Schiffe im Binnenland: Der Nord-Ostsee-Kanal

Hochseeschiffe gibt es nicht nur am Meer zu sehen. Quer durch Schleswig-Holstein führt der Nord-Ostsee-Kanal und bringt die dicken Pötte ins Binnenland. Dank der Übernachtungsmöglichkeiten hat sich der Kanal auch zu einem Lieblingsziel der Wohnmobilgemeinde entwickelt.

Ein Besuch am Graben, wie der Kanal manchmal salopp genannt wird, ist zu jeder Jahreszeit interessant und abwechslungsreich. Selbst im Winter mit einer Tasse Tee  den Schiffsverkehr bequem vom Wohnmobilsessel zu beobachten, hat seinen Reiz.

Autotransporter auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Wissenswertes über den Nord-Ostsee-Kanal

Wieder einmal war es das Militär, dass uns ein Bauwerk bescherte. Die kaiserliche Marine entwickelte die Idee einer Verbindung von Nord- und Ostsee weiter. Der preussische Kanzler Bismarck trat als starker Fürsprecher auf.  Nach einigen Debatten genehmigte der Kaiser Wilhelm I. den Kanalbau, um die Marine zu stärken. So begann der Bau 1886. Die Bauarbeiten erfolgten für heutige Verhältnisse schnell und zügig. Bereits 1895 konnte das erste Schiff die Wasserstraße nutzen.

Wie es auch heute bei manchen Bauten vorkommt, erwies sich der Kanal schnell als zu klein.  So erfolgten immer wieder Erweiterungsmaßnahmen. Heute können Schiffe mit einer Länge bis zu 235m und 32m Breite den Kanal befahren, Der maximale Tiefgang darf 9m betragen. Derzeit wird in Brunsbüttel eine weitere Schleusenkammer gebaut, um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Containerschiff unter der Rendsburger Hochbrücke

Die 90km von Kiel (Ostsee) nach Brunsbüttel (Elbe) quer durch das Land erspart den Schiffen den weiten Weg um Skagen herum. So reduziert sich die Fahrzeit um ca. 10 Stunden. Durch den Containerverkehr erhielt der Kanal eine neue Bedeutung. Viele Feederschiffe auf der Fahrt von Hamburg in die Ostseehäfen in Finnland, Russland, Polen und Schweden nutzen den Kanal. So entwickelte sich der Kielcanal, wie der Nord-Ostsee-Kanal in der internationalen Seefahrt genannt wird, zur mistbefahrenen küsntlichen Waserstrasse der Welt.

Das hohe Verkehrsaufkommen erfordert eine präzise Lenkung des Verkehrs. Diese Aufgabe erfüllt die Verkehrszentrale in Brunsbüttel. Analog zum Straßenverkehr regeln Lichtzeichen, welches Schiff in einen Kanalabschnitt einfahren darf.

Brücke eines Frachters

Interessantes für Besucher am Nord- Ostsee-Kanal 

Eine Festlegung aus Kaisers Zeiten kommt heute den Besuchern und Anwohnern zugute. Bereits vor dem Bau legten die Regierenden fest, dass die Kreuzung des Kanals jederzeit kostenlos möglich sein muß. Heute  kreuzen an 14 Stellen moderne Fähren die Wasserstraße. Die Überfahrten sind nach wie vor kostenlos. Viele Wohnmobilfahrer kennen die Fähre Nobiskrug.  Vom Stellplatz Schacht Audorf kann der Fährverkehr gut eingesehen werden.

Fähre über den NOK bei Nobiskrug

Ebenfalls aus den Anfängen des Kanals stammen die Wege, die an beiden Seiten den Kanal begleiten. Gebaut wurden die Pfade für Wartungsarbeiten und Kontrollfahrten. Heute sind es meist Touristen, die zu Fuß oder mit dem Rad die Wege nutzen. 

Hauptsächlich ist es die Möglichkeit, die großen Pötte einmal aus der Nähe zu sehen. Wer Glück hat, kann sogar ein Kreuzfahrtschiff auf dem Kanal bestaunen. Die sehr informative Webseite „Brückenbote“ listet alle bekannten Termine der Traumschiffe auf. Eine Liveübersicht über den gesamten Schiffsverkehr im Kanal  zeigt diese Webseite an.

Mein Tipps

Da die Schifffahrt keine Pausen kennt, ist der Nord-Ostsee-Kanal auch im Winter ein reizvolles Reiseziel. Spaziergänge am Kanal und Schiffe schauen aus dem warmen Wohnmobil, so wird ein Kurzausflug selbst bei kaltem Wetter ein Erlebnis. Und auf den leeren Stellplätzen gibt es immer einen Platz in der ersten Reihe. 

Für weitere Informationen zum Kanal empfehle ich die Seiten des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel

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