Der Klopfgeist im Wohnmobil, eine fast endlose Geschichte

Keine Wohnmobilbesatzung mag es, wenn es während der Fahrt hinten im Mobil ständig klappert. Jetzt ereilte uns dies Schicksal. Aber als Hobbyheimwerker ist die Lösung ganz einfach. Man sucht die Lärmquelle und behebt die Ursache. Leider klappte es in der Praxis nicht so wie geplant. Unser Klopfgeist erwies sich als sehr hartnäckig.

Nach unserer Schottlandtour durfte sich unser Mobil erst einmal etwas erholen, bevor es wieder den Dienst als Zweitwagen aufnehmen musste. Bereits nach kurzer Fahrt war mir klar, irgendetwas verursachte ein nervendes klopfendes Geräusch im Wohnteil des Kastenwagens.

Wieder zu Hause, suchte ich sofort nach losen Dingen im Fahrzeug. Leider ohne Erfolg, ich fand keine offensichtliche Lärmquelle. Ich setzte mich wieder in das Fahrzeug und fuhr mit offenen Ohren ein kurzes Stück. Fortwährend versuchte ich die Quelle des Klopfens zu orten.

Erst nach einer weiteren Fahrt mit meiner Frau waren wir sicher, die Quelle befindet sich im Bereich Schiebetür und Küchenblock. So wackelte ich an allen erdenklichen Stellen und fand einige mögliche Geräuschquellen. Mit Klebeband und Filzgleitern rückte ich diesen Störenfrieden zu Leibe. Die Auswahl war reichlich, Fliegengitter, Herd- und Spülenabdeckung, Schubfächer  überall kam das Kreppband zum Einsatz.

Leider war die Aktion vergeblich. Es klopfte weiter. Mittlerweile vermutete ich, dass das von mir nachträglich hinter dem Küchenblock verlegte Kabel der Rückfahrkamera gegen das Blech schlug. Also demontierte ich die Abdeckungen und dämmte die mögliche Geräuschquelle. Bereits beim Basteln stellten sich bei mir Zweifel ein. Und es kam wie es kommen musste, der Klopfgeist machte munter weiter. Zwei Stunden hatte ich vergebens gearbeitet.

Ich verschob die weitere Ursachensuche auf den nächsten Ausflug. Zu meinem Erstaunen blieb der geheime Klopfer zu Hause. Kein Geräusch störte uns beim Fahren. Über 1000km reisten wir unbehelligt durch das Land. Manchmal erledigen sich Arbeiten von selbst.

Kaum zu Hause, gleich während einer kurzen Besorgungstour, kam die Ernüchterung. Der Klopfgeist meldete sich lautstark wie eh und je zurück. Langsam begann ich zu verzweifeln. Wieder machte ich mich auf eine „Entklapperungsfahrt“von Parkplatz zu Parkplatz. Wieder nutzte ich erfolglos Kreppband und klebte alle denkbaren Quellen fest. Das Ergebnis: Klopf, klopf..

Die Lösung fand ich erst durch Zufall, nachdem unsere Tochter einmal auf der Rückbank mitfuhr. Von dort ortete sie das Geräusch klar im Bereich oberhalb des Bettes. Wieder begab ich mich mit Klebeband auf die Suche. Mit zwei Handgriffen war der Klopfgeist dingfest gemacht!

Wie immer war die Ursache sehr einfach. Die Klappe des Schrankfaches hinten quer über dem Bett hatte etwas Spiel. Während unserer Reisen verhinderte die eingeräumte Kleidung das Klappern, leer schlug die Klappe gegen den Korpus. Das Nachstellen des Scharniers dauerte 3 Minuten und schon herrschte wieder Ruhe.

Die Ursache stand in keinem Verhältnis zu meinem Aufwand. Mindestens zwei Stunden fuhr ich herum und suchte, Hinzu kam die erfolglose Schraubaktion am Küchenblock und das Entfernen des vergeblich genutzten Kreppbandes. Beim letzten Großputz fand ich noch ein vergessenes Klebeband an der Fliegentür.

Gelernt habe ich, dass man Lärmquellen nicht vom Fahrersitz aus orten kann. Beim nächsten Mal setzte ich mich hinten in das Fahrzeug und lasse mich von meiner Frau um den Block fahren, bevor ich das Werkzeug auspacke. Nur so ist eine Ortung möglich.

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