Im März an die Ostsee, viel Wind und Regen

letzte Bearbeitung: 26.03.2019

Wie schon die Jahre vorher versuchen wir im März, die Resturlaubstage sinnvoll zu nutzen. So machten wir uns wieder einmal bei unangenehmen Wetter mit dem Wohnmobil auf den Weg. 

Unsere Reiseplanung war einfach.. Etwas Meer an der Ostsee und ein Studentinnenbesuch in der Hauptstadt standen auf dem Programm.  

An einem Samstag im März ging es los in Richtung Norden. Die erste Nacht verbrachten wir bei Verwandten, bevor wir uns in Richtung Wismar auf den Weg machten.

Wind und Regen in Wismar

Die Fahrt führte weitgehend durch den Regen und endete auf dem Wohnmobilstellplatz in Wismar am Hafen. Viel unternehmen konnten wir am Ziel nicht mehr, denn Wind und Regen nahmen uns die Lust. Hinzu kam, dass wir uns Sorgen machten, nachdem wir von dem schweren Sturmschäden in Süddeutschland gehört hatten.

Wissenswertes zu Wismar

Wismar gehörte früher zum Handelsbündnis der Hanse. An diese Zeit erinnern viele historische Bauten in der Stadt. Gemeinsam mit Stralsund gehört Wismar zum Weltkulturerbe.

Heute leben ca. 40.000 Einwohner in der Hafenstadt. Neben Hafenwirtschaft und Werften spielt der Tourismus wirtschaftlich die Hauptrolle. In der Stadt entstand das erste Karstadt Kaufhaus, die Keimzelle der bekannten Warenhauskette.

Die Badewilligen finden Strände in der Nähe, z.B. auf der nahen Insel Poel.

Nach einer ruhigen Nacht hatte sich das Wetter beruhigt und wir starteten zu einer Stadtbesichtigung. Uns gefiel das gut erhaltene Stadtbild in der Altstadt und die sehr zurückhaltende Werbung der Geschäfte in den historischen Gebäuden.

Von der Innenstadt führte unser Weg in den Alten Hafen. Das Angebot der Fischstände lockte uns nicht, der Fettgeruch der Friteusen schreckte uns ab. Nach einem kurzen Rundgang am Hafen überredete uns der Nieselregen, wieder das Wohnmobil aufzusuchen.

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Das Wetterradar brachte uns auf die Idee, den Standort zu wechseln. In Wismar versprach der Himmel keine Verbesserung. So machten uns auf den Weg nach Warnemünde. 

Wir verboten dem Navi, uns über die Autobahn zu führen. So bummelten wir bei ständigem Wechsel von Sonne und Regen an der Küste entlang. Wir freuten uns, dass unser Weg wieder einmal durch Diedrichshagen führte. 

Stellplatzchaos in Warnemünde

In Warnemünde suchten wir den bekannten Parkplatz Mittelmole auf. Dort hatten wir schon früher mehrfach übernachtet. Die Anfahrt auf den Platz war mit dem üblichen Wohnmobilzeichen ausgeschildert. Erst beim Einparken in die erste Reihe sahen wir die Schilder: „Bitte übernachten Sie nicht auf dem Parkplatz“. Merkwürdigerweise gab es in den hinteren Reihen keine Schilder.

Wir beschlossen, nach einer Kaffeepause der Bitte zu folgen und zum Stellplatz „Park and Ride“ zu fahren. Leider war dies eine Fehlentscheidung, denn außer einem völlig leeren dunklen Großparkplatz im Nirgendwo fanden wir nichts vor, dass uns einlud, dort die Nacht zu verbringen.

So fuhren wir zurück zur Mittelmole und stellten uns wieder zu den 9 Mobilen, die dort bereits standen. Völlig unbehelligt verbrachten wir eine ruhige Nacht. Später, bei der Ausfahrt, zahlten wir übrigens den Wohnmobil-Übernachtungstarif (17€) am Kassenautomat.

Fähre Copenhagen in Warnemünde

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Wissenswertes zu Warnemünde

Das Seebad Warnemünde, so der komplette Namen, gehört zur Stadt Rostock. Dier 6000 Einwohner teilen sich den Ort mit den zahlreichen Feriengästen.

Der lange Sandstrand mit der Strandpromenade gehört zu den schönsten Stränden in Deutschland. Am Alten Strom, dem ehemaligen Fischereihafen, liegt die Weiße Flotte mit ihren Rundfahrtangeboten.

Durch den Seekanal, die Zufahrtczum Rostocker Überseehafen, sorgt dafür, dass es immer etwas zu sehen gibt. Insbesondere die Fährschiffe sorgen für regen Schiffsverkehr.

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Warnemünde sind die regelmäßigen Anläufe der großen Kreuzfahrtschiffe. Mehrere Schiffe finden gleichzeitig einen Platz am Kai. Dann kommen zu den Badegästen nochmals mehrere Tausend Tagesbesucher hinzu.

Wahrzeichen des Badeortes sind der Leuchtturm, das markante Hotel Neptun und der Teepot, ein Restaurant am Strand

Wie es der lokale Wetterbericht versprochen hatte, verbesserte sich am Morgen das Wetter wesentlich. So machten wir uns auf den Weg am Alten Strom entlang zum Leuchtturm und zum Strand. 

In der Sonne konnten wir den Spaziergang genießen. Hinzu kam eine besondere Freude des Fotografen. Einfach nur so hatte ich mein altes Schätzchen, die Sony R1 aus der Vitrine geholt und mit auf die Reise genommen. In Warnemünde erfolgte der erste Einsatz seit 8 Jahren. Die Ergebnisse können sich immer noch sehen lassen.

Während wir am Vorabend fast allein in Warnemünde spazieren gingen, lockte die Sonne viele Besucher und Einheimische hinaus. Wir staunten, wie viele Menschen mit uns im März einen Strandspaziergang genossen.

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Nach einer längeren Mittagspause holte uns leider der Regen wieder ein. So machten wir uns wieder auf den Weg zu neuen Zielen.

Durch Regen nach Fischland-Darß-Zingst

Bevor wir die Weiterreise antraten, suchten wir noch einen Baumarkt, um eine Gasflasche zu tauschen. Am Baumarkt angekommen, überlegen wir, woher der Markt uns so bekannt vorkam. Erst später stellten wir fest, dass wir dort schon vor vielen Jahren Flaschen getauscht hatten. 

Unsere Route führte weiter nach Osten, Fischland Darß Zingst war unser nächstes Ziel. Für die Übernachtung wählten wir den Campingplatz Freesenbruch direkt am Ortsrand von Zingst.

Gleich nach der Ankunft machten wir uns auf den Weg zum nahen Sandstrand. Insbesondere unser Hund genoss den Platz am völligeren leeren Strand. Die Wassertemperatur und die Geschmacksrichtung des Wassers gefielen Sam jedoch nicht besonders. So verzichtete er auf ein Bad.

Strand auf Zingst
der erste Blick auf den Strand bei Zingst

Das geplante Essen im Campingplatzrestaurant fiel leider aus, da die Speisekarte kein einziges vegetarisches Gericht für meine Frau enthielt. So gab es leckere Nudeln aus der Wohnmobilküche.

Wissenswertes zu Zingst

Der Zingst bildet das östliche Ende der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Eine Kette von Bodden trennt die Halbinsel vom Festland ab. Da die Orte der Halbinsel nur knapp über der Meereshöhe liegen, sind die Orte eingedeicht.

Zur Zeiten des 2. Weltkrieges und DDR stand auf dem Zingst das Militär im Vordergrund. Der Tourismus spielte erst später eine immer größere Rolle.

Der Ort, das Ostseeheilbad Zingst, ist ein vielbesuchter Erholungsort. Die Zahl der Hotelbetten und Ferienwohnungen übersteigt die Einwohnerzahl weit. Der endlose Sandstrand der Ostsee lockt die Besucher an. Hinzu kommt die reizvolle Boddenlandschaft. Bundesweit bekannt sind die Zingster Fototage.

Ein Strandspaziergang und viel Regen

Der nächste Morgen begann mit bedecktem Himmel, jedoch ohne Regen. Wir frühstückten und machten uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Seebrücke. 

Erst während unseres Spazierganges erlebten wir die Länge des Strandes richtig. Je näher wir unserem Ziel kamen, je voller wurde es am Strand. So trafen wir auf dem zwei Kilometer langen Weg etwa 15 weitere Besucher. 

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Unser Aufenthalt an der Seebrücke und dem umliegenden Ort fiel leider sehr kurz aus. Der Wind nahm wieder zu und der Blick zum Himmel zeigte uns, dass wir uns langsam wieder auf den Rückweg machen sollten. Das nächste Schauer zog deutlich sichtbar heran. 

Diesmal wählten wir den Weg durch den Ort. Beim Ansehen der Speisekarten und der Auslagen fielen uns die Preise auf. Die Zingster lassen sich die Schönheit der Boddenlandschaft und des Strandes gut bezahlen.

Kurz nach dem wir wieder im Fahrzeug saßen, begann es wieder einmal zu regnen. Den Rest des Tages verbrachten wir faul auf dem Campingplatz. Nur gegen Abend nutzten wir eine längere Regenpause zu einem weiteren Strandspaziergang.

Im Dauerregen vom Darß an die Havel

Bereits am nächsten Morgen bestätigte sich der Wetterbericht. Nach Sturm und Regenschauern bot uns das Wetter jetzt Dauerregen und Wind. So beschlossen wir, in Richtung Berlin aufzubrechen und das schlechte Wetter zum Fahren zu nutzen.

Nach dem Start drehten wir noch eine Runde durch Barth und nahmen den dortigen Stellplatz in Augenschein. Der nächste Stopp erfolgte am Supermarkt, um unsere  Vorräte zu ergänzen.

Bereits wenige Kilometer weiter hielten wir erneut an. Am Wohnmobilstellplatz in Ribnitz-Damgarten legten wir die Mittagspause ein und blickten ein letztes Mal über die sehenswerte Boddenlandschaft, bevor es auf die Autobahn ging.

Der Wetterbericht behielt recht, es regnete ununterbrochen während der gesamten Fahrt von der Ostsee an die Havel. Der Tag endete auf dem uns bereits bekannten Stellplatz in Werder an er Havel, Selbst der Abendspaziergang mit dem Hund endete mit einer nassen Jacke und einem sehr nassen Hund.

Am nächsten Morgen freuten wir uns, denn durch das Fenster über dem Bett erkannten wir deutlich einige blaue Flecken am Himmel. Auf der Morgenrunde blieben Herrchen und Hund trocken. So stand dem geplanten Besuch des Schlosses Sanssouci nichts mehr im Wege.

Potsdam: Sanssouci mit vielen Holzkisten

Die wenigen Kilometer von Werder nach Potsdam legten wir schnell zurück. Dummerweise parkten wir brav auf dem Bus- und Wohnmobilteil des Großparkplatzes. 

Wissenswertes über Schloss und Park Sanssouci

Das Schloss und der bekannte Weinberg entstanden ab 1745. Die Anlage entstand als Sommersitz nach ersten Skizzen von Friedrich II, dem damaligen König von Preussen (Der alte Fritz). Später, 1841, wurden die Schlossflügel verlängert und vergrößert.

Der Park wuchs nach Fertigstellung des Schlosses immer weiter. Neue Gebäude kamen hinzu. Zwischen dem Obelisken und dem 1769 fertiggestelltem Neuen Palais entstand eine über 2km lange Sichtachse als Hauptweg des Parks.

Das Neue Palais entstand als Gästehaus für die adeligen Gäste des Königs. Im Inneren befindet sich unter anderem ein Theater, das auch heute noch für Aufführungen genutzt wird.

Die gegenüber dem Neuen Palais gelegenen Gebäude, die Communs bilden den Abschluss des Parks. Die Gebäude dienten der Unterbringung des Personals der Gäste und zur Versorgung. Heute werden Teile von der Universität Potsdam genutzt.

Wir besichtigten das Schloss und den angrenzenden Park. Die bekannten Weinstöcke und die Blumenbeete boten der Jahreszeit entsprechend wenig. Etwas merkwürdig fanden wir, dass fast alle Statuen des Parks mit Holzhäusern verkleidet waren. Anscheinend sollen die Kunstwerke so vor der Witterung geschützt werden. 

Nach einem kleinen Rundgang fuhren wir mit dem Auto zum Neuen Palais am anderen Ende des Parks. Ganz zu Fuss traute ich mir den Weg noch nicht wieder zu. 

Eigenartige Parkplatzgebühren und das Neue Palais

Beim Verlassen des Parkplatzes nach ca. 2 Std. verlangte der Automat 10€ von uns, obwohl lt Aushang nur 3€ fällig waren. Zähneknirschend zahlten wir. Mal sehen, ob unser Einspruch per Mail erfolg hat.

Am neuen Palais wanderten wir um die riesigen Gebäude des Palais und der Commons herum. Besonders in Erinnerung blieb uns der Name des Platzes, die Mopke. Es ist für uns immer wieder beeindruckend, welche Riesenbauten sich die Kaiser genehmigten. 

Nach unserem Rundgang klappte das Verlassen des Parkplatzes diesmal reibungslos. Der Automat begnügte sich mit 2€.

Keine Bilder?

Vielleicht ist es den Stammlesern schon aufgefallen, dass die Bilder aus dem Park von Sanssouci fehlen. Natürlich habe ich auch im Schlosspark fotografiert. Leider erlaubt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Hausherrin der Anlagen, nur das Fotografieren zu privaten Zwecken. Daher darf ich hier keine Bilder zeigen.

Ursprünglich wollten wir die kommende Nacht wieder in Werder verbringen. Da wir jedoch eine Ver- und Entsorgung benötigten, schied der Platz aus. So fuhren wir nach Brandenburg an der Havel. 

Dort angekommen, meldeten sich zu unserer Überraschung Wind und Regen zurück. So verhielten wir uns ruhig und beschäftigten uns mit unseren Büchern. Erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit lies der Regen nach und wir konnten noch einen kleinen Abendspaziergang unternehmen..

Von Brandenburg in die Hauptstadt.

Nach einer unruhigen Nacht, der Wind wackelte immer wieder am Auto, stand als erster Punkt die Gasbeschaffung an. Das erste Mal versagte unser TomTom-Naviprogramm. Statt bei einem Baumarkt landeten wir auf dem Parkplatz einer Regattastrecke. 

Erst der zweite Anlauf klappte. Nach einer ungewollten Stadtrundfahrt fanden wir den Toom Markt und konnten die Gasflasche tauschen.

Jetzt konnte die Fahrt nach Berlin beginnen. Über den Berliner Ring ging es zügig voran. Wie geplant erreichten wir pünktlich und ohne Schwierigkeiten zur den Stellplatz in Berlin Köpenick. Den Platz kannten wir schon von früheren Besuchen. 

Den Rest des Tages verbrachten wir mit unserer Tochter, die zur Zeit in Berlin studiert. Wieder litten unsere Unternehmungen unter dem schlechten Wetter, dass unseren Aufenthalt in der Hauptstadt begleitete. 

Da die Rückfahrt nach Franken unspektakulär verlief, endet an dieser Stelle der Reisebericht.

Fazit

Es war das erste Mal, dass unsere Märztour so massiv unter den Wetterbedingungen litt. Dennoch fanden wir die Zeit entspannend und erholsam.

Wieder einmal fanden wir die deutsche Ostseeküste sehenswert und schön. Allerdings bewegen sich die Preise mittlerweile auch im Winter auf einem hohen Niveau.

Für uns ist klar, dass der von uns diesmal besuchte Küstenabschnitt für eine Reise in der Hauptsaison nicht in Frage kommt. So erstaunte uns nicht, dass der Campingplatz auf Zingst schon im Februar keine freien Plätze für Juli und August anbieten konnte.

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