Insel Rügen: Prora, ein Wahnsinn

Wenn man an Rügen denkt, fallen Jedem sofort Bilder von Kreidefelsen und Stränden ein. Hier geht es jedoch um ein anderes, dunkleres Kapitel der Insel. Die Bauten von Prora zeigen gut die damalige Denkweise.

Hinweis

Dieser Artikel stammt aus der Anfangszeit des Blogs. Mittlerweile haben sich die Dinge rund um Prosa verändert. Die Bauten werden wieder für den ursprünglichen Zweck, der Erholung der Menschen, genutzt. Hauptsächlich entstehen komfortable Ferienwohnungen in den denkmalgeschützten Blöcken.

Ob und wie der einmalige Charakter der Anlage dabei erhalten bleibt, kann ich zur Zeit nicht sagen.

Geschichte

Auf der Insel Rügen, unweit vom bekannten Ostseebad Binz liegt ein sehenswerter Bau aus der NS-Zeit, das Ferienzentrum Prosa. Errichtet wurde die Anlage als ein Ferienheim im Rahmen der „Kraft durch Freude – Maßnahmen. Das besondere an der Anlage sind die Dimensionen der Bauten. Bis zu 20.000 Feriengäste sollten beherbergt werden. Damit jedes der geplanten 10.000 Ferienzimmer über einen freien Blick auf des Meer verfügte, baute man die Gebäude fast durchgehend 4,5km am Meer entlang.

Prora, Teil der BautenDurch den 2. Weltkrieg gelang es nicht, die Anlage im geplanten Umfang fertig zu stellen. Nach dem Krieg nutzte man Teile immer wieder für einzelne Zwecke. Die meisten Gebäude blieben jedoch leer. Ein kleiner Teil wurde gesprengt oder abgerissen. Es gab immer wieder Bestrebungen für einenNutzung, jedoch kein Konzept kam über die Planung hinaus. Mittlerweile befindet sich in einem Bau eine große Jugendherberge.

Meine Erfahrung und Meinung

Bei meinem Besuch wirkte die teilweise verfallene Bausubstanz bedrückend. Die Größe der Anlage überwältigte mich. Wer Lust hat, sich mit dem dunkleren Kapiteln der Deutschen Geschichte zu befassen, der sollte von Binz Richtung Sassnitz mal nach rechts abbiegen und sich die Häuser ansehen. Bei meinem Besuch 2012 konnte man sich frei auf dem Gelände bewegen und die Häuser von außen besichtigen. Überall gab es nur zerbrochene Fensterscheiben und Verfall zu sehen.

Ich bin gespannt, wie es mit der Riesenanlage weitergeht. Nach meiner Meinung sollte ein Weg gefunden werden, dies Stück Größenwahn zumindest in Abschnitten zu erhalten, um den folgenden Generationen die Folgen von Größenwahn zu verdeutlichen.

Im Februar 2014 gab es einen interessanten Bericht „Geheime Orte, Prora auf Rügen“. Vielleicht gibt es den Beitrag noch irgendwo im Netz.

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