Meine Lieblingsorte in Frankreich: Das Schiffshebewerk Arzviller

Wieder einmal beschreibe ich ein Zwischenziel auf dem Weg in den Süden Frankreichs. Diesmal geht es nach Lothringen. In der Nähe von Arzviller fahren Schiffe mit dem Aufzug. Besucher können die Anlage besichtigen und den Vorgang beobachten.

Schiffshebewerk Arzviller, Gesamtansicht vom Unterwasser

Wissenswertes über das Schiffshebewerk St. Louis/Arzviller

Das Schiffshebewerk ist Bestandteil des Rhein-Marne-Kanals. Der Kanal verbindet den Rhein mit der Mosel und der Saone. Bei Arzviller überwindet der Kanal einen  Höhenunterschied von 45m. Mit dem Bau der Anlage sparte die Schifffahrt 17 Schleusen ein. Die alten Schleusen sind teilweise noch vorhanden und können besichtigt werden. Die Fahrzeit konnte um einen Tag verkürzt werden. Die Inbetriebnahme des Hebewerks erfolgte 1969. Da es keine ähnliche Anlage mit einem quer zur Fahrtrichtung bewegtem Trog gab, wurde technisches Neuland betreten.

Das Prinzip der Anlage ist einfach. Die Schiffe fahren in einen an Seilen befestigten 40m langen Trog. Nach der Einfahrt wird der Trog verschlossen.  Motoren bewegen dann den großen Behälter mit den Schiffen über die Schräge. Das Gewicht des Troges über Gegengewichte ausgeglichen.wird. Dadurch wird nur eine geringe Antriebsleistung benötigt. Der gesamte Vorgang dauert ca. 25min. Davon entfällt der größte Teil auf die Ein- und Ausfahrt der Schiffe. Die Fahrzeit des Troges beträgt nur 4min.

Bei der Qualitätssicherung für diesen Artikel fand ich die Information, dass sich im Sommer 2013 ein Unfall an der Anlage ereignete. Der Trog senkte sich bei der Einfahrt eines Schiffes um 3m ab. Das Wasser aus dem oberen Kanalabschnitt floss unkontrolliert ab. Im oberen Kanalabschnitt fiel der Kanal teilweise trocken während es im unteren Abschnitt zu Überschwemmungen kam. Derzeit ist die Anlage nach meinen Informationen noch nicht wieder in Betrieb.

Unser Besuch des Hebewerkes Plan Incline’ und des Rhein-Marne-Kanals

Unser Wohnmobil stellten wir auf dem Campingplatz „Camping-Caravaning du Plan Incliné“ ganz in der Nähe der Anlage ab. Nicht verschweigen möchte ich, dass wir leichte Navigationsschwierigkeiten hatten, den Platz und das Hebewerk zu finden. Jetzt wissen wir, dass wir nur den Schildern Plan Incline’ hätten folgen müssen. Bei der Anfahrt nervten uns zahlreiche Motorradfahrer, die die kurvenreichen Straßen nutzten, um ihr Können zu beweisen.

Vom Campingplatz ist das Hebewerk gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Während der Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit, den oberen Teil der Anlage und das Maschinenhaus zu besichtigen. Von der Aussichtsplattform ist der Hub- und Senkvorgang gut zu beobachten. Mit kleinen Ausflugsbooten wird die Anlage regelmäßig befahren. Während unseres Besuchs herrschte reger Betrieb.  Viele Sportboote nutzten den Aufzug.  Wir fanden es interessant, die Fahrten zu beobachten.

Da das Wohnmobil direkt am Rhein-Marne-Kanal stand, nutzten wir den Weg am Wasser entlang für Spaziergänge zu den alten Schleusen und zu einem Radausflug nach Lützelbourg. Insgesamt war es ein entspannender und lohnenswerter Abstecher zu einer technischen Sehenswürdigkeit.

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