Da Schweden zu unseren Lieblingszielen gehört, haben wir viele verschiedene Routen zur Überquerung der Ostsee ausprobiert. In den letzten Jahren hat sich die Route über Rostock–Gedser–Kopenhagen–Malmö zu unserer Lieblingsstrecke entwickelt. Ohne großen Zeitdruck ist die Gesamtstrecke in etwa sechs Stunden zu bewältigen.
Fakten: Fährline Rostock – Gedser
— Betreiber: Scandlines
— Abfahrt alle 2:15 Stunden
— Fahrzeit ca. 2 Stunden
— Fährschiffe Berlin und Kopenhagen
— Zusatzantrieb durch Windrotoren
— Ticketpreise nach Fahrzeuglänge und -höhe
— Kombiticket mit Öresundbrücke möglich
— Flexticket ermöglicht flexible Abfahrtzeiten
Meist beginnt unser Reisetag irgendwo auf einem Übernachtungsplatz zwischen Berlin und Rostock. Weil wir gern die Fähre um 10 Uhr ab Rostock nehmen, müssen wir früh losfahren, um pünktlich im Fährhafen zu sein.
Die Anfahrt zum Fährhafen ist einfach: die Autobahn führt fast direkt dorthin, sodass man kaum mit Rostocker Stadtverkehr zu tun hat. Mit Vorbuchung ist der Check-in schnell erledigt; die Wartezeit nutzen wir zum Frühstücken oder um uns frisch zu machen.
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Die Fähre nahm uns nicht mit
Hafenrundfahrt in Rostock und Warnemünde
Nachdem das Wohnmobil an Bord geparkt und der Hund mit Wasser und Leckerli versorgt ist, beeilen wir uns, um die Abfahrt vom Außendeck zu genießen. Die Fähre fährt an den Rostocker Werften vorbei in Richtung Warnemünde. Anschließend geht die Fahrt an den Kreuzfahrtschiffen entlang. Weiterhin bieten sich herrliche Ausblicke auf Warnemünde mit dem endlosen Sandstrand. Zum Abschluss geht es an den beiden Leuchttürmen vorbei in Richtung See.

Fährschiff Copenhagen, 2019 noch ohne den Windrotor
Es folgt der eher eintönige Teil der zweistündigen Überfahrt. Nur ab und an ist in der Ferne ein Frachtschiff zu sehen. Diesen Abschnitt nutzen wir gern für einen Kaffee oder um eine Kleinigkeit zu essen. Das Angebot im Bordshop ist umfangreich; Leider richtet sich die Preisgestaltung an die skandinavischen Fahrgäste. Echte Schnäppchen fanden wir bisher nicht.
Für den Rest der Überfahrt machen wir es uns je nach Wetter an Bord bequem. Solange nicht zufällig mehrere Schulklassen an Bord sind, findet sich immer irgendwo ein ruhiges Eckchen.
Gedser das erste Etappenziel
Die Ankunft in Gedser ist unspektakulär. Das Anlegemanöver erleben wir im Wohnmobil, nachdem wir von unserem Hund stürmisch begrüßt wurden. Das Wohnmobil ist zwar sein zweites Zuhause, jedoch an die Fährfahrten kann er sich nicht gewöhnen.
Die Einreise nach Dänemark verlief bisher immer ohne Kontrolle. Manchmal dauerte es eine Weile, bis alle Fahrzeuge in Schrittgeschwindigkeit an den dänischen Beamten vorbei gefahren waren.
250km durch Dänemark
Die weitere Route Richtung Schweden führt zunächst etwa 40 km über Landstraße bis zur Autobahn Rødby–Kopenhagen. Dieses Stück nervt uns oft. Von der Fähre her setzt sich eine lange Autoschlange in Bewegung. Über die landschaftlich wenig reizvolle Strecke geht es im Kolonnenverkehr Richtung Autobahn.

Die Autobahn bringt uns weiter in Richtung Kopenhagen. Bald ist die Brücke über den Storstrømmen in Sicht; Mitten zwischen Falster und Seeland liegt die Insel Farø, an der wir g ern eine längere Pause einlegen, um Kraft für den zweiten Teil der Fahrt zu sammeln. Dort gibt es Wohnmobilparkplätze mit Meerblick und genügend Grün, um dem Hund etwas Bewegung zu gönnen.
Vom Rastplatz sind es noch etwa 130 km bis zur Einreise nach Schweden. Die Autobahn führt durch Kopenhagen direkt zur Öresundbrücke. Auf unseren Reisen erlebten wir mehrfach größere Staus in der Nähe von Kopenhagen. Seitdem müssen wir immer schmunzeln, wenn Kopenhagen in den Medien als Beispiel für eine fast autofreie Stadt genannt wird.
Die Öresundbrücke, immer wieder ein Erlebnis
Dann ist es soweit. Durch einen 4km langen Tunnel geht es auf die Öresundbrücke. Es folgen beeindruckende 18km hoch über dem Meer, Leider kann der Fahrer die Schönheit der Strecke nur ein geschränkt genießen..
Dank Kombiticket und Kennzeichenerkennung ist die Kontrollstelle am schwedischen Ufer schnell durchfahren. Wenn der Hund vorab bereits im Internet angemeldet ist, entfällt mittlerweile der obligatorische Stopp an der Grenzkontrolle. Auf der grünen Spur geht es ohne Kotrolle ins Land, Allerdings sind Stichproben jederzeit möglich.
Insgesamt erreichen wir Malmö spätestens sieben Stunden nach der Abfahrt in Rostock. Sicherlich geht es schneller: Bei freien Straßen und ohne Pausen ist es in fünf Stunden möglich, von Rostock bis nach Schweden zu gelangen.
