earth entschieden. Zusätzlich testen wir noch OsmAnd. Bisher erfüllte auch diese App die Anforderungen.

Bereits im Vorfeld einer Reise werden die Zielgegend oder das Zielland lokal auf das Smartphone geladen, um unterwegs das Downloadvolumen zu schonen. Das Programm funktioniert auch ohne heruntergeladene Karten, benötigt dann jedoch einen Onlinezugriff auf das Netz.

Dank GPS wird immer der aktuelle Standort und die Bewegungsrichtung angezeigt. Damit wird es schwer, sich zu verlaufen. Hinzu kommen Informationen wie Nahverkehrshaltestelllen, Restaurants und Bademöglichkeiten.

Weiterhin werden die in der Nähe befindlichen Wikipediaeinträge angezeigt. Diese Funktion ist sehr hilfreich, wenn man sich unterwegs noch informieren möchte. So besteht die Möglichkeit, direkt vor einer Sehenswürdigkeit noch schnell den Wikipediaeintrag zu überfliegen.

Auf die elektronische Orientierungshilfe möchten wir nicht mehr verzichten. Uns halfen die kostenlosen Karten schon oft, um auf den rechten Weg zu gelangen. Ganz nebenbei: Alle Karten hier im Blog stammen von OpenStreetMap.

Die Serie „Das Smartphone im Wohnmobil“ wird fortgesetzt, im nächsten Artikel geht es um das Wetter und um Ebbe und Flut.

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