Pössl-Sitzbezüge reinigen, eine ungeplante Herausforderung

Schon während unserer letzten Reise stellten wir fest, dass es Zeit wird, unsere Stoff-Sitzbezüge einmal gründlich zu reinigen. Da wir den Arbeitsaufwand von unserem alten Mobil kannten, hatten wir bisher auf das Abziehen der Bezüge verzichtet. Wir beschlossen, uns im Frühjahr einmal mit dem Thema zu beschäftigen.

Ungeplant kommt oft

Jetzt, zwischen den Feiertagen, wollte ich schnell mal den Staub vom Armaturenbrett entfernen. Mit dem Kunststoffreiniger und zwei Lappen bewaffnet, begann ich die kleine Reinigung.

Noch bevor ich richtig loslegen konnte, geschah es. Platsch ging es und die Reinigungsflüssigkeit ergoss sich über den Beifahrersitz. Erstaunt stellte ich fest, dass ich nur noch den Verschluss des Reinigers in der Hand hatte. Die gesamte Sitzfläche war von der Flüssigkeit durchtränkt. Die anschließende Ursachensuche ergab eine abgebrochene Befestigung des Sprühkopfes.

Abziehen der vorderen Sitzbezüge im Pössl

Umgehend meldete ich bei meiner Frau Waschmaschinennutzung an und überlegte, wie das Abziehen funktionieren könnte. Auf den Knien untersuchte ich den Sitz. Die Entfernung des Rückenlehnenbezuges klappte sofort. Nur ein breiter Klettbandstreifen am unteren Ende sorgt für den Halt. Zwei weitere kleine Klettbänder befinden sich unterhalb der Armlehnen.

Nach dem Abziehen zeigte sich eine kleine Überraschung. Die Orginalsitze des Pössl verfügen über eine einfache Kopfstütze. Nur ein Gummiteil überbrückt die Lücke und sorgt dafür, dass der Eindruck eines durchgehenden Sitzes mit integrierten Kopfstützen entsteht.

Der Bezug der Sitzfläche ist vorn und hinten jeweils mit drei großen Kunststoffwinkeln am Sitz befestigt. Diese lassen sich mit zarter Gewalt vom Sitz lösen. Zusätzlich befinden sich zwei kleine Haken an den vorderen Rundungen des Sitzes. Das Lösen klappte mit einer kleinen Zange problemlos.

Anschließend wanderte der Bezugbergberg in die Waschmaschine. Vorsichtshalber wählten wir ein Wollwaschprogramm, um das Einlaufen zu verhindern. Erst nach dem Trocknen folgte der spannende Teil unserer Aktivitäten. Würden die Bezüge noch immer auf die Sitze passen?

Einbau mit Schwierigkeiten

Der erste Schritt, das Beziehen der Beifahrersitzfläche, klappe sofort ohne große Mühe. Ein Einlaufen bemerkte ich nicht. Weiter ging es mit der Rückenlehne. Jedoch gelang es mir nicht, den Bezug aufzuziehen. Immer fehlte unten ein großes Stück Bezug. Der Klettverschluss liess sich selbst mit Kraftaufwand nicht verschließen.

Nachdenklich betrachtete ich mein unfertiges Werk. War der Bezug wirklich so stark eingelaufen? Ich begann den Bezug wieder abzuziehen, um den zweiten Überzug zu testen. Nach dem Befreien der Lehne bemerkte ich sofort die Falle. Die Kopfstütze stand viel zu hoch. Daher fehlte unten ein Stück des Bezuges.. Anscheinend hatte ich beim Abuziehen die Kopfstütze ein Stück hinausgezogen.

Schnell glich ich die Höhenverstellung der Kopfstütze an die der Fahrerseite an und prüfte den Bezug erneut. Jetzt passte der Klettverschluss wieder ohne große Kraftanstrengung. Es dauerte keine Viertelstunde und die Vordersitze erstrahlten in neuem Glanz.

Die Bezüge der hinteren Sitzbank

Mit diesen positiven Erfahrungen nahmen wir den Kampf mit der Rücksitzbank des Pössl auf. Dank der eingenähten Reißverschlüsse erfolgte der Ausbau in wenigen Minuten. Die gesamte Konstruktion mit Schaumstoff erinnerte uns sehr an unseren alten Weinsberg. So befürchteten wir bereits viel Kampf beim Beziehen.Die Bezüge erlebten ebenfalls das Wollwaschprogramm unserer Waschmaschine. Anschließend durften sie sich im Keller vom Schreck erholen und trocknen, bevor der Einbau begann. Entgegen unserer Befürchtungen klappe es auf Anhieb, das Schaumstoff-Innenleben in die Ecken des Bezugs zu schieben. Mit etwas Krafteinsatz gelang es sofort, die Bezüge wieder zu verschließen.

Nachdem sich die Polster wieder an ihrem Platz im Wohnmobil befanden, freuten wir uns über das Ergebnis Entgegen unserer Befürchtungen haben alle Bezüge den Besuch in der Waschmaschine gut überstanden und wirken wie neu.

Nachdem der erste Versuch so gut geklappt hat, gehe ich davon aus, dass das Waschen der Bezüge jetzt wieder regelmäßig einmal pro jähr erfolgen wird. Für den Schmutz wird unser Hund schon sorgen.

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