Zwei Tage am Rhein, der Saisonauftakt im Februar

Eine kurze Verpflichtung in Mannheim führte mich in Richtung Rhein. Da der Wetterbericht sehr gut klang, verlängerte ich die Reise und machte mich auf den Weg ins Rheintal.

Stürmische Nacht in Bacharach

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichte ich Bacharach. Den Stellplatz kannte ich schon von früheren Besuchen. Außerhalb der Saison bietet der Platz eine schöne Aussicht auf den Rhein. Hinzu kommt, dass die rechtsrheinische Bahnlinie weit genug entfernt ist. So bleiben die müden Besucher vom Lärm der vielen Güterzüge halbwegs verschont.

Der geplante Fernsehabend fiel aus, da der starke Wind meine Schüssel mehrfach verstellte. So arbeitete ich etwas am Computer und suchte früh den hintern Teil des Wohnmobils auf.

Entsprechend früh begann der nächste Tag. Ich verzichtete auf eine frühe Brötchentour und begnügte mich mit den Vorräten.

Jetzt erst bemerkte ich das Schild am Stellplatz, dass auf den Urlaub der Betreiber hinwies. So blieb die Übernachtung kostenfrei, da der Platzwart auf seine Runde verzichtete.

Mein erster Spaziergang führte mich am Rheinufer entlang und durch den Ort. Wieder stellte ich fest, welche Hypothek die früheren Bahnbauer dem Tal aufgebürdet haben. Die ICE-Züge passen nicht zur Rheinromantik.

Anschließend machte ich mich wieder mit dem Wohnmobil auf den Weg. Es ging immer am Rhein entlang. In Oberwesel füllte ich den Kühlschrank auf und inspizierte den immer noch als Stellplatz ausgewiesenen kleinen Parkplatz direkt an der Straße. Wie immer war der Platz komplett mit PKW zugestellt.

Weiter ging die Fahrt. Unterwegs hatte ich die Idee, Andernach einen Besuch abzustatten. Bisher kannte ich die Stadt nur vom Vorbeifahren.

Andernach im Sonnenschein

Zu meiner Überraschung war der Stellplatz gut besucht. Mindestens 15 Besatzungen waren ebenfalls im Winter unterwegs. Nach dem häuslichen Einrichten auf dem Platz legte ich eine ausgiebige Mittagspause ein und schaute in den Rhein rein.

So wurde es Nachmittag, bis ich mich auf den weg machte, die Stadt zu entdecken. Mittlerweile zeigte sich die Sonne am bauen Himmel und lockte die Menschen an die frische Luft.

So führte mich mein Weg erst in der warmen Sonne am Rhein entlang, bevor ich in die Stadt abbog. Beeindruckend fand ich meinen Besuch in der spätromanischen Kirche Maria Himmelfahrt. Während meines Rundganges hatte ich die große Kirche ganz für mich allein.

Anschließend schlenderte ich an der mächtigen Stadtmauer entlang und durch die Fußgängerzone. Das moderne Einkaufszentrum ignorierte ich, da diese Komsumtempel in allen Städten ähnlich gestaltet sind.

Nach fast zwei Stunden erreichte ich wieder den Stellplatz. Die Abendsonne sorgte dafür, dass noch einige Zeit an der Promenade verweilte.

Nach einer Stärkung holte ich noch meine Nordic-Walking-Stöcke aus dem Kofferraum und nutzte die milde Luft für zwei Runden entlang des Rheinufers.

Nach so viel Bewegung reichte es mir und meinen geschwächten Muskeln. So endete der Abend vor dem Fernseher. Diesmal verhinderte kein Wind das Aufstellen der Schüssel.

Am nächsten Morgen begann mit grauem Himmel. Dennoch machte ich mich auf zu meinem morgendlichen Gehtranig. Bereits beim anschließenden zweiten Frühstück begann die Sonne, sich langsam durch den Hochnebel zu kämpfen.

Die Loreley möchte kein Foto

Für mich wurde es Zeit, mich wieder in Richtung Heimat auf den Weg zu machen. Für die Rückfahrt wählte ich wieder die Route immer am Rhein entlang bis Wiesbaden.

So überquerte ich in Koblenz den Fluss und fuhr an der rechten Rheinseite flussaufwärts. In Braunsbach unterhalb der Marksburg (eine meiner Lieblingsburgen) schaute ich mir noch kurz den Stellplatz an.

Den nächsten Stopp legte ich direkt unterhalb der Loreley ein. Das schöne Wetter lockte mich hinaus. So machte ich mich auf den beschwerlichen und sehr steinigen Weg zur Statue auf der Landzunge.

Den nächsten Stopp legte ich direkt unterhalb der Loreley ein. Das schöne Wetter lockte mich hinaus. So machte ich mich auf den beschwerlichen und sehr steinigen Weg zur Statue auf der Landzunge.

Die junge Dame zickte, als ich nett um ein Foto bat. Zum Schutz stellte sich die Loreley so hin, dass die Sonne direkt hinter ihrem Kopf stand. So machte ich mich unvollendeter Dinge auf den Rückweg. Vielleicht hat die Dame beim nächsten Besuch bessere Laune.

Das schöne Wetter machte es mir schwer, die Rückfahrt anzutreten. So blieb ich noch einige Zeit an der Loreley stehen und genoss die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres.

Gemütlich nahm ich die restliche Strecke am Rhein entlang unter die Räder. In der schönen Frühlingssonne störte es mich auch nicht, dass mehrere Baustellen auf der Uferstraße mein Fortkommen behinderten.

Der Rest ist schnell erzählt. Die Autobahn führte mich zügig nach Franken zurück. Pünktlich zum Abendessen war ich wieder zurück bei Frau und Hund.

Fazit: eine lohnenswerte Unterbrechung des Alltags

Insgesamt fand ich die kleine Flucht aus dem Alltag sehr entspannend und erholsam. Das Weltkulturerbe oberes Mittelrheintal gefiel mir wieder einmal. Dank der Rheinschifffahrt gibt es auf dem Fluss immer etwas zu sehen. Die abwechslungsreiche Landschaft mit den vielen Burgen bietet immer wieder reizvolle Ansichten.

Leider sind einige Orte nicht sehr wohnmobilfreundlich. So fand ich z.B. in St. Goar keinen Parkplatz auf dem ein Wohnmobil legal Parken darf. Es gab nur Plätze für PKW oder Busse. Nein es geht nicht ums Übernachten, Ich wollte nur kurz durch den Ort gehen und eine Kleinigkeit essen.

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