Kurzreise nach Papenburg und Bremerhaven, Schiffe schauen

Dieser Beitrag ist der erste Text, der auf den Seiten des Womoknipsers veröffentlicht wurde. Dennoch habe ich den Text jetzt überarbeitet und aktualisiert.

Seit einigen Jahren verfolgte ich die Berichterstattung über die neuen Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft in Papenburg. Besonders die Überführung der großen Schiffe über die enge Ems nach Emden interessierte mich. Im Februar 2013  bot sich mir die Gelegenheit, die Emsüberführung der Aida Stella vor Ort zu erleben. Es wurde eine interessante Reise mit einigen Hindernissen.

Aida Stella im Werfthafen der Meyer Werft

Anreise nach Papenburg

Am Donnerstag in den Abendstunden begann die Reise. Das erste Mal war ich alleine, ohne Frau und Kinder mit dem Wohnmobil auf Tour. Über die A3 und A45 fuhr ich in Richtung Norden. Leider begann es kurz hinter Würzburg kräftig zu schneien.

Das Fahren erforderte die volle Aufmerksamkeit und ich kam nur langsam voran. An der Rastanlage Dollenberg beschloss ich, zu übernachten und suchte mir einen möglichst ruhigen Parkplatz. Mittlerweile waren Standstreifen und Abfahrten schneebedeckt. Mit einem Feierabendbier vor dem Fernseher endete der erste Teil der Anreise.

Am nächsten Morgen blickte ich erstaunt vor das Mobil. Ich stand in einer Winterlandschaft. Die nächste Überraschung erreichte mich beim Frühstück. Die Schiffsüberführung war vorverlegt worden und sollte in der kommenden Nacht stattfinden. Damit war mein eingeplante Zeitpuffer verbraucht. Kurz überlegte ich, die Aktion abzubrechen.

Ich entschied mich, erst einmal die Straßenverhältnisse zu testen und machte mich auf den Weg. Zu meinem Glück verbesserte sich das Wetter und der Strassenzustand besserte sich. Ab Dortmund gab es keine wetterbedingten Behinderungen mehr.

Es ging gut voran. Pünktlich zur Mittagspause erreichte ich Papenburg. Auf dem Werftparkplatz fand ich zwischen den vielen Wohnmobilen noch einen schönen Platz mit Blick auf die Aida Stella. Nach dem ausgiebigen Mittagsschlaf (der Tag wird noch lang) begab ich mich auf die Erkundungstour des Werftgeländes.

Erster Eindruck von Papenburg

Die Aida Stella lag am Kai des Werfthafens. Auf dem Schiff wurde noch schwer gearbeitet. Obwohl das Licht nicht förderlich war, dokumentierte ich das Geschehen auf der Speicherkarte. Ich lief zur Dockschleuse und zur Seeschleuse Papenburg.

ealeWährend meines Rundgangs suchte ich nach einem schönen Blick auf die kommenden Ereignisse. Ich fand die ideale Stelle. Leider übersah ich eine Kleinigkeit, die mir später kalte Füsse und  eine lange Nacht verschaffen sollte. Insgesamt beeindruckte mich die Größe des Werftgeländes und der Bauhallen.

Durchgefroren erreichte ich das Wohnmobil und verbrachte die Zeit bis zum Beginn der Überführung vor dem Fernseher (Mainz bleibt Mainz…). Beim Vorbereiten meiner Fotoausrüstung erfolgte die dritte unangenehme Überraschung des Tages. Ich hatte zwar mein Stativ dabei, jedoch lagen der Kugelkopf und die Klemmplatte in Nürnberg im Schrank. Nachtaufnahmen hatte ich nicht eingeplant. Für einen Neukauf war es zu spät. Folge: Es gibt nur Freihandbilder.

Die Überführung

Das Ablegen des Schiffes war für Mitternacht geplant. Mitten in der Nacht und bei Temperaturen um den GefrierpunkSo brach ich auf, um die Dockschleuse noch vor der Öffnung des Tores zu überqueren.

Als einer der letzten Passanten gelangte ich auf die andere Seite der Ausfahrt. Ungeachtet der späten Stunde und der herrschenden Temperaturen warteten viele Schaulustige auf die Abfahrt der Aida Stella.

Aida Stella kurz vor dem Start

Kurz vor Mitternacht trafen drei Hochseeschlepper ein und stellten die Schleppverbingung her. Die Aida Stella legte begleitet von Musik und Schiffshorn ab. Zum Abschied gab es ein kleines Feuerwerk.

Es folgte der spannendste Teil der Überführung. Ganz langsam und vorsichtig manövrierte das Schiff durch die enge Schleuse. Die Ausfahrt klappte ohne Schwierigkeiten. Weiter ging es mit Schrittgeschwindigkeit auf der Ems.

Die meisten Zuschauer begaben sich langsam auf den Heimweg. Durch meinen „Stellungsfehler“ durfte ich noch lange das Schiff beobachten, denn mein Rückweg zum Wohnmobil war weiterhin durch das offene Schleusentor versperrt.

Bei  leichtem Schneefall musste ich warten, bis die Schleuse wieder begehbar war. Erst kurz vor 3:00Uhr erreichte ich wieder das warme Wohnmobil. Mit einer Tasse heißer Brühe wärmte ich mich auf, bevor ich ins Bett fiel.

Umzug nach Bremerhaven

Die Vorverlegug der Emsüberführung bescherte mir noch etwas Freizeit.. Da für die nächsten Tage sonniges aber kaltes Winterwetter vorhergesagt war, beschloss ich spontan, Bremerhaven einen Besuch abzustatten.

Nach einem sehr späten Frühstück fuhr ich bei strahlendem Sonnenschein Richtung Weser. Der Stellplatz an der Doppelschleuse war trotz des kalten Winterwetters gut besucht. Im Anschluss an das Mittagessen holte ich den fehlenden Nachtschlaf teilweise nach.

Anschließend packte ich mich wieder dick ein und lud das Fahrrad vom Träger. Vor der Fahrt stand zuerst Putzen auf dem Programm. Die salzgestreute Autobahn hatte  meinem Fahrrad  eine Salz- und Schmutzschicht verschafft.

Nachmittag in Bremerhaven

Bremerhaven, Skyline mit Weserufer

Ich fuhr am Meer entlang bis zum Pingelturm, einem Leuchtturm am Weserufer. Der Name stammt von einer am Turm angebrachten Nebelglocke. Ich beobachtete den Schiffsverkehr auf der Weser und schob mein Rad in der untergehenden Abendsonne auf dem Deich zurück Richtung Wohnmobil. Nach Sonnenuntergang fielen die Temperaturen rasant in den Keller. Die Rückfahrt zum Wohnmobil war nicht sehr angenehm.

Nachtfotos in Bremerhaven

Der frische Wind verhinderte weitere Entdeckungen. So verbrachte ich den Abend weitgehend im warmen Wohnmobil.  Den Fernsehabend unterbrach ich nur einmal kurz, um einige Fotos vom nächtlichen Bremerhaven anzufertigen. Eine Mauer und eine Wiese dienten mir als Ersatz für das immer noch nicht einsatzbereite Stativ.

Bremerhaven, Skyline bei Nacht

Entdeckungstour im Hafen

Am nächsten Morgen weckte mich strahlender Sonnenschein  Ich frühstückte und stieg wieder dick eingepackt auf das Rad.  Mein Ziel war die Erkundung des Hafens, soweit dies für Sehleute möglich ist.

Als erstes Ziel hatte ich die neu errichtete Kaiserschleuse ausgewählt. Auf dem Weg dorthin fotografierte ich den bekannten alten  Leuchtturm, Nach seinem Erbauer auch Löschenturm genannt. Der bereits 1856 in Betrieb genommene Turm ist das älteste noch in Betrieb befindliche Seezeichen auf dem Festland und eines der Wahrzeichen Bremerhavens.

Auf der weiteren Fahrt durch den neuen Hafen entdeckte ich einen fotogenen Kran. Mittlerweile habe ich im Netz gelesen, dass es um den Erhalt des Kranes heftige Diskussionen gab. Ich finde, auch solche technischen Industriedenkmäler sollten, wenn irgendwie möglich, der Nachwelt erhalten bleiben

An der Kaiserschleuse gab es nur wenig zu sehen, da weit und breit kein Schiff in Sicht war. Mir fiel an der Kaimauer gegenüber eine interessante Containerbrücke auf, da es sich um eine sonst unübliche Gitterkonstruktion handelte. Bei späteren Recherchen fand ich heraus, dass die Bauweise gewählt wurde, um Gewicht zu sparen. Die Giraffe,wie der Kran in Bremerhaven genannt wird, steht auf einem Kaiabschnitt, der nur auf Holzpfählen gegründet ist.

Ich umrundete die Kaiserschleuse und fuhr weiter Richtung Hafen. Endlich hatte ich freie Sicht auf das derzeitige Wahrzeichen von Bremerhaven, den Lagerplatz für Offshore Windkraftwerke. Im Kaiserhafen standen mindestens 20 riesige Unterkonstruktionen und warteten auf den Abtransport.

An der Nordschleuse wartete eine Enttäuschung auf mich. Der Container-Aussichtsturm war wegen Eisglätte gesperrt. So konnte ich die großen Autotransportschiffe und die Nordschleuse nur durch den Zaun betrachten. Später entdeckte ich einen Zugang direkt zur Schleuseneinfahrt. Zwei kleinere Autotransporter fuhren gerade in die Schleusenkammer ein und legten an. Ich nutzte die Gelegenheit für einige Bilder.

Spezialtransport auf der Weser

Langsam trat ich die Rückfahrt an. Unterwegs legte ich am Schlepperhafen noch einen kurzen Fotostop ein. Zufällig sah ich einen Verband aus zwei Schleppern und einem Ponton Richtung Kaiserschleuse fahren. Die Ladung bestand aus drei weiteren Unterteilen für Windkraftanlagen. Es ist schon beeindruckend, diese Fundamente aus der Nähe zu sehen.

Ich beobachtete das Einfahrmanöver in die Schleuse und den Schleusenvorgang. Interessant fand ich die Technik der Schleusentore. Zuerst klappt die Straße ein Stück hoch. Anschließend schiebt sich das Tor unter dem Straßenstück hindurch.

Schließlich trieben mich der Hunger und die Kälte zum Wohnmobil zurück. Auf dem Stellplatz legte ich eine längere Pause ein und wärmte mich auf.

An der Geestemündung

Später lockte mich die Wintersonne wieder ins Freie. Zu Fuß machte ich mich auf den Weg zum Leuchtturm an der Geestemündung. Im Licht der untergehenden Sonne knipste ich die Bauwerke und die Skyline von Bremerhaven. Insbesondere der gemauerte Turm des Nordfeuers im Kontrast zum modernen Hochhaus Sail City und der Skyline beeindruckten mich.

Mit diesem Spaziergang endete mein Besuch in Bremerhaven. Ebenso  endet dieser Bericht, denn auf der Rückfahrt nach Bayern nahm ich noch einige Termine wahr, auf die ich hier nicht eingehen möchte.

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