Irland, unsere Erfahrungen und Tipps

Wie immer nach einer längeren Reise folgt ein Artikel mit Reisetipps. So gibt es hier unsere Alltagserfahrungen zu Irland. In einem zweiten Teil folgen noch einige Anmerkungen zu Routenplanung und Sehenswürdigkeiten.

Geld und andere Zahlungsmittel

Da Irland zu den Eurostaaten gehört, gibt es keine Umrechnungsprobleme. Bargeld erhielten wir mit unseren Girokarten an jedem Geldautomaten. Die Geschäfte akzeptierten die Karten ebenso. Selbst in kleinsten Läden gab es ein Terminal zur Kartenzahlung.

Während wir Einkauf und Eintrittsgebühren meist bargeldlos beglichen., erwarteten die Stell- und Campingplätze Bargeld. Bei nur einer Übernachtung zahlten wir immer gleich bei der Ankunft unsere Rechnung.

Auf dieser Reise nutzte ich erstmalig Apple Pay. In Irland gab es nirgends erstaunte Reaktionen, wenn ich auf meine Uhr zeigte. Piep und die Rechnung war bezahlt. Zu diesem Thema werde ich noch irgendwann mehr schreiben.

Von der Autobahn zu den Single Track Roads, die irischen Straßen

Der Linksverkehr

Zum Thema Verkehr darf eine Tatsache nicht verschwiegen werden. Die Iren fahren Immer auf der falschen Seite. Sogar die Autos sind verkehrt herum gebaut. Diesmal passierte es mir nicht, dass ich die falsche Fahrbahn nutzte. Nur einmal fand ich eine Parkplatzausfahrt nicht, da ich auf der falschen Seite unterwegs war.

Über meine Erfahrungen mit dem Linksverkehr habe bereits früher einmal geschrieben, daher überspringe ich das Thema hier.

Der nächste Unterschied ist gegenseitige Rücksichtnahme. Obwohl die irischen Autofahrer gern schnell unterwegs sind, gibt es kein Beharren auf das Recht. So verzichtet ein Ire gern mal auf die Vorfahrt, wenn es der Entspannung der Situation dienlich ist. Ebenso sieht man es uns Besuchern nach, wenn es mal an einer Kreuzung etwas dauert, die richtige Richtung zu finden. 

Die Straßenverhältnisse

Die Straßenverhältnisse in Irland sind nicht mit Deutschland vergleichbar. Das ist kein Wunder, denn die Verkehrsdichte erreicht nur in den größeren Städten vergleichbare Werte. So gibt es neben gut ausgebaute Autobahnen und vierspurigen Straßen auch Single Track Roads, die gerade für ein Fahrzeug breit genug sind.

Bereits auf Nationalstraßen (Nxx) kann für uns Wohnmobilfahrer die Straßenbreite ein Thema werden.  Nicht immer ist gewährleistet, dass zwei breite Fahrzeuge ungestört aneinander vorbei kommen. Die geringe Straßenbreite ist es, die immer wieder einmal einem rechten Außenspiegel zum Verhängnis wird. Wir konnten zufällig aus der ersten Reihe erleben, wie ein PKW in Dublin seinen Spiegel verlor.

Die kleinen Nebenstraßen zu Landspitzen oder kleinen Ansiedlungen sind sehr einfach gebaut. Auf diesen sehr wenig befahrenen Strecken muss eines der Fahrzeuge an einer Ausweichstelle auf den Entgegenkommer warten.  Dank der schon erwähnten Rücksicht klappt dies meist reibungslos. Beim Vorbeifahren gehört  ein freundliches Winken selbstverständlich dazu.

Eine offizielle Beschilderung „Single Track“ oder besonders gekennzeichnete Ausweichstellen gibt es in Irland nicht. Im Gegensatz zu Schottland ist der Fahrer gefordert, ein breiteres Strassenstück zu finden, um den Gegenverkehr durchzulassen. Besonders eng ging es immer zu, wenn landwirtschaftliche Geräte uns entgegen kamen. Aber mit beidseitigem guten Willen klappten die Begegnungen immer.

Falls Sie Interesse haben, einmal ein Stückchen mit uns über die Halbinseln im Süden zu fahren, hier habe ich einige Teilstücke mitgefilmt. (Der Film wird gerade geschnitten, bitte haben sie noch etwas Geduld)

Entdeckung der Langsamkeit

Bereits bei der Reiseplanung spielen die Straßenverhältnisse eine Rolle. Wir schafften auf den Halbinseln im Südwesten des Landes oft nur 30km pro Stunde. Dabei sind Fotostopps und das Genießen der Ausblicke noch nicht berücksichtigt. Über weitere Entfernungen erreichten wir selten 5okm pro Stunde, während es auf den Autobahnen zügig voran ging.

Eine kleine Besonderheit störte uns auf Landstraßen öfter. Die Mittellinie ist alle paar Meter mit kleinen Erhöhungen versehen. Sobald eine solche Markierung überfahren wird, geht klack klack. Dank der Breite unserer Fahrzeuge ist dies öfter der Fall und beginnt irgendwann zu nerven.

Maut auf den Autobahnen

Einige wenige Autobahnabschnitte sind Mautpflichtig. Die Bezahlung erfolgt nach dem französischen System an Kassen. Eine Ausnahme bildet der Autobahnring M50 in Dublin. Wie in England (Dartfort Crossing) werden die Kennzeichen erfasst und der Halter muss innerhalb der nächsten 24 Stunden die Kosten begleichen. Näheres gibt es auf der Website der Betreiber

Tanken in Irland

Eyeries Irland das Ortszentrum mit Tankstelle und Einkaufszentrum
größte Tankstelle in Eyeries

Das Kapitel kann kurz ausfallen. Es gibt reichlich Tankstellen, auch in entlegenen Orten. Die Preise unterschieden sich 2019 um bis zu 6Cent pro Liter. Da lohnt es sich die Augen offen zu halten. Ein System hinter den Preisen konnten wir nicht erkennen. Selbst an kleinsten Tankstelle weit ab vom Reiseverkehr sahen wir günstige Preise. Wie bereits in Großbritannien aktzeptierten auch in Irland die Pay at Pump Säulen unsere Kreditkarte nicht. Die Girokarte (Vpay) funktionierte dagegen reibungslos.

Frei stehen, Stell- und Campingplätze in Irland

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Es gibt kein Verbot des freien Übernachtens. Die schlechte Nachricht folgt sogleich. Der Platz zum ungestörten Übernachten muss erst einmal gefunden werden.

Seen Irland Flussmündung bei Ebbe

Die Iren legen wert auf ihr Privateigentum und mögen es nicht, wenn Touristen einfach ihr Land in Beschlag nehmen. Dies gilt auch für Wiesen und deren Zufahrten. In touristisch interessanten Gebieten hängt an jedem Weidegatter entsprechende Hinweise.

Der zweite Punkt ist die Enge der Straßen und Wege. Parkplätze sind selten groß genug und oft mit „No Overnight Parking“ Schildern oder der bekannten Teppichstange ausgestattet. Dennoch gibt es schöne Freisteherplätze, nur die Suche kann zeitintensiv werden.

Die Stell- und Campingplätze

Mittlerweile gibt es in Irland auch reine Wohnmobilstellplätze. Da es immer mehr Reisemobilisten nach Irland zieht, legten einige Gemeinden Stellplätze an. Ziel ist es, das Übernachten zu kanalisieren. Die Kosten auf diesen Plätzen schwanken zwischen 0€ und 10€.

Campingplatz in Irland
Campingplatz am Ring of Kerry

Etwas gewöhnungsbedürftig fanden wir anfangs die Campingplätze auf der Insel. Reine Campingplätze gibt es selten. Meist handelt es sich um eine Kombination aus Campingplatz und Mobilhomevermietung. So wirken die Plätze mit den eng stehenden Campinghütten erst einmal abschreckend. Jedoch erlebten wir es mehrfach, dass die besten Plätze den Campern vorbehalten waren. 

Die nächste Besonderheit sind die Hardstands. Jede Parzelle verfügt über einen geteerten oder geschotterten Platz für das Wohnmobil oder den Wohnwagen. Je nach Betreiber kann es sogar sein, dass der Rasen nicht befahren werden darf. Nur auf einem Platz erlebten wir, dass wir uns frei auf die Wiese stellen durften.

Die Preise der Plätze zeigten sich unterschiedlich, die Bandbreite reichte von 17€ bis 38€. Meist zahlten wir für zwei Personen in der Hauptsaison ca. 30€.

Camping App und Campingführer

Es gibt eine Webssite nur für die Campingplätze, die jedoch nicht alle Plätze enthält: Besser ist die App Irland Motorhomes mit vielen Stell- und Campingplätzen. Zusätzlich sind zahlreiche Orte eingetragen, an denen ein freies Übernachten möglich ist.

Auf Campingplätzen sind oft kostenlose Campingführer erhältlich. Wir erhielten das kleine Heft jedoch erst auf Nachfrage.

Hunde in Irland

Die Einreise nach Irland verläuft völlig unproblematisch, wenn der Hund aus Großbritannien einreist. Dann interessiert der Hund die Grenzbeamten nicht, da es entsprechende Abkommen gibt. Dafür sind die Kontrollen bei der Einreise nach GB zu überstehen.

Das Reisen mit Hund empfanden wir sehr angenehm. So fanden wir nur einen Campingplatz, der Hunde grundsätzlich ablehnte. Nur selten kostete der Vierbeiner eine Gebühr.  

Hund am Strand in Irland

Grundsätzlich gehört das Aufputzen der Hinterlassenschaften fest zur Hundehaltung. Die geeigneten Beutel gibt es oft in Spendern und Schilder weisen auf die Notwendigkeit des Putzens hin. Anderenfalls drohen hohe Geldstrafen. In Lokalen sind Hunde meist unerwünscht.

Ein anders Thema ist die Leine. Außerhalb eingezäunter Gebiete sahen wir nie einen freilaufenden Hund. In Dublin gab es im Park neben dem Campingplatz sogar extra ein kleines Gehege zum leinenlosen Austoben.

An den Stränden fanden wir keine Verbote für unsere Vierbeiner. So durfte unser Hund immer mit an das Wasser. In der Hauptsaison kann dies anders aussehen, falls dann Badewetter herrschen sollte.

Einkaufen

Einkaufen in Irland fanden wir langweilig. Aldi und Lidl verkaufen ähnliche oder gleiche Produkte. Auch in anderen Supermärkten unterscheidet sich das Angebot kaum zu den in Deutschland angebotenen Waren. Die Preise liegen teilweise deutlich über den Preisen in Deutschland.

Eyeries Irland das Ortszentrum mit Tankstelle und Einkaufszentrum
Das größte Einkaufszentrum in Eyeries

Nur ein Dauerthema, dass wir schon aus England und Schottland kannten, setzte sich in Irland fort. Es gibt einfach kein Brot wie wir es aus Deutschland kennen. Selbst Brötchen und Baguette entsprechen nicht unseren Vorstellungen.

Die Öffnungszeiten der Läden sind regional verschieden. Meist sind die Läden sehr lange geöffnet. Das gilt auch für die Sonn- und Feiertage. In ländlichen Regionen dient der Tankstellenshop gleichzeitig als Supermarktersatz mit allen Artikeln des täglichen Lebens.

Etwas zum Schmunzeln:

Meist kaufen wir morgens nach dem Start ein. So besuchten wir gegen 11:00Uhr am Morgen den Aldi in Galway. Einige Produkte sammelten sich im Wagen. Zum Schluss kam noch ein Sixpack Guiness hinzu.

Leider nahm die Kassiererin das Bier gleich vom Band und stellte es weg. Mit einem breiten Lächeln erklärte sie uns verdutzten Mitteleuropäern, dass das Gesetz in Irland ver verbietet, vor 12:30Uhr Bier und andere alkoholische Getränke zu verkaufen. Wieder einmal etwas gelernt!

Sonne oder Regen, das Wetter in Irland

Sobald es um das Reiseland Irland geht, kommt sofort die Frage nach dem Wetter. Die Antwort ist nicht ganz einfach. nach unseren Erfahrungen ist die Insel keine Region für Urlaubsbräune.

Typisches Wetter?

Während unseres Aufenthaltes im Juni erlebten wir keinen Tag ohne Regen und keinen Tag ohne Sonnenschein. An der Satz:“ In Irland gibt es alle vier Jahreszeiten an einem Tag“ ist zwar etwas übertrieben, passt aber zu unseren Erlebnissen.

Die Höchsttemperaturen schwankten zwischen 12Grad und 18Grad, in der Nacht ging die Quecksilbersäule schon mal auf 8Grad zurück. Wie im Reisebericht geschildert, nervte uns das Wetter nur einmal wirklich.

Die kurze Hosen blieben im Schrank und die Winterjacke wurde nicht benötigt.

Ist das Englisch? Die Verständigung

Eine weitere Kleinigkeit fällt auf, sobald der erste Wegweiser auftaucht. Meist steht oben die irische Bezeichnung, der englische Namen taucht erst darunter auf. In einigen ablegenden Regionen gibt es überhaupt keine englischen Texte auf den Schildern.

Obwohl nur eine Minderheit die irische Sprache täglich benutz, ist es die Hauptsprache des Landes. Englisch folgt erst an zweiter Stelle, wenn es um die Amtssprache geht.

Die Zweisprachigkeit hatte für uns keinerlei Bedeutung. Mit den Resten unseres Schulenglisch konnten wir uns so weit verständigen, wie es nötig war. Nur manchmal, bei längeren Erklärungen, konnten wir dem Redeschwall nicht folgen. Dann zeigten sich die Iren sehr verständnisvoll.

Fazit

Im Verlaufe unserer Tour gab es keine besonderen Schwierigkeiten oder Situationen. Eine Irlandreise stellt keine besonderen logistischen Anforderungen an die Wohnmobilreisenden. Einzig beim Autofahren gilt es, die Abmessungen des Fahrzeugs im griff zu haben.

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