Umweltzonen in Europa, wer blickt noch durch?

Mittlerweile nehmen die umweltbedingten Fahrverbote immer mehr zu. In ganz Europa entwickeln Politiker individuelle Regelungen. Für uns Fahrer gilt es, immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Wer schafft dies noch?

Bisher gab es zumindest in Deutschland eine eindeutige Regelung für Fahrverbote. Die Städte mit Umweltzonen waren bekannt und die Autofahrer hatten sich darauf eingestellt. Besucher konnten sich schon vor der Reise grob über die Ausdehnung informieren. Hinzu kam der einfache Farbcode. Aufkleber auf der Scheibe und entsprechende Schilder sorgten für Klarheit.

Dies geschilderte Verfahren war zu einfach. Daher kommen in der letzten Zeit zusätzlich Sperrungen für einzelne Straßen oder Stadtteile hinzu. EHamburg spielt hier den Vorreiter. In Stuttgart dürfen bestimmte Diesel mit grüner Plakette nicht mehr in die „grüne“ Umweltzone einfahren.

Einfach losfahren wird unmöglich

Der Autofahrer ist gezwungen, ganze Romane auf den Schildern schnell zu lesen und zu verstehen. Für uns Reiselustige ohne Ortskenntnis gilt es, sehr aufmerksam zu fahren. Besser ist es, sich bereits im Vorfeld zum informieren.

Die nächste Schwierigkeitsstufe trifft uns Reisemobilisten im Ausland. Von den französischen Plaketten haben schon viele gehört oder gelesen, aber wer kennt die Regelungen in Antwerpen?

Mal geht es nach Schadstoffklasse, mal ist das Datum der Zulassung das entscheidende Kriterium, die den Zugang in die Zonen ermöglicht. Einige Länder überwachen die Verbote kaum, andere verfügen über automatische Überwachungsanlagen an allen Eingängen der Zone (z-B. London).

Ja, ich gebe es zu. Das Thema nervt mich zur Zeit mächtig. Mein Wohnmobil wird von einem Euro5 Diesel angetrieben. Dieses uralte Model fällt natürlich unter viele Einschränkungen.

Damit ist es vorbei, einfach sorgenfrei ohne große Planung loszufahren. Recherchen sind erforderlich. Wer kennt schon alle Regelungen in Europa? Mittlerweile gibt es im Netz eine Webseite, deren Geschäftsmodel es ist, die Autofahrer gegen Gebühr mit den geforderten Plaketten zu versorgen. Natürlich gibt es kostengünstigere Wege zu dem begehrten Aufklebern. Diese muß der Fahrer aber erst einmal finden.

Europäische Einheit?

Ob die Fahrverbote erforderlich sind, ist hier nicht das Thema. Aber liebe Politiker, ist es nicht möglich, in Europa ähnliche Spielregeln für die Sperrzonen anzuwenden? In der gegenwärtigen Situation führen Umweltzonen zu einer Behinderung des Reiseverkehrs.

Es sollte selbstverständlich sein, eine einheitliche Abstufung und Kennzeichnung der Fahrzeuge zu erreichen. Ich bin gespannt, was passiert, wenn eine Politesse mein Wohnmobil mit einer gelben Plakette aus Frankreich und einer grünen Plakette nach deutschem Recht vorfindet. Ich freue mich schon jetzt auf das Knöllchen.

Die Verbote sind nicht mehr zurückzudrehen, jetzt gilt es, praktikable Regelungen für alle Autofahrer in Europa zu finden. Es kann nicht sein, dass vor einer Reise ewige Recherchen zu Fahrverboten erforderlich sind. Das ist für eine europäische Einheit nicht förderlich.

Irgendwann wird der Durchblick sogar optisch verhindert. Mautaufkleber, Umweltplaketten aus ganz Europa, irgendwann wird es eng auf der Frontscheibe.

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