Heizen während der Fahrt, Einbau der Duocontrol CS

Die Gasversorgung ist ein wichtiger Bestandteil eines Wohnmobils, da wir oft in kühleren Regionen unterwegs sind und nicht frieren möchten. Bisher kamen wir gut mit einem einfachen Regler an der Betriebsflasche aus. Mit dem Kastenwagen änderte sich dies. Eine bessere Lösung musste her.

Die Serienausstattung und die Gesetze

Wie unser vorheriges Mobil, so verfügte der Pössl ebenfalls über einen einfachen Regler zum Anschluss einer Gasflasche. Auf unserer Winter-Tour bemerkten wir schnell, dass wir etwas ändern müssen. Die Gesetze und Technischen Regeln erschwerten uns das Leben.

Unser Akloven fiel unter den Bestandsschutz, wir durften ohne große Sicherheitstechnik die Gasanlage während der Fahrt betreiben. So war es uns möglich, unterwegs die Heizung in Betrieb zu lassen. Bei Fahrzeugen, die nach dem 31.12.2006 gebaut wurden, ist dies Vorgehen nicht mehr zulässig. Ein Crashsensor soll verhindern, dass es bei einem Unfall zu einem unkontrollierten Gasaustritt kommt.

Hinzu kam, dass der Gaskasten unseres Pössl nur über die Hecktür zugänglich ist. Schnell nervte uns die ewige Dreherei an den Gasflaschen. An eine leere Flasche in einer Frostnacht möchte ich garnicht denken. Beim Alkovenfahrzeug kroch ich zwar widerwillig aus dem Bett und ging meist nur locker bekleidet zum Gaskasten und wechselte die Flasche. Anschließend wartete wieder mein warmes Bett auf mich. Beim Kastenwagen klappte dies nicht mehr. Um an den Gaskasten zu kommen, müssen beide Hecktüren geöffnet werden. Vorbei ist es mit dem warmen Bett nach der Aktion.

Die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten

Nach der ersten Winterreise begann ich, eine bessere Lösung zu suchen. Schnell wurde mir klar, dass der Umbau zu einem großen Loch in der Brieftasche führen wird. Am Markt fand ich nur zwei Systeme, die die Forderungen des Regelwerkes erfüllten. Zur Auswahl standen zwei Lösungen mit unterschiedlicher Technik.

Truma setzt mit der Duocontrol CS auf ein rein mechanisches System. Im Inneren des Crashsensors verschließt eine Kugel  bei starken Erschütterungen und bei Schieflage die Gaszufuhr.

Ganz andere Wege beschreitet das Mltimatik CPU System. Außerhalb des Gaskastens wird eine Steuereinheit mit einem eletronischem Crashsensor bzw. Lagesensor installiert. Im Gefahrenfall schließt ein elektrisch angesteuertes Ventil im Gaskasten die Gaszufuhr.

Da beide Systeme für den Betrieb der Gasflaschen während der fahrt zugelassen sind, galt es eine Entscheidung zu treffen. Ich bestellte letztendlich nach einigen Überlegungen die Duocontrol CS. Die Anlage benötigt keinen aufwendigen Einbau außerhalb des Gaskastens und Kabelverlegungen sind nicht erforderlich. Ebenso entsteht kein zusätzlicher Stromverbrauch durch die Sicherheitstechnik.

Der Einbau

Im internet fand ich die Duocontrol zu einem guten Preis. Den anschließenden Umbau erledigte ich selbst, da die Gasleitungen in unserem Fahrzeug bereits serienmäßig zu diesem Regler passten. Es war nur eine Verschraubung zu erneuern. Die Arbeit kann man ganz grob mit dem Wechsel einer Mischbatterie im Bad vergleichen. Der Test mit dem Lecksuchspray verlief sofort fehlerfrei.

Zusätzlich zum Regler stand noch ein Wechsel der Verbindungsschläuche an, da nach dem Umbau Hochdruckschläuche mit einer Schlauchbruchsicherung erforderlich sind. Die Schläuche fand ich in passender Länge ebenfalls im Netz.

Anschließend ging es zur Gasprüfung bei der Dekra. Ohne Schwierigkeiten erhielt ich die Prüfplakette und die Prüfbescheinigung. Damit war mein Ziel erreicht, die Gasanlage darf jetzt während der Fahrt in Betrieb bleiben.

Die Verstopfung der Regler

Kurz nach meiner Einbauaktion las ich von verstopften Trumareglern im Internet. Seitenlange Diskussionen über die Reinheit des Gases schlossen sich an. Für mich stand nach vielem Lesen fest, dass es nur zwei Wege gibt, dem Risiko eines Reglerdefektes aus dem Weg zu gehen:

  • Rückbau auf einen der nicht so empfindlichen Standardregler und Verzicht auf den neu gewonnenen Komfort
  • Einbau von zwei Gasfiltern
Anscheinend führte ein schlechtes Gewissen im Hause Truma zu einer Sonderaktion. Die Filter gab es zu sehr günstigen Preisen überall zu kaufen. So biss ich in den sauren Apfel und kaufte und installierte die zwei Filter. Jetzt hoffe ich endlich Ruhe zu haben. Zur Sicherheit liegt der ausgebaute Einfachregler noch im Fahrzeug. Manchmal tendiere ich zu Gürtel und Hosenträger.

Unsere Erfahrungen

Währund unserer Reisen bewährte sich die Anlage. Bisher sprach der Crashsensor nur zwei mal an. Einmal davon fiel uns rückblickend kein Grund ein, einmal war eine kleine Offroad-Fahrt die Erklärung. Insgesamt vereinfachte der Umbau uns das Campingleben. Als gewöhnungsbedürftig erwies sich die Schlauchbruchsicherung. Bei den ersten Flaschenwechseln dachte ich meist nicht daran, das Sicherheitsventil zu drücken. Ebenso wichtig war die Erkenntnis, dass die Entriegelung des Crahsensors an der Duocontrol nicht einfach mit dem Finger klappt. Mittlerweile nutze ich einen kleinen Schlüssel, um den Knopf tief genug drücken zu können.
Die automatische Umschaltung der Flaschen nutze ich nicht immer. Meist drehe ich die Reserveflasche zu, um eine leere Flasche rechtzeitig zu bemerken,  Im Winter wird dies sicher anders aussehen, bei Schneeregen möchte ich nicht mehr mitten in der Nacht draußen am Gaskasten werkeln. Wie immer klappt die Gewöhnung an mehr Comfort reibungslos.

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