Irland, Rückblick auf eine interessante Reise

In diesem Jahr machten wir uns im Frühsommer auf den Weg nach Irland. Jetzt, mit etwas Abstand , blicke noch einmal etwas kritischer auf auf eine schöne Zeit auf der grünen Insel zurück.

Die Reisedauer

Da unsere jährliche Reisezeit begrenzt ist, standen uns nur 3 Wochen Zeit zur Verfügung. Heute, nach unserer Reise, gehe ich davon aus, dass sich eine kürzere Reise nicht lohnenswert ist.

Durch die lange Anreise geht viel Zeit verloren. So standen uns direkt in Irland nur 14 Tage zur Verfügung. Hinzu kommt, dass die sehenswerten Teile Irlands (Ausnahme: Dublin) nicht direkt am Fährhafen liegen. So kommen noch Fahrtage innerhalb des Landes dazu.

Alle Interessenten empfehle ich, daher, mindestens 3 Wochen, besser 4 Wochen, Urlaubszeit einzuplanen.

Die Anreise

Irland liegt bekanntlich nicht gleich um die Ecke. Dennoch liegt die fahrende Strecke im üblichen Rahmen. Schwierig wird es nur durch das viele Wasser, was uns von der grünen Insel trennt.

Calais Mole mit Fähre

Je nach Strecke sind eine oder mehrere Fährfahrten erforderlich. Wir entschieden uns für die zwei Überfahrten Calais – Dover und Fishguard – Rosslare.

Rückblickend würde ich die Verbindungen wieder wählen. Alternativ dazu könnte ich mir eine Überfahrt mit der Schnellähre Holyhead – Dublin vorstellen, da ich kein Freund langer Fährfahrten bin.

Die An- und Abreise planten wir als Irland-Neulinge sehr vorsichtig mit sehr viel Pufferzeiten. Entgegen unserer Abschätzung erreichten wir bereits am ersten Tag Calais. Keine Staus behinderten unsere Reise.So hatten wir am nächsten Tag viel Zeit für die Kanalüberquerung und die Weiterfahrt zu dem reservierten Campingplatz in Folkestone.

Rückblickend gaben uns die reservierten Campingplatze in Großbritannien Sicherheit. Gleichzeitig schränkten die Buchungen jedoch unsere Flexibilität ein.

Nicht zu unterschätzen ist die Fahrt durch England und Wales auf der Landbridge. Insgesamt sind ca. 600km, meist Autobahn, zu überwinden. Wir benötigten mit allen Pausen und einem Einkaufsstop auf der Hin- und Rückfahrt jeweils fast 10 Stunden.

Auf unserer Rückreise erlebten wir, dass es auch noch viel länger dauern kann. Im Gegenverkehr sahen wir drei sehr lange Staus, die sicherlich zu massiven Verzögerungen führten.

Nicht umsonst wird die M25 um London herum öfter „größter Parkplatz Englands“ genannt.

Die Reisezeit

Wir waren in den ersten drei Juniwochen unterwegs, Für uns passte die Jahreszeit. Es waren zwar schon viele Urlauber und Wohnmobile unterwegs, dennoch gab es keine vollen Stell- und Campingplätze. oder überlaufene Sehenswürdigkeiten.

Keel, schlechtes Wetter gibt es nicht
Schlechte Wetter gibt es nicht!

Das Wetter überraschte uns positiv. Die Temperaturen lagen am Tage zwischen 14 und 20©Rad, die Niederschläge hielten sich in Grenzen. Nur an einem Tag nervte uns der Regen.

Die Reiseroute

Unsere Reiseroute entstand ganz einfach. Ausgehend von den Fährhäfen suchten wir uns interessante Landschaften und Städte mit Hilfe unserer Reiseführer aus. Als weitere Ratgeber nutzten wir die Empfehlungen unserer Töchter, die vor einigen Jahren mit dem öffentlichen Nahverkehr in Irland unterwegs waren.

Die Städte

Im Nachhinein würden wir etwas anders planen. Obwohl Cobh mit dem Stellplatz und die Bahnfahrt nach Cork interessant waren, würde ich heute Cork aus dem Programm streichen.

Kilkenny The Butterslip
Atention, the Butterslip may be slippery (Kilkenny)

Der Besuch in der Stadt war schön und Cork ist sicher einen Besuch wert. Jedoch zeigte die Stadt im Vergleich mit den anderen besuchten Orten wenig eigenen Charakter. Wir empfanden Cork als sehr geschäftige Großstadt ohne ein eigenes Gesicht. Da fanden wir aus Sicht des Besuchers die Kleinstadt Cobh spannender.

Kilkenny zeigte sich als reizvolle Kleinstadt mit Vergangenheit und engen Gassen, während Galway mit den vielen jungen Leuten und den Pubs Lebensfreude ausstrahlte.

Dublin

Ein Höhepunkt unserer Tour stellte die Hauptstadt dar. Den tag in Dublin möchten wir nicht missen. Insbesondere angetan hatte es uns das Universitätsgelände mit dem Long Room. Die Ausstrahlung dieses Raumes mit den ganzen wertvollen Büchern erinnerte uns an einen Tempel für Literatur.

Die südlichen Halbinseln

Von Cork aus fuhren wir auf die nur schwach besiedelten südlichen Halbinseln. Wir verbrachten viel Zeit mit den schönen Landschaften.

Aussichtspunkt am Ring of Kerry

Enttäuschend empfand ich den bekannten Ring of Kerry. Wir hatten vorher schon schöne sehenswerte Küstenabschnitte gesehen, da konnte der Ring of Kerry nicht mithalten.

Dennoch würde ich jedem Irlandreisenden die Strecke empfehlen, da es auch die Zufahrt zum Ring of Skellig ist. Dieser äußere Teil der Kerry Halbinsel gehörte zu den Höhepunkten unserer Reise. Aber Vorsicht, einige Straßenstücke sind sehr eng und sehr steil. Sogar 180Grad Kehren gilt es zu meistern.

Die Atlantikküste

Etwas zwiespältig sehe ich rückblickend die Cliffs of Moher. Ja.die Steilküste ist sehenswert. Aber den Rummel drumherum brauche ich nicht. Leider konnten wir auf gesundheitlichen Gründen nicht wandern. Ich kann mir gut vorstellen, dass abseits des Großparkplatzes ein anderer Eindruck entsteht.

Auf Achill Island wären wir gern noch geblieben, nur ging uns die Zeit aus. Wieder war es die Küstenlandschaft, die uns in ihren Bann zog. Bei einem erneutem Irlandbesuch würden wir auf jeden Fall mehr Zeit für die Nordwestküste einplanen.

Der Wild Atlantic Way

Jeder, der eine Irlandreise plant, triff auf diese Straße. Das ist kein Wunder, führt diese 2500km Touristenroute vom südlichsten Punkt hinauf bis an die Grenze zu Nordirland. Damit ist es eine der längsten zusammenhängenden Küstenstraßen der Welt.

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Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, wieviele sehenswerte Punkte entlang der Route ausgeschildert sind. Immer wieder zeigen die Schilder auf kleine Nebenstrecken zu kleinen Häfen, Stränden oder Aussichtspunkten.

Gern würde ich einmal die gesamte Strecke abfahren. Aber nach unseren Erfahrungen ist es fast nicht möglich, da sehr viel Zeit benötigt wird. Dennoch lohnt es sich meist, die Hauptstraße zu verlassen und den Schildern mit der Welle zu folgen.

Ausgelassene Orte

Schon bei unserer Planung blieben zwei Punkte ganz in der Nähe unserer Reiseroute außen vor. Wir nutzten die Fähre über den Shannon und ignorierten Limerick. Ursache war eine Empfehlung unserer Töchter, die uns vom besuch abrieten,

Ebenso blieb Killarney unbesucht. Hier schrecken uns die Reiseführer ab. Schließlich brauchen wir noch Ziele für nächste Touren.

Fazit

Die Irlandreise gefiel uns sehr gut. Als Liebhaber von wilden Küsten und kleinen Orten passt Irland perfekt zu unseren Urlaubsvorstellungen. Wenn mir es schaffen, Irland nochmals zu besuchen, werden wir uns etwas weniger vornehmen und uns auf ein Gebiet konzentrieren, denn den groben Überblick haben wir jetzt bereits erhalten.

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