Gastautor Sam: Mein Abenteuer im Gebüsch

Dieser Artikel stammt von Gastautor Sam:

Hallo, jeder der mich kennt, weiß, dass ich ein cleveres und sehr flinkes kleines Kerlchen bin. Diesmal möchte ich berichten, wie ich mein Herrchen mal wieder so richtig auf Trapp gebracht habe.

Gleich nach dem Aufstehen durfte ich mit Herrchen meine Morgenrunde drehen. An der langen Rollleine ging es einen gut riechenden unbekannten Feldweg entlang. Ich nutzte die Gelegenheit zum Wetzen und ausgiebigen Schnüffeln. In der Fremde gibt es immer viel für die Nase zu tun.

Auf dem Rückweg langweilte ich mich etwas, denn alle untersuchungswürdigen Dinge kannte ich schon vom Hinweg.  Plötzlich roch ich Abwechslung. Da hinten im dichten Gebüsch an der Steilküste des großen Wassers saß ein Tier. Da war ich sicher.

Schnell startete ich den Turbo und beschleunigte in Richtung Unterholz am Wegesrand. Dabei überschätzte ich die Länge der Leine. Rums ging es, Herrchen hatte nicht aufgepasst und die Leine flog samt Griff hinter mir her. Na ja, Herrchen ist selbst schuld, muss er besser aufpassen.  Das Gehäuse der Leine folgte mir scheppernd in das dichte Gebüsch. Wie soll man mit dem Ding hinten dran einen Vogel überraschen?

Gefangen

Schnell rannte ich den Berg runter durch das Dickicht. Leider war ich zu schnell, die Leine hinter mir verfing sich an einem Strauch. Bald merkte ich, dass ich gefangen war.  Es ging nicht mehr vor oder zurück. Was tut ein Hund in einer solchen Situation? Ich beschloss, Herrchen zur Hilfe zu rufen. Mit lautem Gebell klappt das eigentlich immer. Also „Wau, Wau Wau…“

Sofort hörte ich meinen Chef von oben rufen.  Also weiter bellen, irgendwann kommt der Kerl schon. „Wau Wau“. Leider klappte es nicht.  Diesmal wartete ich vergebens.  Anscheinend war das Gebüsch für  Menschen zu dicht.

Nach einiger Zeit hörte ich Herrchen nicht mehr rufen. Oh je, jetzt war guter Rat teuer. Selbst auf die höchste Bellstufe antwortete Herrchen nicht mehr. Wollte er mich hier in diesem Gebüsch gefangen zurücklassen?  „Wau, Wau“  Wie ihr euch sicher denken könnt, kam langsam Panik auf.

Selbsthilfe ist angesagt

Nach einigen endlosen Minuten hörte ich Herrchen jetzt von der anderen Seite, unten am Meer, wieder nach mir rufen. Nur sehen konnte ich ihn noch nicht. Was ist, wenn er mich wieder nicht findet? Eine andere Lösung musste her. In meiner Panik hatte ich die rettende Idee.  Schnell setzte ich meine Zähne ein und biss die störende Leine durch. Ich war frei. Sofort rannte ich den Hang hinunter, dort hin, wo ich Herrchen vermutete.

Am Ufer des großen Wassers fand ich meinen Boss, der immer noch einen Weg in das sehr dichte  Gebüsch suchte. Schnell lief ich zu ihm hin. Ich war so froh, wieder bei ihm zu sein und begrüßte ihn überschwenglich. Auch Herrchen schien glücklich zu sein, seinen Kumpel gesund wiederzusehen. Es gab kein Donnerwetter,  er wunderte sich nur über den Leinenrest an meinem Halsband.

Ein braver Hund

Brav bei Fuß folgte ich Herrchen zum Wohnmobil zurück. Dort wartete schon mein Frühstück auf mich. Später kauften meine Leute noch eine neue Leine. Die Beiden waren ebenfalls froh, dass das kleine Abenteuer so gut ausgegangen war. Sicherheitshalber beschloss ich, erst einmal ein ganz braver Hund zu sein.

Allerdings bin ich nicht sicher, ob die guten Vorsätze auch dann noch gelten, wenn Kaninchen oder Katzen in der Nähe sind. Viele Grüße, ein herzliches Wau Wau an alle Wohnmobilhunde, bis bald,

Sam, der Mischling aus Franken
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