Nehmen wir die Fahrräder mit nach…..

Diese Frage stellt sich vor jeder Urlaubsreise. Manche Radfreunde haben die Räder immer an Bord, andere Besatzungen möchten das Gewicht sparen und entscheiden abhängig vom Reiseziel.

Im Netz finden sich immer wieder Fragen wie „Lohnt es sich, das Fahrrad mit nach Schottland zu nehmen?“ Hilfreiche Antworten gibt es selten zu lesen. Zu sehr beeinflussen persönliche Vorlieben die Entscheidung. Der Amateursportler wird die Drahtesel immer auf den Träger schnallen, während der Strandurlauber gern auf die Räder verzichten wird.

Bei uns kommen die Räder meist mit. Nur im Winter lassen wir die Zweiräder im Keller. Wir fahren ungern mit kalten Fingern. Ebenso möchten wir die teueren Teile nicht zu oft dem Salznebel auf den Straßen aussetzen.

Radfahren in der BretagneIn der warmen Jahreszeit gab es bisher nur eine Reise, bei der sich die Räder als überflüssig erwiesen. In unserem Spanienurlaub kamen die Stahlrösser nicht zum Einsatz, da uns unsere orthopädischen Probleme keine langen Fahrten erlaubten. Auf allen anderen Reisen verhalfen uns unsere Räder zu schönen Erlebnissen. Wir lieben es, Stadt und Land vom Sattel aus zu erleben.

Ein Radler erlebt die Menschen und Landschaften einfach hautnaher und direkter. Es sind die vielen Kleinigkeiten, die bei der langsameren Fortbewegung den Reiz ausmachen.

Natürlich erlebten wir auch Überraschungen. So entwickelte sich die Strecke vom Campingplatz bis Lands End (Cornwall) für uns untrainierte Gelegenheitsradler zu Bergetappen der Tour de France. Die zu überwindenden Höhenunterschiede hatten wir unterschätzt.

Ebenso scheiterten wir in Linton (England). Das Gefälle des kleinen Weges überstieg 20%. Das war uns zuviel. Wir parkten unsere Räder in der Nähe der friedlich grasenden Schlafe und   parkten setzten den Ausflug zu Fuß fort. Jetzt verstanden wir die Blicke der Engländer auf dem Stellplatz, als wir uns auf den Weg machten. 

Wesentlich entspannter verliefen unsere Touren am Götakanal  und in der Bretagne. Dagegen zeigten uns die Radler in Oslo, was Tempo auf den Radwegen ist.Dort fuhren Angestellte im Anzug sehr zügig auf zweispurigen Radwegen.

Neben den Radtouren helfen uns die Räder bei kleinen Einkäufen oder bei Fahrten zum abendlichen Bummel an der Promenade. Die Fahrräder ersparten dem Wohnmobil viele Kurzstrecken.

Eine kurze Zusammenfassung unserer Erfahrungen nach Ländern sortiert

Deutschland gute Möglichkeiten für Radtouren an vielen Orten. Gute Radwege
Dänemark gute Einsatzmöglichkeiten, viele Radwege, leider herrscht meist Gegenwind
England enge Straßen, außerhalb von Orten kaum Radwege, in Cornwall ein stetiger Wechsel zwischen Gefällestrecken und kurzen, heftigen Steigungen.
Frankreich Radtauglichkeit sehr von der Gegend abhängig, teilweise gute Radwege. In der Bretagne enge Straßen meist ohne Radwege
Italien Radtauglichkeit sehr von der Gegend abhängig, Chinque Terre ein spektakulärer Radweg durch einen alten Eisenbahntunnel
Norwegen Im Gebirge nur für Experten geeignet, in den Orten gute Radwege, in Oslo sind Räder ein viel benutztes Verkehrsmittel auf schönen Radwegen.
Schweden Gut auch für längere Radtourenngeeignet, In Orten gutes Radwegenetz, auf dem Land teilweise extra Wege für Radler

Zusammenfassend gehören für uns die Drahtesel fest zum Reisen mit dem Wohnmobil. Dafür verzichten wir lieber auf andere Dinge, wenn es gewichtsmäßig eng werden sollte.Es gilt wieder einmal der alte Satz:“Mithaben ist besser als brauchen. Wenn die Räder dabei sind, kommt die Idee zur Nutzung von ganz allein. 

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