Gemietete Wohnmobile, einige Tipps für Mieter

Der Urlaub mit dem Wohnmobil liegt im Trend. So mieten jedes Jahr mehr Familien ein Wohnmobil für den Sommerurlaub. Nach einer schnellen Übergabe beim Vermieter geht es auf Tour.

Dieser kleine Artikel beschäftigt sich mit vielen Dingen rund um den Urlaub mit dem Wohnmobil. Die Tipps basieren auf unseren Erfahrungen mit gemieteten und eigenen Fahrzeugen.

Vor der Reise kommt das große Packen

Nach der Abholung vom Vermieter kommt das große Packen. Viele Dinge liegen bereit und wollen verstaut werden. Neben den üblichen Dingen für einen Campingurlaub gibt es einige Dinge, die zusätzlich  eingeladen werden sollten.

Oft legt der Vermieter bereits das Zubehör ins Fahrzeug. Die unten aufgeführten Dinge sollten auf jeden Fall mitreisen um das Wohnmobilleben nzuerleichtern.

  • ein sauberer Wasserschlauch mit den bekannten Steckkupplungen
  • ein ca. 20m langes Verlängerungskabel für den Stromanschluss
  • ein Paar einfache Arbeitshandschuhe für die Entsorgung
  • einige Spanngurte zum Befestigen von Rädern und Campingmöbeln

Bereits im Vorhinein darf das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs nicht aus dem Augen verloren werden. Üblicherweise sind die Vermietfahrzeuge für 3,5to zugelassen. Bei dieser Fahrzeugklasse stehen dann maximal 350kg bis 400kg Zuladung zur Verfügung. Bei 4 Personen bleibt da nicht viel für Gepäck übrig. Das Überschreiten der Gewichtsgrenzen kann in einigen Ländern sehr teuer werden.

Eine kleine Falle für Neulinge beinhaltet der Fahrradträger am Heck. Die Tragfähigkeit der Anbauträger liegt in der Regel zwischen 35kg und 45kg. Leider wiegen Fahrräder oft 15kg, sofern es sich nicht um Sporträder handelt. So ist es unmöglich, die vier Tragschienen auszunutzen, ohne den Träger zu überlasten.

Endlich geht es los, das Fahren mit dem Dickschiff

Endlich kann die Fahrt losgehen. Für viele Fahrer ist es das erste Mal, ein Fahrzeug mit so großen Aussenmassen zu bewegen. Im Prinzip ist es kein Hexenwerk, die Gewöhnung erfolgt schnell.

Dennoch gilt es zu Bedenken, dass die 3,5to nicht nur langsamer beschleunigen. Auch der Bremsweg ist wesentlich länger. Die geltenden Verkehrsregeln sind einfach, da für Wohnmobiler bis 3,5to die PKW-Regeln gelten. Dennoch sollte der Fahrer nicht gleich versuchen, die Höchstgeschwindigkeit zu testen.

Eine besondere Rolle spielt der Wind. Schließlich haben Wohnmobile den Cw-Wert eines Kleiderschrankes. Da kann es schon vorkommen, dass beim Überholen eines LKW oder bei einer starken Windböe Korrekturen erforderlich sind.

Das Fahren mit dem gemieteteWohnmobil ist  im Vergleich mit dem PKWetwas anstrengender und die Reisegeschwindigkeit ist geringer. Daher sollten die Tagesetappen nicht zu lang geplant werden. Ganz entspannt sind 400km pro Tag zu bewältigen. Ab 600km wird es für uns anstrengend und ermüdend.

Bei der Routenplanung empfehle ich Einsteigern, die ganz engen Straßen zu vermeiden. Zu oft konnten wir Besatzungen beobachten, die uns entnervt an engen Stellen begegneten. So kann ich z.B. keinem Neuling empfehlen, gleich die erste Reise nach England zu unternehmen. Ebenso würde ich von den kleinsten Nebenstrassen in Fjordnorwegen abraten.

Die Wohnmobiltechnik ist kein Hexenwerk

Das Wasser

Die handelsüblichen Mietfahrzeuge verfügen in der Regel über einen ca. 100l fassenden Frischwassertank. Für das Abwasser ist ein ähnlich großer Behälter vorhanden.

Es empfiehlt sich, darauf zu achten, dass die Tanks auf längeren Fahrstrecken nicht voll gefüllt sind. Dies Vorgehen spart Treibstoff und verringert das Gesamtgewicht. Vor Ort am Ziel kann dann voll getankt werden. 

Zum Frischhalten sind keine besonderen Vorkehrungen erforderlich, wenn bereits beim Befüllen darauf geachtet wird, nur sauberes Wasser zu tanken. Dennoch sollte das Wasser aus dem Wohnmobiltank nicht zum Trinken verwendet werden. Wir verwenden das Wasser nur zur täglichen Hygenie und zum Kochen. Unser Wasser zum Trinken kaufen wir in Flaschen vor Ort.

Irgendwann ist der Abwassertank voll. An Entsorgungsstationen ist es kein Problem, das Grauwasser zu beseitigen. Auf keinem Fall darf das Wasser irgendwo in die Landschaft entsorgt werden. Selbst die Abwassereinläufe an den Straßen dürfen nicht benutzt werden, denn nicht überall führen Regenwassereinläufe zur Kläranlage.

Noch verschärft gilt dies für die WC-Kassette. In der Regel werden üble Gerüche mit einer speziellen Chemie verhindert. Daher gibt es an Stell- und Campingplätzen besondere Entleerungsmöglichkeiten für das WC.

Da die Ver- und Entsorgungsanlagen nicht immer sauber sind, ist es zweckmäßig immer ein Paar einfache Arbeitshandschuhefür die Entsorgung  mitzuführen. Weiterhin gilt es, nicht den Frischwasseranschluss in der Nähe der WC-Entleerung zu nutzen, da dieser Anschluss immer wieder zum Spülen der Kassette benutzt wird.

Wärme aus der Flasche: Die Gasanlage

In der Regel erhält der Mieter das Fahrzeug mir einer gefüllten 11kg Gasflasche. Der Gasvorrat reicht für einen Sommerurlaub im sonnigen Süden aus. Dagegen verbrauchten wir im Mai in Norwegen eine Flasche pro Woche. Hauptverbraucher ist die Heizung. So bestimmen die Außentemperaturen den Gasverbrauch.

Leider kochen die verschiedenen Reiseländer alle ihre eigene Suppe, wenn es um die Anschlüsse der Gasflaschen geht. Die bei uns bekannten Flaschen sind im Ausland kaum zu bekommen. Daher gilt es, bereits vor dem Start den Verbrauch abzuschätzen.

Bei der Fahrzeugübergabe gilt es, die Ausstattung der Gasanlage zu hinterfragen. Bei der einfachen Ausstattung des Mietmobils ohne Crashsensor muß die Gasflasche bei der Fahrt immer geschlossen sein. Damit entfällt die Heizmöglichkeit während der Fahrt.

Strom, ein unverzichtbares Gut

Heutzutage reisen viele Dinge mit, die ab und zu eine neue Akkuladung benötigen. So wird die Stromversorgung an Bord immer wichtiger. 

So ist es wichtig, dass die Bordbatterien immer genug Ladung bereitstellen können. Das bedeutet, dass ab und zu, je nach Nutzung, ein Anschluss an den Landstrom erforderlich ist. Die heutigen Lichtmaschinen der Fahrzeuge laden die Bordbatterie nur in engen Grenzen.

Für die Radiohörer unter den Mietern ist es wichtig zu wissen, dass das Radio im Regelfall von der Fahrzeugbatterie versorgt wird. So kann langes Radiohören die Starterbatterie leeren. Gleiches gilt für die Steckdose im Führerhaus.

Markisen, die windempfindlichen Schattenspender

Die meisten Mietmobile sind mit einer schönen großen Markise ausgerüstet. Insbesondere im Süden geniessen Urlauber den Komfort.

Um dem auskurbelbaren Sonnenschutz vor Schäden zu bewahren, ist es ratsam, die Markise immer einzufahren, sobald das Wohnmobil allein zurück bleibt. Anderenfalls können Windböen oder ein Sommergewitter schnell einen großen Schaden anrichten. Die mitgelieferten Heringe reichen nicht, um die Markise bei Wind zu stabilisieren.

Übernachten

Gerade Mieter von Wohnmobilen kalkulieren kaum Übernachtungskosten ein. Wir stehen frei, lautet die Devise. Leider geht dieser ‚plan manchmal nicht auf. In manchen Ländern ist es sogar verboten, irgendwo im Fahrzeug zu übernachten.

An anderen Stellen verhindern Höhenbegrenzungen oder Parkverbote die Zufahrt zu möglichen Übernachtungsplätzen. So bleiben oft nur Stell- oder Campingplätze zum Übernachten

Wir nutzen gerade im Urlaub gern einen schönen Campingplatz und genießen den dortigen Komfort. Schließlich wollen wir entspannen und nicht in irgendwelchen Industriegebieten übernachten.

Wir nutzen gerade im Urlaub gern einen schönen Campingplatz und genießen den dortigen Komfort. Schließlich wollen wir entspannen und nicht in irgendwelchen Industriegebieten übernachten.

Wir nutzen gerade im Urlaub gern einen schönen Campingplatz und genießen den dortigen Komfort. Schließlich wollen wir entspannen und nicht in irgendwelchen Industriegebieten übernachten.

So ist es zweckmäßig, lieber ein paar Euros mehr für Übernachtungen einzuplanen. Dafür spart die Besatzung öfter die manchmal nervige Suche nach einem Stellplatz.

Überfälle, wie ist es mit der Sicherheit?

Zu diesem viel diskutierten Thema gibt es auf diesen Seiten bereits viel Lesestoff. So kann ich mich an dieser Stelle kurz fassen. Der Rat ist einfach: Auf das Bauchgefühl hören und die Umgebung kritisch ansehen, ehe man irgendwo das Fahrzeug abstellt.

Noch Fragen oder Schwierigkeiten?

Manchmal treten unterwegs kleine Problemchen auf oder die Technik möchte nicht wie sie soll. Hilfe ist meist nah. Die Wohnmobilreisenden sind meist hilfsbereit. Kaum eine Besatzung wird die Unterstützung von Neulingen ablehnen. Einfach mal fragen gehen, dann findet der Urlauber bestimmt Unterstützung. 

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