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Entschleunigung am Wendelstein
Mit der Zahnradbahn in die Höhe

In den Bergen möchte der Mensch gern hoch hinaus. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch wir manchmal in die Höhe strebten. Diesmal war der Wendelstein unser Ziel. Für den Aufstieg zum Gipfel stehen drei Varianten zur Auswahl.

Die Variante einer Bergtour kam für uns nicht in Frage. Für eine solche Tour sind unsere etwas abgenutzten Gelenke nicht mehr geeignet. Die zweite Variante ist die Seilbahn. In wenigen Minuten bringt die Gondelbahn die Besucher von Bayrischzell aus auf den Berg. Dies ist die schnellste Art, auf den. Berg zu kommen.

Die dritte Alternative ist die historische Zahnradbahn. Von Brannenburg an der Ostseite des Berges benötigt die Bahn eine halbe Stunde bis zum Gipfel. Diese Variante ist die langsamste und teuerste Möglichkeit, den Wendelstein zu besuchen.

Mit der Bergbahn auf den Gipfel.

Da wir schon vor vielen Jahren einmal mit der Seilbahn den Gipfel besuchten, wählten wir diesmal die Zahnradbahn. Während unseres Besuchs im März nutzten nur wenige Besucher die Bahn. Die stündlich verkehrenden Züge waren selbst bei gutem Wetter nur zu etwa 30% ausgelastet. So konnten wir es uns auf den Holzbänken bequem machen und die langsame Fahrt genießen.

Wendelsteinbahn einer der modernen Triebwagen

Einer der modernen Triebwagen wartet auf die nächste Fahrt zum Gipfel

Im unteren Teil verläuft die insgesamt 8km lange Strecke vorwiegend an bewaldeten Hängen entlang. Im oberen Teil bieten sich interessante Ausblicke auf die umgebende Gebirgslandschaft. Der Höhepunkt ist der kurze „Ahh-Abschnitt“ (Bahner Sprachgebrauch) kurz vor der Gipfelstation. Erstmalig auf der Fahrt gibt es dort freie Sicht auf den Alpen Hauptkamm.

Wissenswertes über die Zahnradbahn

  • Die Inbetriebnahme erfolgte 1912
  • Die 7,66km lange Strecke ist auf 6,15km mit einer Zahnstange ausgestattet
  • Die Spiurweite beträgt 1,0m (Meterspur)
  • Die Oberleitung wird mit 1500V betrieben
  • Die Wendelsteinbahn ist eine vor nur vier in Betrieb befindlichen Zahnradbahnen in Deutschland (Stuttgart, Zugspitze, Drachenfels, Wndelstein)
  • Die Stromversorgung aus erfolgt aus einem eigenen Wasserkraftwerk
  • Das Bahnkraftwerk diente auch zur Versorgung der umliegenden Gemeinden.
  • Betreiber ist eine Tochtergesellschaft der Lechwerke, eines regionalen Stromversorgungsunternehmens.

Gipfelerlebnisse

Wenn der Fahrgast der Bahn aus dem Tunnel vom unterirdischen Bahnhof herauskommt, führen die nächsten Schritte meist direkt auf die nahe Gipfelterrasse. Der Blick auf die Bergwelt und hinunter in das Alpenvorland zieht die Besucher magisch an. Erst wenn der Ausblick genügend bewundert ist, ziehen andere Angebote die Aufmerksamkeit auf sich,

Ein Rundweg führt über Serpentinen hinauf auf zum eigentlichen Gipfel mit dem Sendemast des Rundfunks. Weiterhin befinden sich eine Kapelle, eine Sternwarte und eine begehbare Höhle auf dem Gipfel. Leider war die Höhle bei unserem Besuch noch geschlossen.

Natürlich darf auf dem Gipfel ein Gasthaus nicht fehlen. Dort gibt es eine große Sonnenterrasse mit viel Platz für die Besucher.

Insgesamt lohnte sich unsere Fahrt auf den Wendelstein. Die Blicke auf die umliegenden Berge und das Voralpengebiet mit dem Chiemsee ist es wert, den Gipfel zu erklimmen. Hinzu kam für uns die auch aus technischer Sicht interessante Fahrt mit der Zahnradbahn.

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