Fahrkartenkauf in Bordeaux mit Windows XP

Bei unserem Besuch in Bordeaux in Frankreich wollten wir vom Campingplatz mit der Straßenbahn in die Innenstadt fahren.
Der Plan war gut. Nur wir eine Fahrkarte für die Bahn. Es gelang uns, allerdings erst nach vielen Flüchen auf Windows XP.

 

Beginnen wir von vorn. Wir standen auf einen Campingplatz in Bordeaux, um die Stadt besichtigen zu können. Bereits bei der Anreise am Vortag bemerkten wir, dass der Platz nicht gut an den Nahverkehr angebunden war. Daher entschieden wir uns, mit den Rädern zur Straßenbahn zu fahren. Schließlich verkündete unsere Reiseliteratur, dass Bordeaux über ein sehr modernes Tramnetz verfügen soll.

So starteten wir mit den Rädern. Nach einer Viertelstunde erreichten wir die moderne, fast neue Endhaltestelle der Bahn. Die Station war erst vor kurzer Zeit errichtet, wie man unschwer erkennen konnte. Sogar den schönen Fahrradparkplatz fanden wir vor.

Zielstrebig steuerten wir auf den Bahnsteig zu. Dort entdeckten wir einen Fahrkartenautomaten. Ein moderner Touchscreen-Monitor wartete auf unsere Eingaben. Leider reichten unsere Sprachkenntnisse nicht ganz. Irgendwas machten wir falsch, die Folge kannten wir gut von zu hause. Der bekannte blaue Windows-Fehlerbildschirm erschien.

Den Automaten hatten wir geschafft. Zum Glück gab es nebenan ein zweites Gerät. Neuer Automat, neues Glück, dachten wir. Leider falsch, denn der Automat war so von der Sonne angestrahlt, dass es uns nicht gelang, den Text und die Eingabefelder zu erkennen.

Mittlerweile zeigte der erste Automat wieder Lebenszeichen. Der übliche Windows-Startbildschirm erschien. Und, nachdem wir einige Zeit die Sanduhr bewundert hatten, konnten wir einen zweiten Versuch starten. Diesmal übernahm Papa die Eingaben, denn wir hatten entdeckt, dass Englisch als zweite Sprache zur Verfügung stand.

Es erschien ein englischer Text. Leider war es nicht die erwartete Fahrkartenauswahl, sondern eine Windows-Fehlermeldung mit dem Hinweis auf eine fehlende Datei. Nichts ging mehr. Langsam beschäftigten wir uns mit dem Gedanken einer Schwarzfahrt.

Die Rettung nahte in Gestalt einer netten Frau. Die Dame erkannte unser Problem, drückte einmal beherzt die SOS-Taste und sprach kurz mit einem Herrn am anderen Ende der Leitung. Der Bildschirm wurde schwarz und wieder startete Windows neu. Mittlerweile schauten jetzt schon fünf Personen auf die Sanduhr.

Sobald der Computer hochgelaufen war, drückte die Dame für uns die Tasten auf dem Bildschirm. Immer ganz langsam. Taste – Warten – Taste. Endlich konnten wir unser Geld einwerfen und erhielten unsere Fahrkarten. Wenn wir unsere Retterin richtig verstanden, ist es die Regel, dass die Computer spinnen, sobald man zu schnell hintereinander die Tasten drückt.

Die Karten für die Rückfahrt gab uns ein anderer Automat in der Stadt ohne Schwierigkeiten. Wir konnten mit unserem Wissen (Taste – Warten – Taste) sogar noch zwei Engländern beim Ticketkauf helfen. Gewusst wie!

Übrigens gehört die Straßenbahn wirklich zu den sehenswerten Dingen in Bordeaux. So eine moderne Bahn kenne ich in Deutschland nicht. Und der Besuch der Stadt erwies sich als sehr lohnenswert. Bordeaux ist einen Besuch wert, wenn man in der Region am Atlantik unterwegs ist.

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