Irland mit dem Wohnmobil 4: Über Dublin nach Franken

Im letzten Teil der Irlandreise geht es noch einmal an die Küste. Anschließend führt die Tour über Dublin und Kilkenny zum Fährhafen in Rosslare. Die unvermeidliche Heimreise schließt den Bericht ab.

Regen auf Achill Island

Das Einheitsgrau des Himmels über Galway motivierte uns nicht, das Bett zu verlassen. Sehr spät schafften wir es endlich, den Tag zu beginnen. So wurde es fast Mittag, bevor wir uns wieder auf den Weg machten.

Gleich nach dem Start passierte uns eine witzige Panne beim Einkauf im Supermarkt. An der Kasse nahm die Kassiererin einfach unsere 4 Dosen Guiness vom Band. Nachdem die nette Dame unser Erstaunen bemerkte, grinste sie. Die Aufklärung erfolgte umgehend. In Irland darf vor 12:30Uhr kein Alkohol verkauft werden, auch wenn die Getränke offen in den Regalen stehen. Durch dies Gesetz öffnen die Pubs erst um 12:30 Uhr. Wieder einmal: Andere Länder, andere Sitten.

Kurz nach der Weiterfahrt begann der große Regen. Wir ließen uns nicht stören und fuhren wir einfach weiter Richtung Achill Island. Am frühen Nachmittag erreichten wir Keel, den Hauptort der Insel. Auf dem dortigen fast leeren Campingplatz erhielten wir einen Platz mit Strand- und Meerblick. Aber was nutzt der Blick auf graue Wolken und den Regen? Schnell legten wir einen Nachmittagsschlaf ein und hofften auf besseres Wetter.

Es dauerte nicht lange und das Geräusch auf dem Dach verschwand. Bereits beim Nachmittagskaffee blitzten einzelne Sonnenstrahlen durch die Regenwolken. Schon bald stand dem erhofften Strandspaziergang nichts mehr im Wege.

Der Nachmittag und Abend in Keel wurde zu einem Musterbeispiel für das Wetter während unserer Reise. Innerhalb weniger Stunden gab es Sonnenschein, heftigen Regen und starke Windböen. Unser Außenthermometer zeigte Werte zwischen 12Grad und 25Grad. Die folgenden Bilder versuchen den Wandel zu dokumentieren. Sie entstanden alle innerhalb weniger Stunden.

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Eine Besonderheit in Keel waren die zahlreichen Schafe, die frei herumliefen. So standen Schafe am Strand und auf der Straße. Sogar mitten im Ort trafen wir einige Exemplare. Nur der Campingplatz verfügte über schafsichere Zugänge.

Pünktlich, als ich vom abendlichen Duschen zum Wohnmobil zurück ging erwischte mich das nächste Schauer. Damit ging dieser erste vom Wetter geprägte Urlaubstag zu Ende.

Quer durch das Land nach Dublin

Nachdem wir am Vortag mehrfach den angeblich typisch irischen schnellen Wetterwechsel erlebten hatten, startete der Tag in Kiel mit Sonnenschein. Die Wolken zogen langsam ins Hinterland ab.

Wir wären gern noch etwas auf Achil Island geblieben, aber in Dublin wartete ein reservierter Campingplatz auf uns. So verabschiedeten wir uns vom Wild Atlantic Way und machten uns auf die Reise in die Hauptstadt.

Die Fahrt quer durch das Land verlief ereignislos. Für Abwechslung sorgen nur die Straßenverhältnisse der N4 und das Wetter. Von Wolkenbruch bis Sommersonne erlebten wir wieder die ganze Bandbreite.

Die Anfahrt zum Campingplatz Camac Valley vor den Toren der Stadt verlief ohne Schwierigkeiten, obwohl wir in den Feierabendverkehr gerieten. Unser über das Netz reservierte Platz wartete bereits auf uns.

Nach der langen Autofahrt nutzten wir den angrenzenden Park, um uns und den Hund noch etwas zu bewegen. Mittlerweile hatte sich das Wetter beruhigt und wir erlebten noch einen schönen sonnigen Abend.

Stadtbummel bei Sonnenschein

Der Tag in Dublin begann mit einem Schnellstart. Der Auslöser war die nur stündlich verkehrende Busverbindung vom Campingplatz in die Innenstadt.

Nach einer interessanten Busfahrt landeten wir direkt in der City. Wir bummelten durch die Straßen und am Fluß Liffey entlang. Das schöne Wetter verstärkte unseren positiven ersten Eindruck von der Stadt. 

Wissenswertes über Dublin

Direkt in Dublin, der Landeshauptstadt, wohnen ca. eine halbe Million Einwohner. Im gesamten Großraum um die Kernstadt herum leben über eine Million Menschen.

Die Stadt entwickelte sich an der Mündung des Lifley. Der Fluss teilt die Stadt in zwei Hälften. Früher galt der südliche Stadtteil als der vornehmere Teil der Stadt.

Durch die Steuerpolitik begünstigt, gelang es Dublin sich zu einem It-Zentrum zu entwickeln. Viele namhafte Firmen wie Google oder Apple haben ihren Hauptsitz in Dublin. Mittlerweile ist Apple der größte Arbeitgeber der Stadt. Früher gehörte die Bierproduktion zu den Schwerpunkten der Wirtschaft.

Eine lange Tradition haben die Universitäten der Stadt.Der Campus der University of Dublin (Trinity College) gehört mittlerweile zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Tourismus entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Standbein der Stadt.

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Den Fotografen nervten anfangs die Doppeldeckerbusse. Immer wieder schob sich so ein Gefährt ins Bild. Das ist kein Wunder, da in Dublin fast der gesamte öffentliche Nahverkehr mit Bussen abgewickelt wird. Ein Straßenbahnnetz ist erst im Aufbau.

Wir gingen durch Temple Bar, das am Vormittag noch wenig besuchte Vergnügungsviertel der Stadt. Irgendwann möchte ich hier einmal einen Abend verbringen.

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Der Long Room und das Book of Kells

Bereits am Eingang beeindruckte uns das Gelände der sehr traditionellen Universität. Nachdem wir das Gedränge im Eingangsbereich hinter uns gebracht hatten, bummelten wir durch das Gelände. Abseits der Hauptroute fanden wir fast idyllische Ecken, die vom Touristenansturm  verschont blieben.

Bald kehrten wir zu der Hauptroute zurück, denn auch wir wollten uns die Sehenswürdigkeit nicht entgehen lassen. Unsere Vorbereitung vom Vortag zahlte sich aus. Dank unserer Online reservierten Eintrittskarten gelangten wir ohne jede Wartezeit in die berühmte Bücherei der Universität.

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In der Ausstellung bewunderten wir das berühmte Book of Kells und weitere alte Schriften, bevor es in den Long Room der Bücherei ging. Der große wirklich lange Raum strahlte eine besondere Atmosphäre aus. Trotz der vielen Besucher herrsche eine Ruhe und fast andächtige Stille. Auch uns zog der über zwei Stockwerke gehende Raum in seinen Bann. Wir verbrachten einige Zeit im Raum, bevor wir durch den unvermeidlichen Souvenirshop das Bauwerk verließen.

The Long Room, eine riesige Sammlung alter Schriften

Nach einer späten Mittagspause machen wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Google zeigte uns die nächste Verbindung und die nächste Haltestelle des Busses an. So schafften sogar wir es, den richtigen Bus zum Campingplatz zu erwischen. 

Ein kleiner Hinweis am Rande: In Dublin nehmen die Busfahrer nur Münzgeld an und geben kein Rückgeld heraus. Es gibt nur einen Gutschein, der später eingelöst werden kann.

Die Fahrt, diesmal oben im Doppeldecker, verlief wieder einmal spannend. Wir erhielten eine Stadtrundfahrt durch die Vororte Dublins mit bester Aussicht. Allerdings duckten wir uns manchmal, wenn Äste gegen die Frontscheibe prallten.

So erreichten wir nach einem schönen Stadtbummel wieder den Campingplatz. Jetzt kamen die Campingstühle auf unserer sehr großen Parzelle zum Einsatz. Die Freude währte nicht lange, denn nach und nach bezog sich der Himmel und die Temperaturen unterschritten wieder die 20Grad Marke. So verbrachten wir den Abend mit irischem Fernsehen (z.B.:Gefragt – Gejagt in irischer Version) im Wohnmobil.

Kilkenny, eine sehenswerte Kleinstadt

Nach einer ruhigen Nacht frühstückten wir in Ruhe, bevor wir unser Wohnzimmer noch einmal gründlich reinigten. Schließlich war es unser letzter Tag in Irland und auf der Rückreise wollten wir uns nicht mit putzen beschäftigen.

So kam es, dass wir erst kurz vor Mittag vom Campingplatz starteten. Wieder blieb uns der Stadtverkehr von Dublin erspart, denn die Autobahn N7 führte direkt am Campingplatz vorbei. Schnell gelangten wir staufrei nach Kilkenny.

In der Stadt gab es dann das übliche Parkplatzproblem. Wir hatten Glück und fanden auf einem Großparkplatz eine Lücke für unser Auto. Damit stand einer weiteren Stadtbesichtigung Nichts im Wege.

Da wir vom Parkplatz bereits auf das Kilkenny Castle blickten, begannen wir unseren Rundgang am Schloss und im Schlosspark. Auf eine Besichtigung der Räume verzichteten wir.

Weiter gingen wir durch die Hauptstraße an den vielen kleinen Läden vorbei. Nach dem Betrieb in Dublin genossen wir die irische Kleinstadtatmosphäre. Wir trafen unterwegs zufällig die Gebäude der Smithwick-Brauerei, verzichteten aber auf eine Besichtigung. Eine Brauerei zu besichtigen, ist nicht zielführend, wenn anschließend 100km zu fahren sind.

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In einem großen Dunnes Store (irische Supermarkt- und Kaufhauskette) erstanden wir noch einige Kleinigkeiten bevor wir uns wieder auf den Weg machten.

Unsere Route führte uns zurück zum Fährhafen in Rosslare. Unterwegs füllten wir noch einmal den Tank mit preisgünstigem Diesel auf, bevor wir uns auf dem Parkplatz am Fähranleger einen ruhigen Platz für die Nacht suchten. Damit schloss sich der Kreis und unsere kleine Irlandrundreise war zu Ende.

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Über das Wasser in den Wald bei Marlborough

Bedingt durch den Fahrplan der Fähren begann der Tag früh. Schnell erledigten wir die Morgentoilette und die Hunderunde. Ohne Frühstück starteten wir zum Check In, denn die Stena Nordica wartete bereits auf uns.

Die ganze Prozedur verlief zügig und ohne jede Hektik. Schon wenige Minuten später saßen wir beim Frühstück auf der Fähre. Zu unserer Verwunderung gab es reichlich Platz, denn das Schiff war nicht ausgebucht.

Wie immer wird eine Fährfahrt irgendwann langweilig. Wir verbrachten die Zeit mit Lesen und mit dem Schreiben unseres Reiseberichtes. Der schönste Teil der Überfahrt begann kurz vor dem Ziel. Das Schiff fuhr längere Zeit nahe an der Küste entlang. Wales empfing uns mit viel Sonnenschein.

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Nach einer Hundepause in Fishguard ging es weiter in Richtung London. Obwohl reger Verkehr herrschte, kamen wir gut voran und erreichten gegen Abend unser Ziel, Savernake Camping in der Nähe von Marlborough. Auf der sehr idyllischen Anlage mitten im Wald hatten wir einen Platz reserviert.

Über den Kanal nach Nürnberg

Gut erholt nahmen wir die nächste Etappe unserer Heimfahrt in Angriff. Bis zum Fährhafen in Dover verlief die Fahrt reibungslos. Am Schalter von P&O erfuhren wir dann, dass es technische Schwierigkeiten gibt. Die nächste freie Fähre fuhr erst in zwei Stunden.

Zähneknirschend begannen wir uns mit der Wartezeit zu arrangieren. Während meine Frau die Geschehnisse im Fährhafen im Auge behielt, legte ich mich in die Koje und schonte die Augen.

Irgendwann durften wir dann auf die Fähre fahren. Wieder erhielten wir einen Platz auf dem PKW-Deck zugewiesen. Die Überfahrt verlief in jeder Hinsicht ruhig, da diesmal keine Schulklassen an Bord waren. Traditionsgemäß gab es im Restaurant Fish and Chips zu unserem vorgezogenen Abendessen.

Bedingt durch die Verzögerung und durch die übliche Zeitumstellung erreichten wir Calais gegen 18:30Uhr. Sofort machten wir uns auf den Weg zur Autobahn. Dabei musste sich der Fahrer konzentrieren, denn plötzlich fuhren die Autos wieder auf der richtigen Straßenseite.

Wir hörten auf unser Navi entschieden uns für die französische Autobahn über Reims und Metz. Diese Route kostete ca. 50€ Autobahngebühr. Dafür ersparten wir uns das Gedrängel und die Staus um Brüssel herum.

Nach einer Zwischenübernachtung irgendwo im Nirgendwo stoppte nur noch Ed Sheeran unsere Rückfahrt nach Nürnberg, denn in der Nähe von Hockenheim gerieten wir in den Stau der anreisenden Konzertbesucher.

Nach drei schönen Wochen erreichten wir wieder wohlbehalten Nürnberg. Am meisten freute sich Sam, denn endlich konnte er auf seinen Stammplatz auf der Couch.

Auf ein Fazit der Reise verzichte ich an dieser Stelle. Die Eindrücke würden den Rahmen eines Reiseberichtes sprengen. Wir hoffen jedoch, Irland nochmals besuchen zu können.

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