Sylt und Hvide Sande, eine Wohnmobiltour im Herbst

In diesem Jahr starteten wir etwas verspätet zu unserer Wohnmobil Herbsttour. Ende September ging es nach Norden. Unser erstes Ziel war die Insel der Reichen und der Schönen, wir wagten uns nach Sylt. Weiter ging es in die Dünen bei Hvide Sande,

Aber jetzt der Reihe nach. Wie immer starteten wir am frühen Abend. Nach einer Zwischenübernachtung auf einem Parkplatz im Nirgendwo ging es am nächsten Morgen direkt in einen Stau. Ab Großburgwedel verwandelte sich die A7 in einen Parkplatz. Wir umfuhren den Stau großräumig und erreichten nur leicht verspätet die Großbaustelle Hamburg. Zu unserem Erstaunen behinderten die Arbeiten unsere Fahrt nach Norden nur wenig.

Da wir erst um nächsten Nachmittag die Fähre nach Sylt gebucht hatten, entschieden wir uns spontan, den Tag in Schleswig an der Schlei ausklingen zu lassen. Wie erwartet gab es am Nachmittag keinen freien Platz mehr auf dem Stellplatz am Stadthafen. So übernachteten wir mit tollem Schleiblick auf der Freiheit, dem ehemaligen Armeegelände.

Von der Schlei nach Sylt

Am nächsten Morgen gab es keinen Schleiblick mehr. Nebel verhinderte die Sicht auf das Wasser und auf das andere Ufer. So bummelten wir beim Start.

Zufällig entdeckte ich auf meiner Kartenapp einen Hinweis auf eine interessante Brücke. Die Brücke über die Schlei bei Lindaunis ist eine einspurige kombinierte Eisenbahn- und Straßenklappbrücke. Allein diese Bezeichnung klang sehr interessant. Schnell stand fest, dass wir uns dieses  kuriose Bauwerk nicht entgehen lassen wollten.

Wir fuhren die wenigen Kilometer und hatten das Glück, sofort nach der Ankunft eine Öffnung der Brücke erleben zu können. Obwohl das Bauwerk schon bessere Zeiten gesehen hat, war es interessant,wie geräuschlos und ruhig der Oldtimer seinen Dienst tat.

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Leider konnten wir nicht auf einen Zug warten, da wir pünktlich an der Fähre in Havneby auf Rømø erwartet wurden. Die Fahrt verlief reibungslos, obwohl die Dänen wieder Kontrollen durchführten. Pünktlich erreichten wir den Fährhafen und warteten auf das Eintreffen der Syltfähre. 

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Schon bald ging es Bord der nur schwach ausgelasteten Fähre. Bei strahlendem Sonnenschein verbrachten wir die Fahrt durch das Wattenmeer auf dem Oberdeck. Schon bald kam der Sylter Ellenbogen mit den zwei markanten Leuchttürmen in Sicht.

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Dank unserer Reservierung auf dem Campingplatz Wenningstedt dauerte es nicht lange, bis unser Wohnmobil auf der Parzelle stand. Wir hielten uns nicht lange auf, denn das schöne Herbstwetter lockte uns an den Strand.

Direkt am Campingplatz begann der Fußweg durch die Dünenlandschaft. Zum Schutz der Dünen ging der Weg in einen Holzsteg über. Schon dieser Weg gefiel uns gut. Am endlosen Sandstrand angekommen,  gingen wir an der Wasserkante entlang, während unser Hund im Wasser tobte. Schließlich befanden wir uns am Hundestrand. Nur mit dem Geschmack des Wassers konnte sich Sam nicht anfreunden.

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Westerland

Als Sylt-Neulinge entschieden wir uns, Westerland einen Antrittsbesuch abzustatten. Nicht einmal das durchwachsene Wetter hielt uns davon ab. Für den Weg in die „Inselhauptstadt“ entschieden wir uns für den Bus. Leider gab es während der Fahrt im völlig überfüllten Wagen eine unschöne Szene. Der Fahrer fuhr an einigen Haltestellen einfach durch, obwohl Fahrgäste aussteigen wollten. Erst an einer roten Ampel öffnete ein Fahrgast die Tür gewaltsam mit der Notöffnung  und die Leidensgenossen konnten den Bus verlassen.

In Westerland bummelten wir durch die Stadt. Gleich zu Beginn am Bahnhof trafen wir auf ein paar seltsame Reisende, die anscheinend Schwierigkeiten mit dem Wind hatten. In der Fußgängerzone schauten wir in die Läden und staunten über das Angebot.

Anschließend besuchten wir noch die lange Strandpromenade. Der schöne Strand und die starke Brandung lagen hinter einer Reihe Strandkörbe versteckt. Nur an wenigen Punkten konnten Nichtstrandkorbmieter den freien Blick auf das Meer genießen, ohne in den Sand gehen zu müssen. Leider bauten dort gerade Arbeiter die Zelte für den Surfweltcub vor, was unseren Eindruck von der Promenade nicht verbesserte. 

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Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Campingplatz. Von Westerland hatten wir genug gesehen. Aus meiner Sicht haben die Westerländer bereits vor vielen Jahren große Fehler gemacht. Einige Bauten in der Innenstadt passen einfach nicht zu der Insel.

Nach einer kleinen Mittagspause ging es erneut an den Strand. Leider erwischte uns ein kräftiges Regenschauer. So endete dieser Strandbesuch tropfnass im Wohnmobil. Dennoch möchten wir diesen Strandbesuch nicht missen, denn die besondere Stimmung am Strand und in den Dünen war es wert, einmal die Kleidung zu wechseln. Wann hat man schon einmal einen kilometerlangen Strand für sich allein?

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Uns reichten die Erlebnisse dieses Tages und so verbrachten wir den Rest des Tages auf dem Campingplatz.

Nebel und Naturgewalten

Der nächste Morgen begann nebelig. Sylt präsentierte sich grau in grau. Dennoch gehörte die morgendliche Hunderunde durch die nasskalte Dünenlandschaft zu den schönen Erlebnissen des Tages.

Da das Wetter uns nicht zu weiteren Outdooraktivitäten lockte, machten wir unseren Pössl fahrbereit und starteten zu einer Inselrundfahrt. 

Ursprünglich planten wir, in Hörnum oder Rantum spazieren zu gehen. Leider erreichten wir den südlichen Inselort bei einsetzendem stärkeren Regen. So verzichteten wir auf unser Vorhaben und fuhren zurück ganz in den Norden der Insel. Die Ausstellung Naturgewalten in List war unser neues Ziel.

In List herrschte besseres, regenfreies Herbstwetter. So gingen wir durch das Hafengebiet mit den vielen Läden und Lokalen, bevor wir uns in die Ausstellung begaben. Insgesamt beschäftigten wir uns dort fast zwei Stunden mit den Naturgewalten und dem Klimawandel. 

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Gegen Abend stand dann wieder der Strandbesuch mit  Hund auf dem Programm.Wieder einmal verwandelte sich unser Sam in einen nassen Sandhaufen auf vier Pfoten. Nicht schlimm, Hauptsache, der Hund hat auch mal Spass auf einer Reise.

Diesmal wählten wir teilweise den Weg oberhalb des Strandes für unseren Spaziergang. Dabei trafen wir eine Familie beim Sonnenbaden, die sich vom Herbstwetter nicht abhalten ließen.

Strand bei Wenningstedt Sylt

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Ellenbogen und Königshafen bei Wind, Regen und viel Sonne

Schon am Morgen versprach der Himmel besseres Wetter. So fiel die Hunderunde du8rch die Dünenlandschaft und den angrenzenden Wald etwas länger aus. Anschließend machten wir uns wieder mit dem Wohnmobil auf den Weg. Am ersten Ziel, Feinkost Albrecht in Westerland, füllten wir den Kühlschrank und das Getränkefach wieder auf.

Weiter ging die Fahrt durch die Dünenlandschaft des Listlandes zum Ellenbogen. Leicht zähneknirschend zahlten wir die „Einfahrtsgebühr“ von 8€, die uns das Befahren für einen Tag erlaubte. Das ganze Gebiet am Ellenbogen ist Privatbesitz. Wir suchten uns einen schönen Parkplatz mit Blick auf den Königshafen, eine Bucht des Wattenmeeres, und beobachteten die Surfer.

Nach einem ersten kleinen Gang durch die Dünen legten wir eine Mittagspause ein, bevor wir zu einem langen Strandspaziergang aufbrachen. Wir gingen in der Sonne bis zur Landspitze des Ellenbogens. Zeitweilig hatten wir das kleine Kap für uns ganz allein. 

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Im Windschatten der Dünen setzten wir uns in den Sand und beobachteten die weiteren Besucher und die Fähre, die neue Gäste zur Insel transportierte. Unser Hund nutzte die Pause für größere Bauarbeiten im Sand.

Nach unserer Rückkehr zum Campingplatz in Wenningstedt folgte die mittlerweile übliche Abendrunde zum Strand. Es ist schon erstaunlich, wie sich die Bilder und die Lichtstimmungen von Tag zu Tag unterscheiden, obwohl wir fast immer zur gleichen Tageszeit unterwegs waren.

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Abschied von der Insel und eine Seenotübung

Am Samstag ging unser erster Syltbesuch zu Ende. Der Wetterbericht behielt recht, Sonne, Wind und Regen wechselten sich ab. Wir packten in Ruhe unsere sieben Sachen, da wir noch viel Zeit bis zur Abfahrt der Fähre hatten. 

Nach Ver- und Entsorgung folgte noch eine kleine Inselrundfahrt, bevor wir uns auf den Weg zum Fährhafen machten. Die Wartezeit überbrückten wir mit einem kleinen Mittagessen und einer Hunderunde.

Zusätzlich zu den üblichen PKW und Wohnmobilen fuhren zwei Feuerwehrfahrzeuge mit auf die Fähre. Über die Lautsprecher gab es immer wieder Hinweise auf eine völlig harmlose Feuerwehrübung. Wir beachteten das Treiben der Wehrmänner nicht weiter und suchten das Oberdeck auf, da gerade die Sonne durch ein größeres Wolkenloch schaute.

Gleich nach dem Ablegen bemerkte ich den Seenotrettungskreuzer, der der Fähre folgte. Bei normaler Geschwindigkeit der Fähre gingen die Lebensretter längsseits und übten das Umladen von Hilfsmitteln von Schiff zu Schiff. Später drehte der Seenotrettungskreuzer noch eine Extrarunde mit hoher Geschwindigkeit durch die hohen Wellen.

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Dank der interessanten Übung verging die Fahrt schnell. Sogar das nächste  Regenschauer wartete, bis wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten.  – 

Flucht vor dem Regen 

Die Wettervorhersage zeigte wenig Erfreuliches für das kommende Wochenende. Sturm und viel Regen warteten auf uns. Die Recherchen ergaben, dass die Regenwahrscheinlichkeit mit jedem Kilometer nach Norden abnahm. Somentschieden wir uns, weiter Richtung Norden zu fahren.

Den geplanten Besuch am Autostrand von Römö ließen wir ausfallen, da  es nach unserer Ankunft auf der Insel begonnen hatte, wolkenbruchartig zu regnen.

So steuerten wir direkt unser Ziel, den Campingplatz Nørre Lyngvig in der Nähe von Heide Sande an. Wie die dortige Buchführung aussagte, verbrachten wir schon vor 10Jahren einige Nächte auf dem Dünenplatz in der Nähe des Leuchtturmes.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir den Platz und richteten uns häuslich ein. Mit einem Strandspaziergang im leichten Nieselregen ging der Tag zu Ende.

Nørre Lyngvig

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Sonntagsruhe und viel Regen

Der Sonntag begann besser, wie es der Wetterbericht vorhergesagt hatte. Wir schafften es sogar noch, den Strand zu besuchen, bevor mittags der erwartete große Regen begann. 

Während Regen und Wind um das Wohnmobil tobten, ließen wir es uns drinnen mit einem guten Buch gut gehen. Natürlich sicherte ich auch die Bilder und schrieb etwas an diesem Post. So verging dieser „Schietwettertag“ ohne nennenswerte Erlebnisse. Dennoch entstanden einige Stimmungsbilder.

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Hvide Sande und Ringkøbing

Gut ausgeruht begann der Montag. Wir machten uns auf den Weg nach Hvide Sande. Dort besteht eine Verbindung zwischen der Nordsee und dem Ringköpping Fjord. Die Kleinstadt beiderseits der Schleuse bietet dem Besucher nicht viel. Einige Sportbekleidungsgeschäfte und verschiedene Fischbratereien warten auf Kunden. Deutlich ist bemerkbar, dass der Fischereihafen die Hauptrolle spielt. 

Wir schlenderten durch das kleine Zentrum und besuchten einige der Geschäfte. In den Souvenirläden beherrschte schon Weihnachten das Angebot. Zur Stärkung gab es den unvermeidlichen Backfisch in einem Frischimbiss, bevor wir die Albrecht-Filiale in Hvide Sande aufsuchten.

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Frisch gestärkt und mit neuem Proviant ging es weiter nach Ringkøbing. Wieder stand ein Bummel durch die Kleinstadt auf dem Programm. Im Gegensatz zu Hvide Sande fanden wir diesmal die Läden einer typischen Kleinstadt. Bei unserem Besuch hatte sogar Petrus ein Einsehen und schickte nur Wolken und Sonne.

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Wieder zurück auf demCampingplatz stand der Hundespaziergang auf der Tagesordnung. Der stark aufgefrischte Wind blies den Sand der Dünen durch die Landschaft. Unserem Sam passte es garnicht, dauernd Sand in das Gesicht zu bekommen. So verweigerte er verständlicherweise den Strandbesuch und verliess fast fluchtartig den losen Sand.. Uns blieb nur der Spaziergang in den Dünen.

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Der Abend blieb vom Winde verweht. Das Fernsehprogramm fiel aus, da der Sturm unsere Schüssel ständig verstellte. Es war das erste mal, dass Wind unsere einfache Technik so massiv störte. Erst in der Nacht flaute der Wind wieder ab.

Aktiv in Hvide Sande

Der Dienstag entwickelte sich ungeplant zu einem Tag mit einigen kleinen Aktivitäten. Wolken und Sonne wechselten sich ab, während wir einen langen Strandspaziergang unternahmen.

Nach der obligatorischen Mittagspause folgte eine kleine Ausfahrt mit Scooter und Fahrrad zum Leuchtturm und durch die Dünenlandschaft Jütlands. 

Während meine Frau unseren Hund bewegte, besuchte ich mit den Walkingstöcken nochmals den Strand und genoss das schöne Wetter (Geheimtipp: Mit den Stöcken klappt der Aufstieg auf die Dühnen viel besser)

Zurück nach Süden

Ohne Wecker verschliefen wir den Start in den Tag. So dauerte es etwas länger, bis wir startbereit waren und den schönen Campingplatz verließen. Der Weg führte uns nach Norden. Bei sehr wechselhaftem Wetter mit Hagel,Wind und Sonne kamen wir nur langsam voran. 

Am frühen Nachmittag erreichten wir wieder Deutschland. In Niebüll füllten wir den Tank und den Kühlschrank nochmals auf. Während unserer Kaffeepause stellten wir fest, dass wir beide keine Lust hatten, noch weiter zu fahren.

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Schnell fanden wir einen Stellplatz in der Nähe. Dagebüll hieß ab sofort das Ziel. Erst nach leichten Navigationsschwierigkeiten fanden wir den kleinen Stellplatz hinter dem Deich. Nachdem der nächste Platzregen durchgezogen war, gingen wir noch ein paar Schritte auf dem Deich. 

Durch den starken Wind und das aufgewühlte Hochwasser zeigte sich die Küste ungemütlich. Da halfen nicht einmal die letzten Sonnenstrahlen des Tages. So blieb es bei einem Kurzbesuch, bevor der faule Teil des Tages begann.

Am nächsten Morgen sah die Welt wieder anders aus. Blauer Himmel und Sonnenschein begrüßten uns schon am frühen Morgen. So fiel wieder einmal die Hunderunde länger aus. Ebenso folgte noch ein Deichspaziergang, bevor uns unsere Reise weiter in Richtung Heimat führte. Da die restlichen Tage im Norden Deutschlands mit persönlichen Verpflichtungen ausgefüllt waren, endet unser Reisebericht bereits an dieser Stelle.

Fazit

Wir verlebten 10 schöne Tage an gänzlich unterschiedlichen Orten an der Nordsee. Gemeinsam hatten beide Orte den langen Sandstrand und eine schöne Dünenlandschaft. Hinzu kam das wechselhafte Wetter.

Gänzlich unterschiedlich war naturgemäß die Infrastruktur. Während auf Sylt der Massentourismus in genau geregelten Bahnen verläuft, sind an der dänischen Küste die Freieheitsgrade höher. Dafür halten sich in Dänemark die Angebote für die Besucher in Grenzen, während auf Sylt alles getan wird, die Besucher zu unterhalten.

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