Volle Stellplätze und Campingplätze, Urlaub nur nach Reservierung?

Eine nette Mail eines Lesers erinnerte mich wieder an meine Beobachtungen im letzten Sommer. Immer öfter landete der Spontanbesucher vor verschlossenen Schranken. Die Plätze sind voll belegt.

Der Wohnmobilboom führt zu Enge auf den Plätzen

Die Ursache ist ganz einfach. Immer mehr Wohnmobile bevölkern unsere Straßen. Die Zulassungszahlen erreichen immer neue Rekordwerte und die Flotte der Vermieter vergrößert sich von Jahr zu Jahr. Nur die Stellplätze vermehren sich nicht in gleichem Maß.

Hinzu kommt, dass viele Reisemobilisten über viel Freizeit verfügen. Dies führt zu längeren Standzeiten vor Ort. Diese Gruppe ist vorrangig auf den preisgünstigen Plätzen anzutreffen.

Ist Reservierung die Lösung?

Die Auswirkungen sind klar. Reservierung heißt das Zauberwort. Damit ist der Übernachtungsplatz sicher. Leider stirbt damit die Spontanität, eine der Stärken unserer Urlaubsart. Gerade das ungebundene terminlose Reisen war bisher immer eine Stärke des Wohnmobilurlaubs.

Klar, auf den Plätzen an besonders beleibten touristischen Orten herrschte schon immer Enge. Allerdings gab dann irgendwo etwas entfernt Ausweichmöglichkeiten. Mittlerweile füllen sich diese etwas ablegenden Plätze in der Hauptreisezeit ebenso.

In Stellplatzbeschreibungen steht immer wieder der Hinweis, möglichst früh anzureisen, um einen Platz zu finden. Für mich bedeutet dies, meinen Tagesplan an den Platz anpassen zu müssen. Dazu habe ich jedoch keine Lust.

Für mich geht mittlerweile ein Teil der Spontanität verloren. Ich möchte mich nicht Wochen im Voraus terminlich festlegen müssen, um ein Wochenende an der Küste verbringen zu dürfen.

Reservierungen geben Sicherheit

An dieser Stelle gebe ich zu, ab und an einen Platz vorab zu reservieren. Meist handelt es sich um die Zwischenstopps auf langen Fahretappen. So buchte ich z. B. für unsere Irlandreise die Zwischenübernachtungen in England vor.

Mit diesem Vorgehen erspare ich mir das nervige Platzsuchen an langen Fahrtagen. Jeder Wohnmobils kennt die Situation. Nach vielen Kilometern auf der Autobahn oder der Landstraße kann die Stellplatzsuche schon einmal zur Belastungsprobe für die Besatzung werden, wenn dann der angesteuerte Platz belegt ist.

Ein weiterer guter Grund für eine Reservierung ist die besondere läge eines Platzes. So würde ich zum Beispiel nie in Richtung Sylt aufbrechen, ohne einen Platz reserviert zu haben. Das Risiko wäre mir zu groß.

Mehr Stellplätze bitte!

Insgesamt sehe ich nur eine Lösung. Wir brauchen mehr Stellplätze für Wohnmobile und neuerdings auch für Wohnwagen. Nach einigen Überlegungen sehe ich jetzt auch die Hersteller in der Pflicht.

Es reicht nicht, jährlich neue Rekorde zu erzielen. Um mittelfristig im Geschäft zu bleiben, muss die Infrastruktur mit wachsen. Nur so kann die Begeisterung für unser Hobby weiter steigen.

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