Wasser im Wohnmobil, wie geht das?

In der kleinen Serie über das Wasser im Wohnmobil geht es diesmal um Tanks, Pumpen, Leitungen und Armaturen. Wieder einmal Stehzen die wohnmobiltechnischen Besonderheiten im Vordergrund.

Meist steht das Wasser weit hinter Strom und Gas zurück, wenn es in Gesprächen um die Wohnmobiltechnik geht. Ganz selbstverständlich füllen das Wasser in den  Tank und bei Bedarf öffnen wir eine Armatur in Küche oder Bad und schon steht das wichtige Nass zur Verfügung.

Die zwei Grundprinzipien der Wasserversorgung

Je nach Hersteller und Fahrzeug kommen zwei sehr unterschiedliche Arten der Wasserversorgung zum Einsatz. Das drucklose System wird vorrangig in Kastenwagen und kleinen Teilintegrierten verwendet. Die aufwändigere Lösung mit Druckpumpe findet sich dagegen meist in größeren Fahrzeugen.

Das drucklose System

Der Name dieser Variante täuscht. Selbstverständlich sorgt eine Pumpe für den Wasserdruck vom der Entnahmestelle. Allerdings steht der Druck nur an, wenn wirklich Wasser benötigt wird.

Aber beginnen wir am Anfang. An der tiefsten Stelle des Frischwassertanks befindet sich eine kleine elektrisch angetriebene Tauchpupe. Schlauchleitungen und elektrische Leitungen führen aus dem Tank zu den Entnahmestellen und zum Wasserboiler..

Die Spezialmischbatterien verfügen über eingebaute Microschalter und sind mit der Pumpe elektrisch verbunden. Sobald der Hahn geöffnet wird, schließt sich ein Kontakt und die Pumpe beginnt mit der Förderung des Wassers.

Der Vorteil dieser Lösung ist der einfache Aufbau des Wasserleitungssystems. Der Hauptnachteil liegt in der aufwendigeren Elektrotechnik und in der geringen Lebensdauer der Unterwasserpumpen.

Glücklicherweise ist das Auswechseln einer defekten Pumpe kein Hexenwerk. Die Pumpen kosten unter 50@ und ein Pumpenwechsel ist in wenigen Minuten einfach zu erledigen. Einige erfahrene Besatzungen führen sogar immer eine Ersatzpumpe mit. Soweit gehe ich nicht, in fünf Jahren versagte mir nur einmal die Pumpe nach der Winterpause den Dienst.

Das Drucksystem

Im Prinzip ähnelt das Drucksystem der Wasserversorgung im Hause. Von einer Quelle (Wassertank) gelangt das Wasser in das Wasserwerk. Wie üblich sorgt das Wasserwerk immer für den richtigen Druck in den Leitungen. Die Entnähmestellen stehen immer unter Druck, sobald der Hauptschalter eingeschaltet ist..

Im Gegensatz zum drucklosen System befindet sich die Pumpe außerhalb des Tanks. Die Pumpen sind meist größer und leistungsfähiger. Direkt an der Pumpe bzw. ganz in der Nähe befindet sich ein Druckausgleichsbehälter, der Druckschwankungen in den Leitungen reduziert.

Ein großer Vorteil ist die höhere Leistungsfähigkeit des Systems. Weiterhin ist es möglich, ganz normale Haushaltsarmaturen aus dem Baumarkt oder Sanitärfachhandel einzusetzen.

Wasser macht Lärm

Beide Arten der Wasserversorgung verrichten die Arbeit leider nicht ganz geräuschlos. Die Pumpenhersteller versprechen zwar viel. aber in den meisten Mobilen ist es nicht zu überhören, wenn die Druckerzeuger ihre Arbeit tun.

Nach unseren Erfahrungen sind die Geräusche der Druckpumpen lauter. Bei den Tauchpumpen sorgt schon das umgebende Wasser für eine Geräuschreduzierung. Dennoch ging uns das pfeifende Geräusch der Tauchpumpe im Pössl mit der Zeit auf die Nerven. Nach dem Einbau einer größeren Pumpe hören wir das leise Säuseln nur noch, wenn wir im Bett liegen.

Eine kleine Warnung

Zum Schluss eine kleine Warnung an die Selbstbauer und Hobbyheimwerker. Die Wasserleitungen in Wohnmobilen bestehen aus Kunststoffschläuchen und Kunststoffverbindern. Oft sind die Leitungen sehr versteckt verlegt und nur mit riesigem Aufwand erreichbar.

Alle diese Gründe sprechen gegen Veränderungen an den Pumpen und Anschlüssen. Druckveränderungen oder mechanische Bewegungen der Leitungen können schnell ein kleines unbemerktes Leck verursachen.

Um Schäden im Winter zu vermeiden, ist es wichtig, das Wasser vor dem ersten Frost abzulassen. Ein kleines Kochbuch dazu gibt es hier

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