Wie die Wohnmobilfahrer für die weltweite Einführung des steckbaren Schlauchanschlusses sorgten

Gerade komme ich aus dem Baumarkt. Im Einkaufswagen liegen wieder einige Anschlüsse und Kupplungen des bekannten Wasser-Stecksystems mit dem roten Ring. Mein Vorrat war aufgebraucht. Eigentlich müssten wir Wohnmobilfahrer unsere Einkäufe kostenlos erhalten. Denn ohne uns wäre das System nicht so erfolgreich.

Sie glauben mir nicht? Irgendwann vor langer, langer Zeit rüstete die erste Wohnmobilbesatzung den Wasserschlauch mit einem neuartigen Anschlussstück aus. Da das System unbekannt war, nahmen sie einen Adapter für den Wasserhahn mit.

So füllte das Paar lange Zeit problemlos den Wassertank. Ab und zu bestaunten andere Camper die pfiffigen  Verbindungen aus Kunststoff. Einige eiferten dem Paar nach.  Eines Tages, auf einer langen Reise, passierten schlimme Dinge.  Unser Paar vergaß den Adapter an der Ver- und Entsorgungsstation eines Stellplatzes.

Erst zwei Sonnenaufgänge später, an einem ganz anderen Ort, weit entfernt vom liebgewonnenen Adapter, bemerkten die Beiden den Verlust. Die Trauer war groß, währte allerdings nicht sehr lange. Einen Baumarkt später fand sich schnell ein gleichwertiger Ersatz. Unser einsamer Adapter ganz allein in der Fremde war vergessen.

Allerdings blieb das kleine Plastikteilchen nicht lange einsam. Bald erschien eine neue Besatzung und bewunderte den neumodischen Anschluss am Wasserhahn. Leider verfügte ihr Schlauch nicht über das entsprechende Gegenstück. Nach einigem Überlegen entfernte der Mann das Teil und füllte seinen Tank mit einem herkömmlichen Schraubanschluss. Als ordentlicher Wohnmobilist befestigte er unseren kleinen Helfer anschließend wieder.

Einige Zeit später, im Gartenmarkt in der Heimat, entdeckten diese Besatzung das komplette System. „Schau mal, hier sind die  Dinger, die wir damals auf dem Stellplatz gesehen haben“. Schnell wanderte eine Erstausrüstung in den Einkaufskorb. Schließlich wollte man gewappnet sein, wenn man unterwegs wieder auf so einen Anschluss treffen sollte.

Natürlich nutzte unser Paar ihre Neuerwerbung, bis auch dieser kleine Adapter an einem Wasserhahn vergessen wurde. Sie ahnen es, die Geschichte beginnt sich zu wiederholen. Viele Wohnmobilreisende fanden die Anschlüsse, kauften das System und  vergaßen ihre eigenen Schraubverbinder nach dem Tanken. Alle wirkten mit.

So kam es, dass die Plastikteilchen heute auf fast allen Wasserhähnen zu finden sind. Selbst an der einsamen Quelle in Griechenland oder auf dem Campingplatz in Spanien gibt es die Steckanschlüsse. Bezahlt wurden die Adapter meist von vergesslichen Reisemobilbesatzungen. Die Erfolgsgeschichte ist nicht mehr aufzuhalten.

Selbstverständlich beteiligten wir uns ebenfalls an der großen Spendenaktion „Einen Steckschluss für jeden Wasserhahn“ der Wohnmobilgemeinde. Wir hinterließen unsere Geschenke z.B. an der Atlantikküste in Frankreich, in Norwegen an einer Tankstelle und letztens sogar in Schottland auf einem Campingplatz. Insgesamt werden wir in den 25 Wohnmobiljahren ca. zehnmal als Spender aktiv gewesen sein.

Übrigens, fast hätte ich es vergessen, unser kleiner vergessener Adapter vom Anfang der Geschichte erlebte einige Zeit später an seinem neuen Zuhause wieder bessere Zeiten. Bald schraubte ihn niemand mehr ab, sondern nutzte ihn einfach mit dem mitgebrachten Schlauch und dem entsprechenden Gegenstück. Und wenn er nicht zerbrochen ist, so zapft er noch heute fleißig jeden Tag das Wasser.

Sie meinen immer noch, die kleine Geschichte ist erstunken und erlogen? Nein! Oder haben Sie noch nie einen G…..a- Anschluss nach dem Wasserzapfen irgendwo herrenlos in der Fremde zurückgelassen?

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