Süddeutschland in Etappen – Pfronten im Allgäu

Die nächste Etappe unseres mehrteiligen Urlaubs führte weiter durch Süddeutschland. Diesmal lag unser Ziel im Allgäu. Die Entscheidung für Pfronten fiel zufällig.. Auf der Suche nach einem freien Eck für unser Mobil wurden wir auf dem dortigen Campingplatz fündig. So ging die Reise aus dem Frankenland direkt an die Grenze zu Österreich.

Um es deutlich zu sagen, die Reservierung war sehr hilfreich. Alle Übernachtungsmöglichkeiten für Wohnmobile platzten aus den Nähten. Manche Campingplätze hatten die Stellflächen um die angrenzenden Wiesen ausgedehnt. Anscheinend lag Camping in Deutschland im Herbst 2020 voll im Trend.

Auf gehts in die Berge

Zurück zu unserer Reise. Die Anreise aus dem Frankenland in das Allgäu verlief ereignislos. Wir entschieden uns für die Landstraße über Donaueschingen und Augsburg. So vermieden wir wieder einmal die langweilige Fahrt auf der Autobahn.

Pünktlich erreichten wir Pfronten ind checkten auf dem Campingplatz ein. Zum zweiten Mal genossen wir den Komfort, auf dem voll belegten Platz eine schöne Parzelle zu erhalten, während andere Besatzungen abgewiesen wurden oder auf der ungemähten Wiese vor dem Platz die Nacht verbringen durften.

Schnell richteten wir uns häuslich ein, bevor wir mit unserem Hund Sam die Umgebung des Platzes erkundeten. Den Rest des Tages verbrachten wir meist auf unserer Terrasse vor dem Wohnmobil. Erst als es uns abends zu kalt wurde, zogen wir uns in das Wohnmobil zurück.

Hoch hinaus auf den Breitenberg

Das für die Jahreszeit viel zu warme Wetter blieb uns treu. Der neue Urlaubstag begann wieder mit weiß-blauem Himmel. Wir beschlossen, einen autofreien Tag einzulegen und mit der nahen Breitenbergbahn  in die Höhe zu fahren.

Wir gingen wir die wenigen Schritte zur Talstation und landeten in einer längeren Warteschlange. Wieder zeigte sich, dass Corona die deutschen Reiseziele fördert. Nach 20 Minuten war es endlich so wei. Unser Hund bestieg als erstes Familienmitglied mutig die Kabine.

Leider trennten sich an der Mittelstation unsere Wege. Meine Frau blieb mit Sam zurück, während es mit mir weiter aufwärts ging. Die Ursache unserer Trennung war die Hochalp-Sesselbahn. Ein Sessellift ist leider nicht für ängstliche Frauen und aufgeregte Hunde geeignet.

Für mich bildete die Sesselliftfahrt zum Höhepunkt des Tages. Bei bestem Wetter und einer guten Fernsicht schwebte ich dem Gipfel entgegen. Der Aufenthalt in der Höhe fiel nur kurz aus, da ich meine beiden Mitreisenden nicht zu lange warten lassen wollte. So begab ich mich schon bald auf die Talfahrt.

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Gemeinsam gingen wir noch ein paar Schritte an der Bergstation , um die Aussicht auf Füssen, den Foggensee und die  umliegende Berge zu genießen. Später kramten wir mal wieder unsere Masken aus dem Rucksack und fuhren maskiert zurück ins Tal.

Radfahren in Pfronten

Nach einer kleinen Mittagsruhe auf dem Campingplatz plante ich, noch einige Drachenflieger beim landen zu fotografieren. So schnappte ich mir mein Fahrrad und radelte zum Landeplatz. Leider herrschte gähnende Leere am Himmel und am Landeplatz gab es keine Fotomotive.

So radelte ich in Richtung Pfronten Ortszentrum. Leider entwickelte sich die Fahrt zu einem harten Kampf zwischen Autos und Fahrradfahrern. Auf der schmalen Ortsdurchfahrt herrschte starker Verkehr. Jeder Radfahrer zog eine Autoschlange hinter sich her, da das überholen nur selten möglich war.  Für mich passt die Verkehrssituation im Zentrum nicht zu einem Erholungs- und Touristenort.

Viel besser gefiel mir die Rückfahrt. Ein Blick auf die Landkarte brachte mich auf die Idee, die Hauptstraße weiträumig zu umfahren. Durch ein Wohngebiet gelangte ich auf einen Radweg, der auf Feldwegen und Nebenstraßen  um den Ort herum führte. 

Pfronten Allgäu

Der Rest des Tages ist schnell erzählt, denn auf unserer tragbaren Terrasse warteten schon Kaffee, Frau und Hund.

Fehler beim Entsorgen

Wieder einmal begann der touristische Teil des Tages nach der Morgengasse und einem leckeren Wohnmobilfrühstück. Vor dem Start sorgte ich noch für etwas Abwechslung bei der Startroutine.

An der Entsorgung bestand der Abwasserschacht aus einem normalen Regenwassereinlauf, wie er zur Strassenentwässerung genutzt wird. Aus Gedankenlosigkeit schaffte ich es, den Bedienungshebel unseres Abwasserschiebers so fallen zu lassen, dass er durch das Gitter in der Tiefe stürzte.

Zum Glück verschwand der Hebel nicht in den unendlichen Tiefen der Pfrontener Kanalisation, sondern blieb in 60cm Tiefe auf einem Betonvorsprung hängen. Mit etwas Anstrengung schaffte ich es, das schwere Eisengitterr anzuheben und meinen Griff wieder herauszufischen. Angenehm war diese Arbeit nicht.

Die Fellhornbahn in Oberstdorf

Nach diesem kleinen Zwischenfall machten wir uns auf den Weg nach Oberstdorf. Nach einer Fahrt durch die schöne Allgäuer Landschaft zeigte sich uns Oberstdorf erst einmal nicht von der besten Seite. In der Nähe unseres ersten Zieles, der Skisprungarena, gab es keinen Parkplatz für unseren Pössl. Das ganze Gebiet schien im Umbau begriffen zu sein. Hinzu kamen viele Urlauber, die wie wir einen Parkplatz suchten.

So strichen wir das Ziel und fuhren weiter zur Fellhornbahn. Das Ende der Straße dürfte die südlichste, mit dem Auto erreichbare Stelle Deutschlands sein. Der offizielle Punkt liegt noch eine Tageswanderung vom Parkplatz entfernt in den Bergen.

Auch die Fellhornbahn konnte sich nicht über fehlende Besucher beklagen. Der Parkplatz zeigte sich gut gefüllt. Dank der Tageszeit brachte uns die Bahn ohne Wartezeit zur Mittelstation.

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Auf die Weiterfahrt von dort zum Gipfel verzichteten wir, da die große Gondel immer sehr gut gefüllt war. Anscheinend spielten in der Kabine die Corona Abstandsregeln keine Rolle. Nur die Masken der Fahrgäste erinnerten an die Pandemie.

Hinzu kam, dass das diffuse Licht nicht für gute Fotos taugte. So begnügten wir uns mit einem Rundgang an der Mittelstation, bevor wir wieder mit der Bahn ins Tal fuhren. 

Hunderunde mit Sprungschanze

Der nächste Stopp folgte bereits nach wenigen Kilometern. Nachdem unser Sam auf die Seilbahnfahrt verzichtet hatte, wurde es Zeit für eine Hunderunde. Dazu wählten wir den nahen Parkplatz an der Skiflugschanze.

Natürlich gingen wir in Richtung Schanze. Der untere Teil des Aufsprungbergs und der Auslauf konnten kostenlos besichtigt werden. Uns beeindruckten die Dimensionen der Anlage. Immerhin können Weiten über 200m von den Springern erreicht werden. Besonders erstaunte uns die geringe Länge des Auslaufs im Verhältnis zum Aufsprunghang. 

Da dieser Tagesabschnitt dem Hund gehörte, verzichteten wir auf die  Besteigung des Sprungturmes und gingen weiter mit Sam in der Sonne spazieren.

Nach einer kurzen Pause starteten wir zur Rückfahrt. Dabei fielen uns mehrere Wohnmobile auf, die sehr suchend durch die Orte fuhren. Alle Plätze, egal ob Stell- oder Campingplätze, alle Übernachtungsmöglichkeiten schienen belegt zu sein. 

Wir brauchten uns nicht auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz zu begeben, denn unser Platz in Pfronten war uns sicher.

Ein unerwarteter Aufenthalt am Plansee

Am nächsten Urlaubstag starteten wir nachei nem langsamen Tagesbeginn erst kurz vor Mittag zu neuen Abenteuern. Diesmal führte uns die Reise von Pfronten nach Grünz und Reute in Österreich, obwohl unser Ziel in Deutschland lag.

Mehr zufällig erreichten wir den Plansee in Tirol. An der kleinen Straße am Ufer gab es mehrere schöne Parkmöglichkeiten direkt am Wasser. Damit war der Platz für unsere Mittagspause schnell gefunden. Allerdings taugen die Parkbuchten nicht zum Übernachten, denn in Tirol ist das freie Übernachten verboten.

Den uns bisher unbekannte Plansee ist der zweitgrößte natürliche See in Tirol. Das Wasser ließt über einen Nebenfluss in den Lech. Eine Besonderheit ist der fahrplanmäßige Schiffsverkehr. In den Sommermonaten verkehrt ein kleines Ausflugsschiff auf dem bis zu 70m tiefen See.

Königlicher Prunk, das Schloss Lindenhof

Frisch gestärkt und erholt schaffen wir dann die wenigen Kilometer nach Oberammergau. Das Schloss Linderhof, ein Bauwerk unseres Kini Ludwig II.

Dort landeten wir gegen eine kleine Gebühr auf einem gesonderten Parkplatz für Wohnmobile abseits vom Gewühl.. Dort konnte sich Unser Hund schnell noch die Füße vertreten, bevor er die Bewachung des im Schatten geparkten Wohnmobils übernahm. 

Dank der Coronaauflagen verzichteten wir auf eine Führung durch das „kleine“ Schloß. Der Besuch des Parks reichte aus, um die riesige Verschwendung von Steuergeldern durch König Ludwig II nachvollziehen zu können. So einen kleinen Garten hätte ich auch gern.

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Zurück im Wohnmobil machten wir uns wieder auf den Weg. Am Forggensee., dem Stausee mit der größten Wasserfläche in Deutschland, legten wir den nächsten Stopp ein. 

Direkt am See entlang führte ein schöner Fußweg für uns und unseren Hund. Natürlich testete unser Sam umgehend das Wasser. Wir gingen eine ganze Zeit in der warmen Spätsommersonne spazieren, während sich vor den Bergen dunkle Wolken aufbauten.

Auf der folgenden Rückfahrt nach Pfronten hatten wir Glück. Die Regenfront verschonte uns. So verbrachten wir den nächsten gemütlichen Abend auf dem Campingplatz in Pfronten.

Eine Kirche und viel Nebel

Unser letzter Tag in Pfronten begann vielversprechend. Die Sonne strahlte durch einen dünnen Morgennebel. Auf der Hundegasse konnte ich schon auf die Jacke verzichten, es war warm genug.

So machten wir uns wieder auf den Weg zu neuen Abenteuern. Unser Ziel war die Wieskirche. Von dieser Sehenswürdigkeit erfuhren wir nur durch die Lektüre unseres Reiseführers. Dabei soll es eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Bayern sein. schöne

Leider endete das schöne Wetter kurz nach unserer Abfahrt. Die Wolken gewannen die Oberhand und die Temperatur bewegte sich deutlich nach unten auf herbstliche Werte.

Unterwegs hielten wir kurz an der Staumauer des Forggensees an. Erstmalig auf dieser Tour kamen unsere Jacken zum Einsatz, während wir über die Staumauer bummelten.

An unserem Tagesziel, der Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies, bemerken wir wieder einmal deutlich, dass die Bustouristen nicht unterwegs waren. Kein einziger Bus stand auf dem Busparkplatz.

So konnten wir ungestört die Kirche besichtigen und die Kunstwerke bewundern. Obwohl der Baustil der Kirche (Rokoko) nicht zu unseren Favoriten gehört, beeindruckte uns die prunkvolle Ausstattung des Kirchenraumes. So wunderte uns nicht, dass der Bau der Kirche die damaligen Bauherren fast ruiniert hat.

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Im Anschluss an die Besichtigung stärkten wir uns noch, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Mutig ignorierten wir die Temperaturen und wählten einen Tisch auf der Terrasse des Lokals. Mit einer Jacke lies es sich gut aushalten.

Wie schon am Vortag folgte ein Spaziergang mit Hund am Ufer des Forggensees. Diesmal blieben die Bänke am Ufer und die Badestrände leer. Das kühle Wetter schreckte die Besucher ab.

Abschied von Pfronten

Der Rest ist schnell erzählt, denn den Rest des Tages verbrachten wir faul auf dem Campingplatz in Pfronten. Am Abend drückten wir noch dem 1.FC Nürnberg die Daumen. Leider half es nur teilweise. Die Saison begann mit einem Unentschieden.

Damit endete leider die zweite Etappe unserer Süddeutschlandtour. Unsere Zeit in Pfronten war abgelaufen. Am nächsten Morgen zogen wir weiter. Unser nächstes Ziel war Maurach am Bodensee. Dort wartete ein reservierter Campingplatz auf unseren Besuch

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