Eine Nacht am Main – Testfahrt mit dem Pössl

Bisher waren wir immer mit Alkovenfahrzeugen unterwegs. Nachdem unser Neuer halbwegs einsatzbereit war, wollten wir testen, wie sich in dem Kastenwagen lebt. Obwohl Schnee und Schneeregen angesagt war, machten wir uns am Samstag mittags auf den Weg an den Main, um erste Erfahrungen zu sammeln.

Zur Anreise nutzten wir nur die Landstraßen, um uns an das Getriebe zu gewöhnen. Die Schaltvorgänge liefen noch nicht ganz intuitiv, da das Sechsganggetriebe für mich eine Umstellung bedeutete. Nach einer schönen Fahrt durch Mittelfranken landeten wir auf dem Stellplatz in Mainstockheim.

Wie der Wetterbericht vorhergesagt hatte, begann es pünktlich nach unserem Spaziergang mit dem Hund zu regnen. Uns war es egal, denn wir wollten ja nur Probewohnen und noch fehlende Kleinigkeiten entdecken. Den ersten Punkt für Verbesserungen bemerkten wir schon vor dem verspäteten Nachmittagskaffee. Unser Handtuchvorrat lag noch zu hause. So musste ein Handtuch für die Nacht reichen.

Die Verteilung der zukünftigen Stammplätze erfolgte automatisch. Meine Frau richtete sich auf der Sitzbank gemütlich ein. Sam, unser Mischlingshund, wählte den Beifahrersitz mit Entenblick. So blieb für mich nur der Fahrersitz übrig.

Die Kaffeezubereitung klappte sofort reibungslos. Allerdings gab es viele Gespräche, die mit: „Wo ist das….“ begannen.  Manchmal hieß die Antwort  leider: „zu Hause in der Küche“ (Spülmittel, Tr
ockentücher).

Während die Musikversorgung funktionierte, musste ich auf die Sportschau verzichten, denn der Fernsehempfang funktionierte nicht. In Mainstockheim gab es nur ein schwaches DBV-T Signal. So musste unser Tizzi-Empfänger auf das Dach umziehen. Diese Lösung funktionierte leider nicht, da der Akku des Gerätes hinüber zu sein scheint. Na ja, Testübernachten geht sogar ohne Fernsehen.

Die kleine Nachtrunde mit dem Hund drehte ich bei leichtem Schneefall, während auf dem Main ein Flußkreuzfahrtschiff  seine Bahn zog. Der erste Abend im Pössl war beendet. Schön wäre es! Leider weigerte sich die Zentralverriegelung das ordnungsgemäße Verschließen durch Blinken einer Leuchtdiode  anzuzeigen.

Erst nach einigen Versuchen (Türkontrolle im Schlafanzug bei Schneeregen) und mit Hilfe der Bedienungsanleitung begriffen wir, das das Blinksignal nur angezeigt wird, wenn wir das Fahrzeug mit der Fernbedienung abschließen. Aber mal ganz ehrlich, wer liest schon Bedienungsanleitungen?

Am nächsten Morgen erwachte ich das erste Mal kurz nach 7:00Uhr, da die Truma Heizung das Gebläse hochgefahren hatte. Die programmierte Zeit für die Nachtabsenkung  war abgelaufen und so erwärmte die Heizung das Wohnmobil auf Wohlfühltemperatur.

Kurz vor 8:00Uhr öffneten wir die Rollos und beobachteten den Sonnenaufgang am völlig wolkenlosen Himmel. Wie immer auf Reisen stand vor dem Frühstück die Hunderunde auf dem Programm. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt drehten wir unsere Runde.

Da es in der Sonne richtig angenehm war, machten wir uns nach dem Frühstück nochmals auf den Weg und schlenderten durch den Ort und am Main entlang. Anschließend änderten wir noch einige Schrankbelegungen und suchten Plätze für Handtuchhaken und die USB-Steckdose.

Obwohl es uns schwerfiel, den Stellplatz in der schönen Wintersonne zu verlassen, machten wir uns auf den Weg in die Heimat. Vorher stoppten wir noch an der Entsorgungsstation und entleerten unsere Tanks. Auch diese Premiere klappte reibungslos. Nach der ruhigen Heimfahrt war der erste Ausflug beendet.

Unser Fazit der ersten Nacht

Wir fühlten uns in dem viel kleineren Wohnmobil wohl. Die unterschiedliche Größe wurde uns nur dann bewusst, wenn wir Dinge mal schnell ablegen wollten. Bisher verwendeten wir dazu die kleine Heckdinette. Die frostigen Temperaturen beeinträchtigten uns nicht. Frieren mussten wir nicht. Der Ausflug erfüllte seinen Zweck, wir kennen das Wohnmobil jetzt wesentlich besser und können  gezielt an kleinen Verbesserungen arbeiten.

Ganz nebenbei: Der Stellplatz in Mainstockheim ist eine Empfehlung wert. Abseits der Straße, direkt am Main und mit 7€ günstig.

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