Lieblingsorte in Frankreich: Der Mont St. Michel

letzte Änderung 03/11/2022

Jede Urlaubsregion verfügt über Punkte, die zum Pflichtprogramm der Reisenden gehören. Für die Besucher von Bretagne und Normandie gehört der Mont Saint Michel in diese Kategorie. Der Klosterberg ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Frankreich. Jährlich besuchen ca. 2 Millionen Besucher den Berg.

Auch uns zog der Mont Saint Michel in seinen Bann. Auf jeder Bretagnereise besuchten wir die Felseninsel mit dem Kloster auf der Spitze. Im Laufe der Jahre veränderte sich die Umgebung des Berges, während die Faszination unverändert blieb. Ebenso blieb der Besucheransturm.

Wissenswertes über den Mont St. Michel

Der bekannte Klosterberg wird zwar der Bretagne zugeordnet, liegt aber in der Normandie. Die Grenze bildet der Fluss Couesnon, der direkt am Mont St. Michel ins Meer mündet. Unübersehbar ragt der Fels fast 90m aus der großen Bucht zwischen Cancale und Avranches auf.

In dieser besonderen Lage entstand bereits im Mittelalter ein Kloster. Durch ständige Erweiterung der Bauten wuchs die Anlange bis in das 16. Jahrhundert ständig. Die über mehrere Stockwerke angelegten Bauten kleben nahezu an den Felsen der Insel. Insgesamt stellen die Bauten eine architektonische Meisterleistung dar. Oft werden die beeindruckenden Klostergebäude dem Bau der bekannten Kathedralen gleichgestellt.

Im Laufe der Geschichte ging es mit dem Kloster auf und ab. Zeitweise dienten die Bauten sogar als Gefängnis. Für Pilger und Besucher war der Weg zum Kloster nicht ungefährlich. Die flache Bucht führte in Verbindung mit dem großen Tidenhub zu einem sehr schnellen Auflaufen des Wassers. Erst nach der Aufschüttung eines Dammes gelangten Besucher sicher zum Kloster.

Ungeordnete Parkplätze auf dem Meeresboden

 Bei unseren früheren Besuchen ab 1979 führte ein Damm zum Parkplatz direkt am Kloster. Die Autos standen auf einem Stück Meeresboden, dass nur bei besonderen Wasserständen überschwemmt wurde. Natürlich übernachteten zahlreiche Wohnmobile auf dem Parkplatz. Die Besucher liefen kreuz und quer über die angrenzenden Salzwiesen.

Bei unseren weiteren Besuchen zwischen 2000 und 2010 blieb die Parkplatzsituation unverändert. jedoch mehrten sich die Kritiker. Es wurde deutlich sichtbar, dass der Damm und weitere Aufschüttungen im Parkplatzbereich die Verlandung der Bucht beschleunigten.

Der Mont St. Michel wird wieder eine Insel

Um den Inselcharakter des Berges zu bewahren und um die Verlandung der Bucht zu stoppen, entwickelten die Experten ein großes Bauprogramm. Die Straße, der Parkplatz und der Damm zum Berg wurden entfernt. Eine moderne Brücke verbindet den Klosterberg mit dem Festland. Zusätzlich sorgt ein intelligentes Stauwehr an der Mündung des Couesnon für veränderte Strömungsverhältnisse in der Bucht. Interessierte erfahren auf einer Webseite des Projekts weitere Details.

Brücke zum Mont St. Michel

Für die Besucher entstanden am Ufer große Parkplätze und ein Besucherzentrum. Dort gibt es alles, was das Touristenherz begehrt. Hotels, Restaurants und ein Campingplatz kümmern sich um das Wohl der Besucher. Für Wohnmobile dient ein Parkplatzteil als Stellplatz.

Mit modernen Pendelbussen gelangen die Besucher über die Brücke zum Mont St. Michel. Sportliche Gäste können den 1,3km langen Weg über die Brücke weiterhin zu Fuß zurücklegen.

Was kostet ein Besuch?

Natürlich muss der Aufwand für Parkplätze und Pendelbusse bezahlt werden. Um keine langen Kassen- und Warteschlangen zu erzeugen, gilt eine einfache Regel. Jede Einfahrt in das neu angelegte Gebiet kostet 8€(2022). Es ist egal, ob Großparkplatz, Hotelparkplatz oder der Campingplatz angefahren wird. Ohne die 8€ kommt kein Fahrzeug wieder vom Gelände.

In diesem Betrag ist die Parkgebühr und die Busbenutzung abgegolten. Es erfolgt keine weitere Ticketkontrolle. Jeder Besucher kann so oft und wann er möchte die Busse zum Berg benutzen. Auch in der Nacht verkehren einzelne Busse.

Wer das Kloster besichtigen möchte, muss jedoch nochmals in die Tasche greifen. An der Klosterkasse werden 10€ plus 3€ für den Audioguide (empfehlenswert) fällig.

Unsere Erfahrungen 2022

Da wir über das Himmelfahrtswochenende anreisten, hatten wir sicherheitshalber einen Platz auf dem Campingplatz „Camping du Mont Saint-Michel“ vorgebucht. Am Vortag unserer Anreise erhielten wir per Mail einen Code, der uns die Einfahrt in das Gebiet neben den Parkplätzen ermöglichte.

Mit einigen Orientierungsschwierigkeiten fanden wir die richtige Einfahrt zum Campingplatz und zu den Hotels. Auf dem Campingplatz lief alles wie gewohnt ab und wir erhielten einen Platz zugewiesen.

Um beim Klosterbesuch längere Wartezeiten zu umgehen, buchten wir die Karten und die Audioguides bereits vorab im Internet. Diese Eintrittskarte gilt dann für ein bestimmtes Zeitfenster. Wir entschieden uns für einen Termin am späten Nachmittag, um dem größten Ansturm zu umgehen

Mit einem der Pendelbusse gelangten wir bis an das Ende der Brücke. Die letzten Meter müssen weiterhin zu Fuß bewältigt werden. Am Klostereingang zeigten wir nur das Handy vor und erhielten ohne jede Wartezeit einen Audioguide in Deutsch. Ganz in Ruhe und ohe jede Wartezeit besichtigten wir das Kloster. Wieder einmal zogen die Bauwerke uns in ihren Bann.

Wir verbrachten über eine Stunde im Kloster, bevor wir uns wieder auf den Weg hinab zur Brücke machten. Es herrschte starker Rückreiseverkehr. Dennoch schafften es die in kurzen Abständen verkehrenden Busse, Wartezeiten zu vermeiden.

Die gesamte Abwicklung des Bustransfers ist durchorganisiert und dem jeweiligen Besuchsaufkommen angepasst. Eine Karte oder Ticket gibt es für diesen Dienst nicht, da die Kosten in der Parkgebühr enthalten sind. Insgesamt merkt man der ganzen neuen Einrichtung an, dass alles auf großen Andrang ausgelegt wurde.

Den großen Wohnmobilstellplatz haben wir nur aus der Ferne gesehen. Meine Frau, unser Hund und ich zogen einen Spaziergang durch die Salzwiesen einer Großparkplatzrunde vor. Wie schon geschrieben, übernachteten wir auf dem mittelprächtigen Campingplatz direkt auf dem Gelände. (Sanitärgebäude gerade noch ausreichend)

Ein Tipp zum Schluss

In der Hauptreisezeit gibt es die Möglichkeit, das Kloster in den Abendstunden ohne Audioguide oder Führung zu besichtigen. In einigen Räumen untermalen dann Musiker den Rundgang mit klassischer Musik. Bei unseren früheren Besuchen genossen wir die ruhige, besinnliche Abendstimmung im Kloster öfter. Und von Besucherandrang gab es keine Spur.

 

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