Sams erste Reise im Wohnmobil

Dieser Artikel stammt von meinem neuen Gastautor Sam:
Aller Anfang ist schwer. Ganz besonders gilt dieser Satz, wenn man als Hund das erste Mal im Wohnmobil verreist. Auf jeden Fall habe ich meine Mitreisenden zum Lachen und Staunen gebracht.

Aber immer schön der Reihe nach. Erst einmal möchte ich mich kurz vorstellen. Mein offizieller Name ist Samir, aber alle sagen nur Sam zu mir. Ich bin erst vor kurzer Zeit von einer Tierschutzorganisation zur Womoknipser-Familie umgezogen. Bei meinen früheren Leuten war es nicht so toll, daher wechselte ich mehrfach die Wohnung und die Rudelführer. In meinen ersten 16 Monaten habe ich schon viele unschöne Dinge erlebt. Herrchen bezeichnet meine Rasse als Rinnsteinmix oder Strakö. Da bin ich nicht so sicher. Auf jeden Fall bin ich einmalig.

Kaum war ich eingezogen und kannte alle Räume, schon führte mich Herrchen in das Wohnmobil. Irgendwie begriff ich nicht, weshalb da so ein Zwergenhaus vor der Tür stand. Herrchen putzte und ich schaute gespannt zu.

Am nächsten Tag stiegen meine Leute wieder mit mir in das kleine Haus. Ich wurde auf einem Sitz festgeschnallt. Was soll dass? Warum darf ich nicht einfach rumlaufen? Kaum konnte ich einen klaren Gedanken fassen, schon rumpelte und wackelte die Kiste los. Da blieb ich lieber ruhig auf dem Sitz und schaute nur ab und zu nach vorn durch die Scheibe.

Nach einiger Zeit merkte ich, dass Herrchen das Gefährt im Griff hatte und hörte auf, mir Sorgen zu machen. Langsam wurde mir langweilig und so schonte meine Augen etwas. Nach einiger Zeit hielten wir an.

Herrchen ging sofort mit mir vor die Tür. Es folgte ein schöner Spaziergang mit spannenden neuen Gerüchen. Leider durfte ich die Kaninchen auf der Wiese nicht zur Ordnung rufen. Herrchen schien sehr dagegen zu sein.

Am Abend entdeckte ich einen tollen Aussichtsplatz. Ich durfte auf einen der vorderen Sitze springen und mir die Gegend anschauen. Das fand ich sehr spannend und interessant. Später legten meine Leute mir meine Decke auf den Boden und krabbelten über eine Leiter in ein Hochbett. Alle durften oben schlafen, nur ich blieb allein unten zurück. Ich fügte mich in mein Schicksal und verbrachte eine ruhige Nacht.

Am nächsten Tag folgte noch ein langer Spaziergang durch einen mir unbekannten Wald. Anschließend schnallte man mich wieder auf dem Sitz fest, obwohl ich lieber auf einem der vorderen Plätze gesessen hätte. Die Wackelei begann erneut.

Irgendwann reichte es mir. Die Beiden unterhielten sich vorn und ich saß eine Reihe weiter hinten und bekam kaum etwas mit. So ging das nicht. Da ich ein kluges Kerlchen bin, kam mir sofort eine Idee. Schnell brachte ich einige Male meine scharfen Zähne an der richtige Stelle zum Einsatz und schon war ich frei.

Nach einer kurzen Erholungspause sprang ich von der Bank und ging nach vorne zu meinen Leuten. Die erstaunten Gesichter der Beiden hätte man fotografieren müssen. Bevor es Ärger geben konnte, legte ich mich schnell auf den Boden, während meine Leute noch überlegten, woher ich so plötzlich kam. Den Rest der Fahrt bis nach Hause durfte ich dann zwischen den Vordersitzen verbringen.

So toll fand ich den Platz nicht, denn nach draußen sehen konnte ich nicht mehr. Außerdem fand ich keine Ruhe, um die Augen zu schließen, denn dauernd bewegte Herrchen seine Füsse und irgendwelche Hebel ganz in meiner Nähe. Aus dem Gesprächen hörte ich, dass jetzt ein transportabler Hundeknast (Transportkäfig) angeschafft werden soll. Damit wollten die Beiden mir sicherlich nur Angst machen.

Insgesamt fand ich die Reise toll. Besonders freute es mich, dass es in dem fahrenden Haus sogar zwei Näpfe für mich gibt. Mal sehen, ob ich noch einmal mitfahren darf. Ich bin bereit. Allerdings möchte ich einen angemessenen Sitz- und Liegeplatz bekommen. Warten wir es ab!

Ein lautes Wau Wau an alle Leser. Wenn wir uns einmal treffen, dann toben wir mal richtig. Abgemacht?

Euer Sam

PS. Herrchen möchte meinen Reisebericht unter „Pleiten, Pech und Pannen“ einordnen. Wieder einmal verstehe ich meine Menschen nicht. Es klappte doch alles ganz gut!

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