Übernachtungsplätze in Norwegen, unsere Erfahrungen

Für Wohnmobilreisende gehört immer die tägliche Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz dazu. Wir bevorzugen im Urlaub meist die Campingplätze, da wir gern den Komfort nutzen. Einige Nächte verbrachten wir auf Stellplätzen und unterwegs hielten wir die Augen offen, um den einen oder anderen guten Platz zu frei stehen zu entdecken.

Frei stehen

In den von uns bereisten Gebieten in Fjordnorwegen ist es schwierig, geeignete schöne Plätze zum Übernachten zu finden. Einer der Hauptgründe ist die Geografie. Es gibt entlang der Fjorde kaum Platz neben der Straße. Geeignete Parkplätze sahen wir nur selten.

Hinzu kommt, dass die Fjordregion sehr viele Wohnmobilbesatzungen anlockt. Dies führte zu vielen Camping-Verbotsschildern in den kleinen Gemeinden am Wasser. Noch gibt es keine Höhenbegrenzungen. Jedoch beobachteten wir, dass Besatzungen direkt neben dem Campingverbotsschild parkten und Tisch und Stühle auspackten, um  die Sonne zu genießen. Diese Interpretation des freien Lebens wird irgendwann dazu führen, dass die Teppichstangen Norwegen erreichen werden.

An dieser Stelle möchte ich nochmals auf das in Skandinavien übliche Jedermannsrecht eingehen, da es immer wieder missverstanden wird. Diese alte Regelung erlaubt Jedermann unter bestimmten Bedingungen ohne besondere Erlaubnis über die Ländereien zu gehen und zu übernachten.

Wohnmobile kommen in dieser Regelung nicht vor. In Norwegen gelten ähnliche Regeln für Fahrzeuge wie in anderen Ländern. Unsere Fahrzeuge und die Übernachtungsplätze haben nichts mit dem Jedermannsrecht zu tun. Es ist nicht zulässig, einfach irgendwo in einen Waldweg oder auf eine Wiese zu fahren um dort zu übernachten, obwohl dies dem Wanderer mit seinem kleinen Zelt gestattet ist.

Gegen eine Übernachtung auf einem der Parkplätze an den Straßen wird Niemand etwas sagen, solange kein Campingverhalten vorliegt. Insbesondere in den Gebirgsregionen kann ich mir vorstellen, diese Möglichkeit zu nutzen, um im Sommer eine sehr kühle Nacht zu verbringen. Während unserer Reise im Mai/Juni schied diese Möglichkeit aus, da die Parkplätze noch nicht vom Schnee geräumt waren.

Stellplätze

Ein flächendeckendes Netz von Stellplätzen sucht man in Norwegen vergeblich. Durch die Vielzahl der Wohnmobile entstanden an einigen touristischen Brennpunkten einige gesonderte Stellplätze. Allerdings fanden wir nur geringe Preis- und Ausstattungsunterschiede zu den Campingplätzen.

Eine Übernachtung kostete zwischen 150 und 220NOK. Dafür verfügten die Plätze über kostenlose Stromanschlüsse und Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. Manche Plätze boten zusätzlich kleine Waschanlagen und einen WLAN-Internetzugang.

Auffällig war, dass die Plätze versuchen, die Mindestabstände zwischen den Fahrzeugen sicherzustellen. Auf dem Platz in Alesund sollten aufgestellte Sitzgarnituren für den Abstand sorgen. Nur klappte dies schon bei unserem Besuch in der Nebensaison nicht. Wenn ein deutscher Wohnmobilfahrer um 21:00Uhr anreist und in der ersten Reihe stehen möchte, sind tragbare Bänke kein Hindernis.

Die Detailbeschreibungen der Plätze sind noch in Arbeit. Bitte haben Sie noch etwas Geduld mit mir.

Campingplätze

Campingplatz in GeirangerDas Angebot an Campingplätzen ist gut und ausreichend. Überall in den touristisch interessanten Orten und entlang der Hauptstraßen gibt es ausreichend Angebote. Die Ausstattung unterscheidet sich nicht stark. Einen ausgesprochenen Luxusplatz fanden wir nicht. Oft haben die Betreiber auf die große Anzahl der Wohnmobile reagiert und befestigte Plätze für die Fahrzeuge angelegt.

Oft liegen die Campingplätze an schönen Stellen abseits der Ortsmitte in der Natur. Rückblickend erwischten wir auf unserer Reise keinen Campingplatz, den wir nicht wieder aufsuchen würden. Die Mitarbeiter erlebten wir immer hilfsbereit und nett. Mit Englisch war die Verständigung immer gut möglich, manchmal klappte es sogar in Deutsch.

Leider sind die Preise nicht günstig. Die Kosten für 2 Personen betrugen zwischen 200NOK und 250NOK pro Nacht. In der Regel kostet ein Stromanschluss eine kleine Extragebühr. Eine Besonderheit sind die Duschen. Je nach Platz benötigt man 10NOK Münzen oder einen extra Chip für das warme Duschen. Damit gibt es für 5 Minuten warmes Wasser.

Ab und an trifft man an einem Platz ein, an dem die Rezeption nicht besetzt ist. Dann gibt es Selbstbedienung. Ein bereitliegender Anmeldezettel ist auszufüllen und mit dem zu zahlendem Betrag in einen Kasten eingeworfen werden. Ich finde dies System gerade auf kleinen Plätzen für sehr sinnvoll. Allerdings überrascht es mich, dass dies auf Ehrlichkeit basierende System immer noch funktioniert.

Auf fast allen Plätzen befinden sich zusätzlich Hütten zur Vermietung. Daher führt das Bewertungssystem der Plätze mit bis zu drei Sternen zu  Missverständnissen, den die Angabe bezieht sich oft auf die Ausstattung der Campinghütten. Bei Hinweisschildern zu den Plätzen ist zu beachten, dass ab und zu auch reine Hüttenanlagen als Campingplatz beschildert sind. Das Piktogramm zeigt dann nur ein Hüttensymbol.

Keiner der mir bekannten Campingplätze in Norwegen verfügt über ein Reservierungssystem. es nicht üblich, Stellplätze vorab zu reservieren. Nur die Hütten sind vorab buchbar. Viele Plätze bestehen auf die Camping Card Europa, die vor Ort erworben werden kann. Einfacher ist es, sich die Karte vorab in Deutschland zu besorgen. (z.B. ADAC)

Die Einzelbeschreibungen der von uns besuchten Plätze in Norwegen sind hier zu finden. (noch in Arbeit)

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2 Replies to “Übernachtungsplätze in Norwegen, unsere Erfahrungen”

  1. Hej, hej. Ich finde Deine / Eure Beschreibung absolut zutreffend. Insbesondere der Hinweis auf das oftmals falsch verstandene Jedermansrecht. Bei unseren Fahrten durch Schweden (insbesondere Mittel und Nordschweden) finden wir immer wieder tolle Seen an denen man frei stehen kann. Und daher haben wir unser WoMo (weiß) gegen einen Kastenwagen (schwarz) eingetauscht um möglichst niemanden zu stören. Norwegen dagegen gestaltet sich tatsächlich immer schwieriger, weil es leider Menschen gibt, die sich einfach alles erlauben. Na, Dir /Euch erstmal weiterhin viel Spaß und Erfolg mit der Seite hier und auf Euren Touren durch ein wundervollen Landes. Viele Grüße, MiB (Michael)

  2. Danke für den netten Kommentar. Vor einiger Zeit habe ich zufällig gelesen, dass ca. 100.000 Wohnmobile pro Jahr in Richtung Norwegen unterwegs sind. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Norweger bemüht sind, diese Flut zu kanalisieren.

    Spätestens wenn in jeder Zufahrt zu einem Sommerhaus ein Womo steht, würde es mich auch stören.

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