Steine und Sand in Primel-Tregastel und Meneham (Bretagne 4)

Am Pfingstmontag machten wir uns wieder auf den Weg. Wieder ging es Richtiung Westen. Anfangs begann die Fahrt entlang der Küste sehr zäh. Dank eines großen Marktes in Tregastel waren mehrere Straßen gesperrt und rings herum um den Markt herrschte Verkehrschaos. Endlich bekam das Navi einmal den Wunsch erfüllt. „Fahren Sie über den Kreisverkehr, dritte Ausfahrt“. Und richtig, die Polizei leitete die Autos quer über die Mitte des Kreisverkehrs.

Allen Verkehrsschwierigkeiten zum Trotz fuhren wir gemütlich die Küste entlang. Unterwegs legten wir einen Stopp in St. Efflam ein. Wir erinnerten uns an einen endlosen Fußmarsch über den bei Ebbe riesigen Strand. Unsere Kinder wollten damals unbedingt das Wasser erreichen. Jetzt verbrachten wir die Mittagspause mit Strand und Meerblick. Leider störte der leichte Nieselregen etwas.

Nieselregen in Primel-Tregastel

Mehr zufällig landeten wir in Primel-Tregastel auf dem kleinen Camping Municipale de Mer. Dort holte uns der Nieselregen ein. Wir suchten uns einen halbwegs graden Platz mit Aussicht und richteten und häuslich ein. Mit einer Tasse Kaffee genossen wir den Meerblick und Felsenblick durch die nassen Fensterscheiben.  

In einer Regenpause forderte unser Hund sein Recht. Wir erkundeten die Küste, insbesondere die Felsen, am Campingplatz. Leider hielt die Regenpause nicht lange. Daher kamen wir etwas feucht von unserem Spaziergang zurück in das Wohnmobil.

Ein Tipp: An der bretonischen Nordküste gibt es zwei Orte mit dem Namen Tregastel. Die Orte liegen ca 80km auseinander. Uns wurde dies vor vielen Jahren einmal zum Verhängnis.

Das nächste Ziel, die Cote des Legendes

In der Nacht und am nächsten Morgen blieb uns das wechselhafte Wetter erhalten. Unsere Entscheidung  fiel schnell. Bei Regen ist Autofahren und Einkaufen eine Alternative. So landeten wir nach einigen Umwegen immer die Küste entlang beim Gigant Markt in Morlaix.

Wieder einmal erschlug uns das Angebot eines französischen Supermarktes. Wir inspizierten das Angebot ausführlich, verglichen mit Deutschland und füllten unsere Getränkevorräte auf. 

Weiter ging die Fahrt Richtung Westen. Unser grobes Ziel lautete Roscoff oder Brignogan. Schließlich landeten wir auf dem Campingplatz Camping de Meneham in Kerlouan. Der Platz liegt direkt an der Dünen- und Felsenküste.

Das wechselhafte Wetter blieb uns treu. So schafften wir wieder nur eine kurze Hunderunde an den Strand, bevor das nächste Schauer niederging. Am Abend fiel dann der von den Bretonen sehnlichst erwartete Regen. Uns blieb nur ein Abend im Wohnmobil.

Sand und Felsen, Ebbe und Flut, eine abwechslungsreiche Küste

Das Wetter zeige ein Einsehen. Am nächsten Morgen weckte uns die Sonne. Ab und an zogen noch dunkle Wolken vorbei, aber der Regen hatte ein Ende.

Wir machten uns auf den Weg, mit dem Rädern immer an der Küste entlang. Spektakuläre Felsformationen wechselten sich mit Sandbuchten und den typischen Häfen ab. Der Rückweg führte uns noch über den örtlichen Supermarkt im nächsten Dorf, um unsere tägliches Baguette zu erwerben.

Nach unserer Vormittagstour folgte eine Mittagspause und die obligatorische Hundegasse. Diesmal war Hundebadetag angesagt. Wie immer erkannte unser Hund das Salzwasser erst nach mehreren  Kostproben. 

Der nächste Strandbesuch erfolgte am frühen Abend. Diesmal ging es um die Fotografie. Schließlich gilt die Grundregel für Landschaftsfotos noch immer : „Zwischen 11 und 3 hat der Fotograf frei“.

Erstmalig auf dieser Reise konnten wir bis 20:00Uhr vor dem Auto sitzen, ohne uns in dicke Kleidung hüllen zu müssen.  So fiel uns die Entscheidung nicht schwer, noch eine weitere Nacht auf dem fast leeren Platz zu verbringen.

Eine Umleitung und ein Leuchtturm mit Erinnerungen

Der Tag begann mit Wohnmobilentsorgung und einer kurzen Fahrt zum Einkaufen. Diesmal machten wir uns auf den Weg zum Bäcker und zum Supermarkt. Mit frischen Vorräten für die Bordküche wollten wir nur einen kleinen Umweg fahren und uns weiter die Gegend anschauen. Ein Sperrschild und eine beschilderte Umleitung machte uns einen Strich durch die Rechnung. So wurden aus geplanten 10km fast 30 km, bis wir wieder auf dem Campingplatz ankamen. So viel Landschaft und Gegend wollten wir eigentlich nicht sehen. 

Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Ein langer Spaziergang mit unserem vierbeinigen Begleiter führte uns auf den Dünen an der Küste entlang. Wieder genossen wir den Ausblick auf Felsen und Sandstrände. Eine abwechslungsreichere Küste wird man kaum finden.

Abschließend stand noch ein kleiner Ausflug in unsere Vergangenheit auf dem Tagesprogramm. An der Pointe de Portusval bei Brignogan verbrachten wir vor 15 Jahren schon einmal einige Urlaubstage. Mit den Rädern erreichten wir schnell den an eine Kirche erinnernden Leuchtturm. Viele Dinge erkannten wir wieder und manche kleine Episode fiel uns wieder ein. Wir  gingen am Strand entlang und kletterten am Leuchtturm auf die Felsen. 

Als leichter Nieselregen den Aufenthalt ungemütlich machte, fuhren wir zurück zu unserm Wohnmobil. Wir hatten Glück und erreichten trocken das schützende Mobil. 

Der letzte Abend in Meneham verlief wie der erste. Es regnete.

Zurück nach St. Malo und die Cote Granit Rose

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