Kompressor oder Absorber? Der richtige Kühlschrank im Wohnmobil

letzte Änderung 07/08/2021

Beim Kauf eines Wohnmobils gibt es sehr viele Dinge zu bedenken. Oft wird dabei dem Kühlschrank wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Insbesondere Einsteiger unterschätzen die weitreichenden Auswirkungen der Entscheidung.

Auf dem Markt gibt es zwei sehr verschiedene Kühlschrankarten. Der Hauptunterschied liegt in der Kälteerzeugung. Da die Techniken komplex sind, beschränke ich mich hier auf eine ganz grobe Erklärung der Funktionsweise. Für technisch Interessierte empfehle ich die Erklärung in Wikipedia.

Der Absorberkühlschrank

Die Absorbertechnik ist schon lange im Campingbereich verbreitet. Obwohl es merkwürdig klingt, dient eine Wärmequelle zur Erzeugung der Kälte im Kühlschrank. Dank dieser Technik sind alle im Mobil verfügbaren Energiearten zur Kühlung nutzbar. Im Gasbetrieb sorgt ein kleiner Brenner für die erforderliche Wärme. Bei 12V und 220V Betrieb sorgt eine Heizpatrone für die erforderlichen Temperaturen.

Je nach Ausstattung des Kühlers erfolgt die Umschaltung der Energiequelle im Handbetrieb oder durch eine Automatik. Vorrangig ist die Versorgung mit 230V. Ist die Netzspannung nicht vorhanden, wird nur bei laufendem Motor auf 12V umgeschaltet. erst wenn keine der Stromquellen verfügbar ist, erfolgt die Umschaltung auf Gas

Der Kompressorkühlschrank

Das Kühlprinzip entspricht dem Kühlschrank in der heimischen Küche. Zur Kälteerzeugung dient ein elektrisch angetriebener Kompressor. Im Wohnmobil erfolgt der Betrieb meist über das 12V Bordnetz. Durch die Kompressortechnik ist der Betrieb. mit Gas nicht möglich.

Die Vor-und Nachteile der Systeme

Das Betriebsgeräusch

Ein wichtiger Punkt sind die Betriebsgeräusche. Während der Kühlschrank in der heimischen Küche kaum zu hören ist, ändert sich die Sichtweise, wenn das Bett neben dem Kühlaggregat steht.

Während die Wärmeerzeugung beim Absorber fast völlig geräuschlos erfolgt, ist das Betriebsgeräusch des Kompressors in ruhiger Umgebung durchaus hörbar. Hinzu kommt, dass der Temperaturfühler das Kühlaggregat immer wieder ein- bzw. ausschaltet.

Empfindliche Wohnmobilisten mit einem leichten Schlaf können die Geräusche als störend empfinden. Dabei spielt natürlich der Einbauort von Kühlschrank und Schlafplatz eine Rolle.

Der Energieversorgung

Der zweite Punkt, bei dem der Kompressorkühlschrank aus meiner Sicht schlecht abschneidet, ist die Energieversorgung. Da die Bordbatterie den Kühlschrank versorgt, kann dies beim Freistehen ohne Netzanschluss zu Einschränkungen führen. Der Stromhunger des Kompressors ist nicht unerheblich. Mit der serienmäßigen Batterieausstattung wird es bei vielen Fahrzeugen bereits nach zwei Tagen ohne Ladung eng.

Natürlich kann im Sommer eine Solarzelle auf dem Dach und eine größere Batterie diesen Nachteil beseitigen und die nötige Energie bereitstellen.

Da der Absorberkühlschrank beim Freistehen nur mit Gasbetrieb funktioniert, ist die Energieversorgung kein Thema. Der Gasverbrauch hält sich sehr in Grenzen. Mit einer 11kg-Flasche ist selbst ein längerer Urlaub kein Problem.

Die Kühlleistung

Jetzt kommt endlich der Punkt, bei dem der Kompressorkühlschrank seine Stärken ausspielen kann. Die Kühlleistung entspricht dem aus dem Haushalt bekannten Komfort. Auch ein großes Gefrierfach mit wirklich Tiefkühltemperaturen sind möglich.

Der Absorberkühlschrank schafft es nur, den Innenraum um ca. 10° bis 15° verglichen mit der Außentemperatur abzukühlen. Mehr ist bauartbedingt nicht möglich. In den Tiefkühlfächern ist es möglich, eingefrorene Waren ein paar Tage bei Minustemperaturen zu lagern. Auf das Einfrieren von frischen Lebensmitteln sollte besser verzichtet werden.

Die Entscheidung

Die Auswahl hängt von den Reisegewohnheiten, von der Wohnmobilgröße und der technischen Ausstattung ab. Während für ein großes Mobil mit großer Batterie und Solarzellen auf dem Dach der Kompressor die erste Wahl ist, wird der Freisteher mit dem Kastenwagen eher zum Absorber greifen.

Die Entscheidung kann nur die jeweilige Besatzung fällen, da das Zusammenspiel von Reisegewohnheiten und Fahrzeugtechnik maßgeblich die Auswahl beeinflusst.

Unsere Erfahrungen

In unseren Wohnmobilen tat immer ein Kompressorkühlschrank seinen Dienst. Besonderen Wert auf diese Technik legten wir bei der Anschaffung unseres Pössl, da sich das Kopfteil eines Schlafplatzes direkt neben dem Kühlschrank befindet.

Vor Reisebeginn stellen wir unseren Absorber auf Gasbetrieb und kümmern uns dann nicht weiter um das Aggregat. Manchmal passiert es uns sogar, dass wir das Abschalten am Urlaubende vergessen. Der Gasverbrauch ist gering und fällt neben Warmwasser und Heizung kaum ins Gewicht.

Die schlechtere Kühlleistung können wir verschmerzen, da wir selten in sehr warmen Ländern unterwegs sind. Bisher schafften unsere Kühlschränke es immer, mich mit kaltem Bier zu versorgen. Dies klappte sogar bei 35°C in Kroatien.

Welche Erfahrungen hast Du mit Kühlschränken im Wohnmobil gemacht?

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