Sicherheit im Wohnmobil – neue Gedanken zum alten Thema

letzte Bearbeitung: 03.03.2019

Vorsicht Baustelle! Der Artikel befindet sich in der Überarbeitung!

Wieder einmal geht es um die Sicherheit im Wohnmobil. Durch den Umstieg auf unseren Pössl stellte sich die Frage nach zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen erneut.

Wir überlegten, welche zusätzliche Technik für uns sinnvoll ist. Gleichzeitig wollten wir das Fahrzeug nicht zu einem fahrenden Safe werden lassen. Unsere Schutzmaßnahmen fallen gering aus.

Unsere Risikoabschätzung

Die meiste Zeit im Jahr verbringt das Wohnmobil in einer Parkbucht vor unserem Grundstück. An dieser Stelle erlebten wir schon einen Einbruch. Ein Zufallstäter (Beschaffungskriminalität) baute mehrere Autoradios in der Siedlung aus und durchsuchte unser leeres Wohnmobil..

Für uns bedeutet dies Erlebnis, dass wir das Wohnmobil auch in den Zeiten der Nichtnutzung zusätzlich schützen müssen.

Das Knacken der Wohnmobilfahrertür wird in der Autoknackergrundschule in der ersten Stunde unterrichtet. Es genügt ein Schraubenzieher und einfache Kenntnisse der Türmechanik, um die Tür zu öffnen.

Mit einer Einbruchssicherung für das unbewohnte Fahrzeugs wird das nächste Risiko gleich mit abgedeckt. Unterwegs auf Reisen steht das Mobil oft geparkt, während wir wandern, mit den Rädern unterwegs sind oder eine Sehenswürdigkeit besuchen. Das Risiko für einen ungebetenen Besuch stufen wir  insbesondere an touristischen Hotspots und auf Supermarktparkplätzen hoch ein.

Unser Ziel war klar. Wir wollen den Bösewichten deutlich signalisieren, dass ein Einbruch bei uns nicht nach Schema F funktionieren wird. Diebe arbeiten am liebsten schnell und einfach. So hoffen wir, dass sie sich eher für andere Opfer entscheiden.


Schutz der Fahrzeugtüren

Das Ergebnis unserer Überlegungen war, wieder die bereits beim Vorgängermobil bewährten Heo-Schlösser innen an den Fahrerhaustüren zu montieren.

Die Riegel verhindern ein Öffnen der Türen über das Türschloss. Selbst nach dem Einschlagen der Seitenscheibe lässt sich die Tür nicht öffnen. Zusätzlich bauten wir ähnliche Schlösser an der Schiebetür und an den Hecktüren ein.

Der Einbau an den Türen erfordert etwas Mut, denn die Abdeckung der Remi-Verdunkelung muss angepasst werden. Ich habe den kleinen Ausschnitt mit einem Schafen Messer erledigt.

Zur Montage der Außenschlösser an Schiebe- und Hintertür kam die Bohrmaschine zum Einsatz. mit leicht feuchten Händen bohrte ich die vier kleinen Löcher in das Blech unseres Kastens. Natürlich strich ich die Stellen noch mit Rostschutz ein, bevor die Schlösser montiert wurden.

Uns ist klar, dass ein Wohnmobil nicht zu einem Hochsicherheitsraum ausgebaut werden kann. Wer unbedingt in das Fahrzeug will, wird es schaffen.  Auch unsere Zusatzschlösser können dies nicht verhindern.  Allerdings muß der Bösewicht sich anstrengen und gut klettern können, um in das Fahrzeug zu gelangen.  Meinen Selbstversuch, durch das Fenster der Schiebetür einzusteigen,  fanden meine Nachbarn sehr erheiternd.

Selbstverständlich kommt ein Bösewicht mit grober Gewalt in jedes Wohnmobil. Ein Brecheisen mit Verlängerung hilft immer. Nur klappt diese Methode nicht auf belebten Plätzen. Während bei Alarmanlagen jeder von einem Fehlalarm ausgeht, erregt ein Mensch mit Brecheisen auf einem Parkplatz immer etwas Aufsehen.

Vorsicht, Falle: Mittlerweile gibt es Kastenwagen ohne ein Schloss an der Hecktür. Der einzige Weg bei Ausfall der Zentralverriegelung führt dann durch die Fahrertür ins Fahrzeug. Wenn jetzt der Riegel das Öffnen der Tür verhindert, ist der Besitzer ausgesperrt.

Schutz während der Nacht

Für die Nachtstunden nutzen wir natürlich unsere Zusatzschlösser. Gleichzeitig verzichten wir auf weitere mechanische Sicherheitsmaßnahmen.

Jedoch sorgen wir dafür, dass im Bereich des Fahrerhauses keine Wertsachen zu finden sind. Diese Dinge räumen wir auf, bevor es in das Bett geht.

Verzicht auf eine Alarmanlage

Auf den Einbau einer Alarmanlage verzichteten wir bisher, da wir uns von den Geräten nur wenig zusätzlichen Schutz versprechen.

Ein wichtiger Aspekt dabei ist unsere mitgeführte Alarmanlage auf vier Pfoten. Sobald sich ein Fremder dem Mobil auf zwei Meter nähert, wird zu jeder Tages- und Nachtzeit zuverlässig der große Wau-Wau-Alarm ausgelöst. Unser dritter Mitfahrer Sam überwacht zuverlässig die Gegend. Sollte die Person ins Fahrzeug eindringen, erfolgt ein stürmisches Hochspringen und Lecken. An dieser Alarmstufe gibt es noch etwas Verbesserungsbedarf.

Zwei Gründe sprechen gegen den zusätzlichen elektronischen Aufpasser. Die handelsüblichen Anlagen lösen erst dann einen Alarm aus, wenn der Bösewicht bereits eine Verriegelung überwunden hat. Dann ist es bereits zu spät, denn der Dieb ist im Fahrzeug.

Das lautstarke Gehupe interessiert nach meiner Beobachtung kaum noch einen Passanten. Erst auf der letzten Reise erlebten wir, dass eine Anlage auf dem Stellplatz ansprach. „Mach deine Schei..anlage aus!“ schrie ein Mitcamper über den Platz. Eine weitere Reaktion erfolgte von keinem der Anwesenden, auch ich stieg nicht aus, um nach dem rechten zu sehen.

Weiterhin befürchte ich, selbst öfter mal einen Fehlalarm zu verursachen. Ob ich jeden Morgen daran denke, die Anlage auszuschalten, bevor ich den Kopf durch die Tür stecken darf, kann ich nicht versprechen.

Ebenso verzichten wir auf alle weiteren elektronischen Wächter oder Wegfahrsperren. Wie schon im Artikel „Sicherheit im Wohnmobil“ geschrieben, glauben wir nicht an die Überfälle mit Narkosegas. Konsequent verzichten wir auf einen Gaswarner.

Anmerkung: Die Hersteller geben bei den Gaswarnern immer an, welche Gase erkannt werden. In der Regel sieht die Aufstellung so aus: „CO, CO2, Propan, Buhtan, Narkosegas“. Mich würde jetzt interessieren, welche Narkosegase erkannt werden.

Den Einbau von zusätzlichen Wegfahrsperren und GPS-Sender halten wir für übertrieben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fahrzeugdieb ausgerechnet unseren kleinen Pössl in Kassenausstattung stehlen möchte, sind gering.

Es gibt nur eine kleine Gemeinheit, die ich zusätzlich anwende, wenn ich mal einen Parkplatz für sehr unsicher halte. Dann erfolgt ein kleiner Eingriff in die KFZ-Technik, der einen Start des Motors sicher verhindert. Mehr möchte ich hier nicht schreiben, es gibt viele einfache Möglichkeiten ein Fahrzeug stillzulegen.

Fazit

Uns ist klar, dass ein Wohnmobil nicht zu einem Hochsicherheitsraum ausgebaut werden kann. Wer unbedingt in das Fahrzeug will, wird es schaffen.  Auch unsere Zusatzschlösser können dies nicht verhindern.  Allerdings muß der Bösewicht sich anstrengen und gut klettern können, um in das Fahrzeug zu gelangen.  Meinen Selbstversuch, durch das Fenster der Schiebetür einzusteigen,  fanden meine Nachbarn sehr erheiternd.

Der Einbau der Schlösser gibt uns ein zusätzliches Sicherheitsgefühl. Wir hoffen, dass unsere Gedanken sich bewähren und wir nicht nur auf unseren Reisen vor Überraschungen halbwegs geschützt sind. Völlige Sicherheit gibt es nicht.

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2 Replies to “Sicherheit im Wohnmobil – neue Gedanken zum alten Thema”

  1. Hallöchen!
    Was eure Sicherheitsaspekte in Bezug auf Stellmöglichkeiten betrifft, stimme ich voll zu. Ich denke auch, dass wenn jemand unbedingt rein will, kommt er letztendlich auch in das Wohnmobil. Die zusätzlichen Schlösser halten den Gelegenheitsdieb aber vielleicht davon ab, zu viel Aufsehen zu erregen oder zu viel Zeit zu brauchen.
    Wir haben die HEO-System-Schlösser ebenfalls verbaut. Wenn es interessiert, wie so ein Einbau bei uns ausgesehen hat, der schaut auch gerne mal auf unserer Webseite vorbei: https://felsundwald.de/heosystem/

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