Wie kommt das Wasser in den Tank des Wohnmobils?

Wie immer , wenn es um das Wasser geht, klingt die Fragestellung sehr einfach. Dennoch stellen sich insbesondere dem Anfänger viele Fragen. Es geht in diesem Artikel um Menschenverstand, Schläuche, Brunnen und Versorgungssäulen.

Die meisten Leser werden an dieser Stelle den Kopf schütteln. Das ist doch kein Thema für einen Artikel in einen Wohnmobilblog. Der Schlauch kommt an den Wasserhahn und schon läuft das  begehrte Nass in den Tank. Leider ist es nicht immer so einfach. 

Unsere Wassernutzung

Um unseren Umgang mit dem Wasser zu verstehen, ist es wichtig, wie wir das Wasser aus dem Tank nutzen, wenn wir unterwegs sind. Unser Kastenwagen verfügt über einen 100l Tank für das Frischwasser. Und wir nutzen diesen Komfort täglich. Wir kochen unseren Kaffee und unser Essen mit dem Wasser aus dem Tank. Dabei achten wir darauf, dass das Wasser abgekocht wird.

Weiterhin duschen und waschen wir uns mit dem Wasser. Sogar die Zähne putzen wir mit Tankwasser. Nur zum Trinken kommt unser Wasser aus der Flasche.

Nach über 20 Jahren Wohnmobilerfahrung hatten wir noch nie irgendwelche gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch unser Wasser.

Der fremde Schlauch

Immer wieder gibt es Stellplätze, die den Besuchern einen Schlauch zur Verfügung stellen. Auf den ersten Blick handelt es sich um einen schönen Kundendienst der Betreiber. 

Leider macht mir dieser Kundendienst meist mehr Arbeit. Je nach Situation vor Ort kann es sein, dass ich den angebotenen Service ablehne und meinen eigenen Schlauch anbaue. Schließlich möchte ich kein Wasser aus einem schmutzigen alten Schlauch, der auch zum Autowaschen verwendet wird.

Der richtige Schlauch

Spätestens beim Kauf der Erstausstattung stellt sich die Fragen nach dem richtigen Schlauch. Der Markt ist groß und unübersehbar. Die Bandbreite reicht vom einfachen Gartenschlauch aus dem Baumarkt bis zum lebensmittelgeeigneten durchsichtigen Kunststoffschlauch aus dem Fachgeschäft.

Aus meiner persönlichen Sicht ist die Entscheidung einfach. Meine Kriterien für den idealen Schlauch sind leicht zu erfüllen. Mir geht es um die praktische Handhabung ohne große Umstände. 

Lebensmittqualität halte ich für nicht erforderlich.  Die Aufenthaltsdauer des Wassers im Schlauch liegt im Bereich von wenigen Minuten. Nach meiner Meinung reichen die wenigen Meter nicht aus, um nennenswerte Schadstoffmengen an das Wasser abzugeben. So reicht mir ein Gartenschlauch aus dem Baumarkt.

Sehr gute Erfahrungen machte ich mit einem Spiralschlauch. Der große Vorteil besteht darin, dass getankt werden kann, ohne dass der Schlauch den meist schmutzigen Boden berührt. Nach der Benutzung ist es einfach, den Schlauch zu entleeren. Ein Griff in die Mitte und den Arm etwas hochhalten und schon erläßt das Restwasser den Spiralschlauch.

Die Anschlüsse und Adapter

Wieder einmal hilft ein vereintes Europa uns Campern. Mittlerweile gibt es auf Stell- und Campingplätzen fast überall Wasserzahfstellen mit Zollgewinden oder sogar mit dem von der Gartenbewässerung bekannten Steckanschluss.

Für uns hat es sich als zweckmäßig erwiesen, immer mehrere Anschlussadapter für die drei gängigsten Größen mitzuführen. Dann klappte der Wasseranschluss immer.

Aus alter Gewohnheit führen wir zwar immer noch einen Wasserdieb, ein Stück Gummischlauch mit Schelle, mit. Benutzt haben wir das selbst gebastelte Teil schon sehr lange nicht mehr.

Seit einigen Monaten vereinfacht mir eine kleine Anschaffung das Tanken. Auf den Wassertank kommt ein Deckel mit Steckanschluss für den Schlauch. So kann auch eine Person Wasser tanken, ohne ein Vollbad zu riskieren. Den Spezialdeckel gibt es im Campinghandel.

Die Gießkanne für alle Fälle

Wenn der gute Schlauch nicht weiterhilft, kommt immer noch die bewährte saubere Gießkanne zum Einsatz. Mit etwas Krafteinsatz ist es möglich, an einer Quelle den Wassernachschub sicherzustellen.

Wo kommt das Wasser her?

Bei uns in Deutschland gelingt es immer, frisches Leitungswasser in Trinkwasserqualität zu bunkern. Einzig die gefräßigen Münzautomaten auf den Stellplätzen erschweren den Wasserbezug. Letztendlich wird jeder Wohnmobilfahrer eine geeignete Zapfstelle finden.

Einzig auf eine Kleinigkeit gilt es zu achten. Immer wieder gibt es Zeitgenossen, die ihre Klokasette am nächsten Wasserhahn reinigen, ohne daran zu denken, dass andere vielleicht Frischwasser tanken möchten. Das Risiko sinkt glücklicherweise mit jedem Meter Entfernung zwischen Zapfstelle und Fäkalienausguß.

Wasser im Ausland

Leider verschlechtert sich die Frischwasserversorgung mit jedem Kilometer in Richtung Süden. Nicht aus jedem Hahn kommt vertrauenswürdiges Trinkwasser. Sogar auf Campingplätzen stimmt die Wasserqualität nicht immer. So tankten wir gedankenlos in Spanien unser Wasser. Erst später bemerkten wir, dass das Wasser so stark gechlort war, dass es fast unbenutzbar war.

Dennoch ziehen wir die Zapfstellen auf Stell- und Campingplätzen irgendeinem Wasserhahn am Strand vor. Keiner weiß, wann das letzte Wassergezapft wurde. Ist es Trinkwasser oder dient die vermeintliche Zapfstelle am Strand nur zum Waschen der Füße? Nein, da bleibt mein Tank leer.

Wieder siegt der normale Menschenverstand. Dort wo viele Einheimische ihr Wasser holen, kann es nicht falsch sein, einige Gießkannenfüllungen in den Tank zu füllen. Auf jeden Fall ist etwas Vorsicht angebracht.

Ausblick

Ursprünglich wollte ich einen Post zum Thema Wasser schreiben. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass mindestens drei Artikel werden, um das Thema halbwegs erschöpfend zu behandeln

Geplant sind noch: Wasser, die Technik im Wohnmobil und Wasserchemie ein notwendiges Übel oder Geldschneiderei?


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