Gas im Wohnmobil, Technik für Anfänger

letzte Aktualisierung: 02.04.2019

In der kleinen Serie „Wohnmobiltechnik für Anfänger“ geht wieder einmal um Energie. Dank der Gaseinbauten müssen wir nicht frieren und verfügen über eine Kochmöglichkeit. Leider hat das Gas eine schlechten Ruf, denn es kann explodieren.

Hinweis: Auf dieser Seite beschreibe ich die Gasanlage eines Wohnmobils nach bestem Wissen. Da ich kein Gasfachmann bin, kann ich nur unverbindlich meine Erfahrungen und Kenntnisse als Benutzer schildern. Genaue Informationen erhalten Sie bei einem entsprechenden Fachbetrieb.

Die meisten Wohnmobile verfügen über einen nur von außen zugänglichen Gaskasten mit Platz für zwei 11kg-Gasflaschen. Gleichzeitig ist die Zentrale der Gasversorgung dort untergebracht.

Die Vorschriften und Technischen Regeln stellen einige Anforderungen an den Gaskasten. So muß der Kasten zum Fahrzeuginneren abgedichtet sein und eine Entlüftung bestimmter Größe besitzen. Für die Gasflaschen sind Halterungen vorhanden, um die Flaschen sicher verzurren zu können.

Der richtige Druckminderer sorgt für Komfort

Um den Druck der Gasflschen auf den Nenndruck unserer Gasgeräte zu reduzieren, ist mindestens ein Druckregler notwendig. In der einfachsten Ausführung wird der Druckregler direkt an der Gasflsche verschraubt. Achtung, der Anschluss ist mit einem Linksgewinde ausgestattet.

Bei Neu- oder Ersatzbeschaffung ist zu beachten, dass es Gasanlagen mit 30mbar und 50mbar Nenndruck gibt. In der letzten Jahren werden die meisten Campingfahrzeuge mit 30mbar Anlagen gebaut. Vorsicht, viele Gasgrills benötigen 50mbar!

Die Verbindung vom Druckregler zum Fahrzeugnetz erfolgt mittels eines Spezialschlauchs. Beide, Schlauch und Regler dürfen nicht über 10 Jahre alt sein. Mit dieser Regelung soll das Risiko von Beschädigungen und altersbedingten Undichtigkeiten gesenkt werden.

Die einfache Technik ist sehr zuverlässig, hat aber viele Nachteile. Sobald die erste Flasche verbraucht ist, muß der Druckminderer auf die Reserveflasche umgesetzt werden. Dies führte in unsrer Anfängerzeit mehrfach dazu, dass ich mitten in der Nacht das Wohnmobil verlasen mußte. Natürlich schneite oder regnete es meistens. Angenehm war es nie, das warme Bett für einen Flaschentausch zu verlassen.

Besser und viel bequemer ist es, Druckregler mit automatischer Umschaltung einzusetzen. Die Geräte erkennen, wenn eine Flasche leer ist und schalten automatisch auf die zweite Flasche um. Je nach Ausführung erfolgt bei einigen Geräten eine Anzeige im Wohnteil zur Information der Besatzung.

Heizen während der Fahrt, der Crashsensor

Leider fordern die aktuellen technischen Regeln, dass die Gasanlage an der während der Fahrt abgedreht werden muß. Damit können Kühlschrank und Heizung während der Fahrt nicht verwendet werden.

Zum Glück gibt es zwei Ausnahmen. So haben alle Besitzer älterer Fahrzeuge Glück, sofern die Erstzulassung vor dem 1.1.2007 erfolgte. In diesen Fahrzeugen darf die Gasanlage auch während der Fahrt betrieben werden.

Für alle neueren Modelle gibt es die Möglichkeit, einen Crashsensor einzubauen. Der Sensor soll einen Unfall erkennen und umgehend die Gasversorgung stoppen.

Auf dem Markt gibt es noch meinen Erkenntnissen nur 2 Produkte, die die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.  Truma bietet ein mechanisches System an. Bei einem Unfall verschließt eine Kugel den Gasdurchfluss. Beim System der Fa. TGO erkennt eine Elektronik den Anprall und verschließt dann die Ventile elektrisch.

Da wir auch im Winter unterwegs sind, ist es für uns wichtig, während der Fahrt die Heizung betreiben zu können. So mussten wir in den sauren Apfel beißen und einen Crashsensor installieren.

Die Preise liegen zwischen 180€ und 220€. Im Preis ist dann auch die automatische Flaschenumschaltung enthalten. Zusätzlich wird je Gasflasche noch ein Verbindungsschlauch mit Bruchsicherung benötigt.

Sind Gasfilter erforderlich?

Sobald das Thema Gasfilter angesprochen wird, beginnt die Diskussion. Von Geldschneiderei bis zu unbedingt erforderliches Zubehör reichen die Aussagen. Wenn ich die Diskussionen im Netz verfolge und meine eigenen Erfahrungen einbringe, so ergibt sich für mich das folgende Bild.

So lange die einfachen Druckminderer für wenige Euros eingesetzt werden, gibt es keinen Grund, einen teuren Filter einzubauen. Ich kenne bisher keinen Fall, bei dem Verunreinigungen im Gas zum Ausfall des Reglers führten. Ganz Vorsichtige können ja zusätzlich einen Ersatzregler mitführen.

Ganz anders stellen sich die Ausfälle bei automatischen Reglern dar. Die hohe Zahl der Ausfälle führten im Netz zu massiven Vorwürfen gegen den Marktführer Truma. In allen Fällen soll verschmutztes Gas die Ausfälle verursacht haben.

Aus meiner Sicht ist es durchaus denkbar, dass die Regler mit automatischer Umschaltung und Crashsensor sehr viel empfindlicher auf Verunreinigungen reagieren. Für mein Fahrzeug habe ich mich entschieden und die erforderlichen zwei Filter eingebaut.

Über das Gas im Wohnmobil gibt es noch viele interessante Punkte, von denen der Bordtechniker schon einmal gehört haben sollte. Demnächst folgt ein Post über die unterschiedlichen Gasflaschen und Gase.

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