Fernsehen im Wohnmobil, meine Lösung

letzte Bearbeitung: 30.03.2019

Ein Wohnmobil ohne Fernsehen? Mittlerweile ist es fast undenkbar, auf die Glotze zu verzichten. Da wir gern sparen, haben wir immer wieder unseren eigenen Weg gefunden, mit möglichst geringen Kosten Fernsehen zu schauen. Im folgenden Beitrag beschäftige ich mich mit dem Thema Fernsehen im Mobil und beschreibe unsere technischen Lösungen in der Vergangenheit und heute.

Fernseher im Wohnmobil

Bei der Anschaffung unseres Alkovenmobils verzichteten wir auf einen Fernseher. Ganz bewußt wollten wir im Urlaub auf die Flimmerkiste verzichten.

Bereits nach einem längeren Urlaub begannen wir, unsere Meinung zu ändern. Auslöser für die Überlegungen waren unsere Kinder. Ab und an, insbesondere an Regentagen, vermissten die Kids die Flimmerkiste. Ebenso fehlte uns ab und zu die abendliche Tagesschau. So kippen wir unsere Meinung und die Suche nach einer einfachen Lösung begann.

Wir beschafften einen tragbaren Zweitfernseher mit Flachbildschirm, der zusätzlich im Hause als Zweitgerät genutzt wurde. Das Gerät erhielt einen festen Platz im Schrank und kam zur Benutzung auf die Küchenzeile.

Das Empfangsproblem lösten wir mit einer transportablen Sat-Schüssel, einem 12V Receiver, einem langen Antennenkabel und einem Stativ. Nur die 12V Installation erfolgte mit fest verlegten Anschlüssen. Und, die meisten Leser werden es nicht glauben, mit dieser Lösung lebten wir viele Jahre.

Dank eines guten Satfinders klappte die Satellitensuche meist sehr schnell. Ein Blick zu den Campingnachbarn genügte meist, um die erste grobe Richtung zu finden. Dann galt es nur noch den richtigen der zwei starken Satelliten zu finden.

Die DBV-T Technik hält Einzug in das Wohnmobil

Die erste Änderung erfolgte, nachdem unsere Hauptseher nicht mehr mitreisten. Gleichzeitig begann das digitale Antennenfernsehen DVB-T den Sendebetrieb. Durch Zufall stieß ich im Internet auf den Tizzi-Empfänger.

Der kleine Kasten mit einer kleinen Antenne diente als Empfänger und schickte die Signale per Wlan an unser iPad. So konnten wir schnell und ohne große Arbeit mit Computer oder iPad das Fernsehprogramm genießen.

In der Regel lag der Empfänger in der Nähe einer 12V Steckdose. Nur in schwierigen Empfangssituationen wanderte der Empfänger in das Fahrerhaus oder sogar durch das Heki auf das Dach. Der Empfang der Öffentlich-Rechtlichen Fernsehsender klappte in Deutschland an fast allen besuchten Plätzen. Im Ausland nutzten wir weiterhin unsere kleine Schüssel.

Die Bedingungen ändern sich

Wir wechselten vom Alkovenmobil auf den Kastenwagen und die DBV-T Sender änderten die Übertragungsnorm. Daher wurde unser Tizzi-Empfänger zu Elektroschrott.

Nach wie vor lohnt sich für unseren geringen Fernsehkonsum keine vollautomatische Satanlage. Hinzu kommt, dass ich die großen Schüsseln auf dem Dach eines Kastenwagens nicht mag, da die meisten dieser Antennen den höchsten Punkt des Fahrzeugs bilden.

Gleichzeitig wollte ich nicht mehr den Urlaub mit Satellitensuche verbringen. Mit unserer 35cm-Schüssel gab es im hohen Norden einige Male eine längere Suchaktion.

Die Suche nach der richtigen Lösung

Die Umsetzung der eigenen Vorgaben stellte mich vor eine Herausforderung. Viele Ideen entstanden und wurden später wieder verworfen. Irgendwann stieß ich auf eine Sat-Flachantenne mit dem Easyfind-System. Damit nahm die  Lösung langsam Gestalt an.

Das nächste Hindernis war der Bildschirm. Die bevorzugte Methode, weiterhin ein Tablet zu nutzen, schied aus. Am Markt gab es dafür keine einfache Lösung . So blieb nur die Anschaffung eines Fernsehers.

Dies hört sich einfach an, war es jedoch nicht. Schuld daran war wieder unsere eigene Vorgabe. Bei uns sollte die Glotze nicht den Wohnraum im Mobil dominieren. Damit schied der Festeinbau im Fahrzeug aus. Das Angebot an kleinen Geräten unter 18Zoll  zeigte sich sehr übersichtlich. Erst nach langem Suchen fand ich im großen Fluß ein Angebot von Xoro. Der 13Zoll-Fernseher mit 12V-Anschluss landete im Warenkorb.  Mutig drückte ich auf den Bestellknopf.

Nachdem alle Komponenten vom fleißigen DHL-Mann geliefert waren, baute ich eine Versuchsanlage im Garten auf. Es klappte sehr gut. Die Satellitensuche dauerte keine zwei Minuten. Das Easyfind-System bewährte sich erstmalig. Jetzt konnte die Installation im Wohnmobil beginnen.

Der Einbau in den Kastenwagen

Den Satellitenempfänger versteckte ich im Küchenschrank. Den Infrarotempfänger installierte ich außen am Schrank. Gleichzeitig verlegte ich noch die Stromversorgung für den Fernseher in den Schrank.

Das Antennenkabel führt in die Ablage über der Fahrerkabine. Dort liegt ein Kabelring für die Aufstellung der Antenne durch das Heki. Um die Antenne auf dem Dach des Kastens wackelfrei aufstellen zu können, befestigte ich vier Topfmagnete am Fuß der Antenne.

Die Inbetriebnahme am Stellplatz

Wenn jetzt ein Fernsehabend geplant ist, kommt der Fernseher aus dem Schrank auf die Arbeitsplatte der Küche. Die Antenne aus dem Heckstauraum wird mit der Antennenleitung verbunden und durch das Heki auf das Dach gestellt. Dank der Magnete wackelt der Fuß nicht. etwas

Die Satellitensuche ist nur für große Personen geeignet. Mit den Armen durch das Heki gelingt die Sendersuche meist reibungslos. Das ganze Prozedere ist in maximal 10 Minuten erledigt.

Erweiterung auf den DVB-T Empfang

Nachdem bundesweit die Umstellung auf das neue DBV-T System erfolgt war, beschäftigte mich das Thema erneut. Nach längeren Recherchen und einigen Fehlbestellungen stand für mich fest, dass es dank der größeren Datenrate kein Gerät gab, dass den Tizzi Ermpfänger ersetzen konnte. So schied Fernsehen am iPad vorerst aus.

Um die DBV-T Sender empfangen zu können, kaufte ich eine ganz einfache Magnetantenne für den Fernseher. Diese Empfangshilfe wandert ebenfalls durch das Heki auf das Dach.

Erfahrungen mit Easyfind und DBV-T2

Auf unseren Reisen bewährte sich unsere Lösung gut. Selbst an der der schottischen Nordküste klappte die Satellitensuche sehr schnell. Allerdings zeigte sich auch, dass die Aufstellung auf dem Dach nur dann komfortabel funktioniert, wenn das Heck grob nach Süden zeigt. Nur dann ist die Easyfind-Anzeige ablesbar. Die Einstellung nur nach den Pieptönen erfordert Erfahrung.

So stand die Antenne an einigen Standorten neben das Fahrzeug auf den Boden. Da die Bedienung dort unten nicht sehr bequem ist, packte ich mein altes Dreibeinstativ wieder in das Fahrzeug,

Durch die Umstellung auf DBV-T2 ist das Senderangebot stark angestiegen. Der Empfang klappte an vielen Orten sehr gut mit normaler Qualität. Allerdings nerven die vielen Sender in der Sendeliste, die nicht ohne Zusatzkarte empfangen werden können. Erst auf der letzten Reise hatte der Suchlauf 58 Sender gefunden. Das ZDF lag auf Kanal 39.

Fazit und Ausblick

Unsere einfache Fernsehausstattung für ca. 350€ erfüllt unsere Anforderungen. Zugegeben, sehr komfortabel ist es nicht. Dennoch reicht es für unseren Bedarf vollkommen aus.

In Zukunft wird sich die Technik wieder wandeln. Immer häufiger erwische ich mich dabei, die Tagesthemen schell mal online auf dem Handy zu schauen. Der Fernsehempfang mittels eigener Fernsehempfänger wird weiter an Bedeutung verlieren.

Ich gehe davon aus, dass wir in naher Zukunft die Sender nur noch über Mobilfunk oder Wlan empfangen werden. Noch schrecken die Kosten für die Datenübertragung ab. Dafür entfallen dann die Kosten für die Satellitenschüssel auf dem Dach.

10 Replies to “Fernsehen im Wohnmobil, meine Lösung”

  1. Hallo, vielen Dank für den interessanten Artikel. Wir haben auch einen ausgebauten Kastenwagen und sind auf der Suche mittels Tablet und ohne Kabelsalat und diversen Einbauten Fernsehempfang zu bekommen – auch außerhalb Deutschlands. Ich hab jetzt schon Stunden im Internet verbracht, aber noch keine Lösung gefunden 🙁 Wenn jemand etwas weiß, bin für jeden Tip dankbar!

    1. Hallo, Monica.
      auch ich habe nach einer derartigen Lösung gesucht. Leider fand ich nur eine teure Automatikschüssel, die gleich ein W-Lan bereitstellt. So eine Art Stick für ein Tablet scheint es nicht zu geben. Für den PC gibt es kleine Sat-Empfänger zum Anschluss an den USB Port.

      1. Leider bin ich noch nicht fündig geworden. Es gibt zwar eine nicht gerade günstige automatische Sat-Antenne, die die Sender streamt, für DBV-T2 suche ich nach wie vor eine Lösung.

  2. Hallo,
    ich bin auch auf der Suche

    Meine Theorie: SAT>IP server (kostet so 100 €) und ein WLan AC (z.B. über Raspberry – ca 50 €) + mobile automatische Sat-Anlage
    Damit müsste man (zumindest funktioniert es bei mir zu Hause) auch über Tablet, Handy oder Smartphone Fernsehen schauen können.

    1. Die Lösung mit einem mobilen WLAN im Fahrzeug hatte ich in Erwägung gezogen, da ich zu Hause so arbeite.

      Es geht mir um die einfache schnelle Lösung für die Tagesschau oder das Fußballspiel auf dem iPad wie es bisher möglich war. Für den Fernsehabend habe ich ja die über Kabel angeschlossene Sat-Lösung.

  3. Ja, nun, da stellen sich mir auch viele Fragen. Ich habe die Absicht ein TV-Gerät mit Triple-Tuner anzuschaffen und setzte – trotz Wohnort im südl. Baden-Württemberg – auf DVB-T. Feste Sat-Anlage ist nicht in der Planung. Bin noch nicht fündig geworden. Reise oft alleine. Da werde ich doch einschalten, bevor es ins Bett geht. Bin auch Fussballfan und will wichtige Spiele nicht vermissen. Bin dankbar für jeden Tip. Grüße Reinhard

  4. Ich habe ein 5 Sterne Fiat neu gekauft. Doch die fest montierte Satelitenschüssel klappt nicht auf, was muss ich tun ???

  5. Ja, bei den 5 Sternen ist oftmals ein Stern zu wenig. Frag die Werkstatt, ob sie vielleicht einen 6. Stern montieren können.

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