Bornholm, ein Reisebericht

Skandinavien gehört zu unseren Lieblingszielen. Leider sind diese Reisen mit langen Fahrstrecken verbunden. Diesmal berichte ich über eine Reise, bei der die zurückgelegten Entfernungen naturgemäß sehr gering waren. Die Dänische Insel Bornholm war das Ziel unserer Sommerreise.

 

Anmerkung:

Dieser Reisebericht entstand schon vor einigen Jahren. Unsere Reise fand bereits 2007 statt. Einiges wird sich in der Zwischenzeit auf Bornholm verändert haben. Dennoch veröffentliche ich den Bericht hier, da Bornholm sicherlich immer ein besonderes Reiseziel ist.

Wissenswertes über Bornholm

Die Insel Bornholm liegt in der Ostsee und gehört zu Dänemark, obwohl  die Entfernung zu Schweden wesentlich geringer ist. In der Geschichte besetzten die Schweden die Insel mehrfach, wurden jedoch immer wieder zurückgedrängt.

Die 580qkm große Insel verfügt über ca. 150km Küste. Die höchste Erhebung ist immerhin 162m hoch. Insgesamt leben ca. 40.000 Einwohner auf der Insel. Im Sommer kommen viele Urlauber und Feriengäste hinzu. Fast ein Drittel der Bewohner leben in der Hafenstadt Rönne, dem Zentrum der Insel.

Fazit unseres Bornholm-Besuches

Bevor es mit dem Reisebericht losgeht, vorab ein kurzes Fazit der Reise. Bornholm ist eine schöne Insel. Wir fanden den Aufenthalt sehr erholsam und entspannend. Da die Insel überschaubar ist, kennt man sich nach wenigen Tagen aus. Große Sehenswürdigkeiten, die man gesehen haben muss, findet man nicht. Allerdings gibt es viele Kleinigkeiten zu entdecken.

Große Touristenzentren mit Hotels und Restaurants fehlen auf der Insel. Die schönen Strände, insbesondere im Süden der Insel, sind naturbelassen. Den von vielen Stränden Europas bekannten Rummel sucht man auf Bornholm vergebens. Dafür gibt es viel sehenswerte Natur und wilde Küstenabschnitte.

Zusammenfassend fanden wir die Insel liebenswert und schön. Irgendwann wird Bornholm wieder in unserer Reiseplanung auftauchen.

Unsere Anreise nach Bornholm

Wie immer stand vor Reisebeginn das Packen des Wohnmobils. Da ich am Vormittag noch ungeplant arbeiten musste, erfolgte der Start erst am späten Abend. Über die stark befahrene A9 kamen wir bis zum ehemaligen Grenzübergang Rudolfstein. Auf dem Parkplatz der Raststätte fanden wir einen ablegenden ruhigen Platz für die Nacht.

Am nächsten Morgen starteten wir wieder in Richtung Norden. Über Berlin und die B96 ging es zur neuen Ostseeautobahn. Während der Fahrt entstand keine rechte Urlaubsstimmung, da es ständig regnete. Dennoch kamen wir gut voran und erreichten gegen 17:00Uhr Stralsund. Entgegen unserer Planung suchten wir hier einen Platz für die Nacht. In der Nähe der Brücke Richtung Rügen wurden wir fündig. Nach einer Ruhepause erkundeten wir die Stadt  mit unseren Fahrrädern.

Am Sonntag überquerten wir schnell die Insel Rügen bis zum Fährhafen Sassnitz-Mukran. Die Abfertigung war schnell erledigt und schnell stand das Wohnmobil auf dem  kleinen Fährschiff Hammerode. Die Überfahrt empfanden wir sehr langweilig. Auf dem Schiff gab es nur wenige Aufenthaltsmöglichkeiten und einen Schnellimbiss mit sehr begrenztem Angebot. Das graue, dunstige Wetter trug nicht dazu bei, die Überfahrt angenehmer zu gestalten. Nach 3 Stunden hatten wir die Fahrt überstanden und das Wohnmobil rollte auf Bornholmer Boden.

Die erste Station: Sandvig

Am Fährhafen entschieden wir uns, zuerst in Richtung Norden zu fahren. In Sandvig, dem nördlichen Ende der Insel, fanden wir einen schönen Campingplatz mit Meerblick. Da es auf der Fähre keine Wechselmöglichkeit gab, unternahmen wir noch einen Fahrradausflug, um einen Geldautomaten zu finden. Zum ersten Mal merkten wir, dass wir uns auf einer kleinen Insel befanden. In Sandvig (ca. 1000 Einwohner) fanden wir keinen Automaten. Erst in Allinge gelang es uns, das benötigte Bargeld zu beschaffen.

Der Montag stand ganz im Zeichen der Erholung. Wir unternahmen sehr wenig und ruhten uns von der Anreise aus. Auf einem kleinen Spaziergang erkundeten wir die Umgebung des Campingplatzes. Am Abend nutzten wir wieder unsere Räder, diesmal um die am Vortag entdeckte Pizzeria zu testen.

Nach dem Ruhetag beschlossen wir am Dienstag, die Festung Hammerhus, eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Insel zu besuchen. Die Fahrzeit überschätzten wir erheblich, da wir uns noch immer nicht an die Dimensionen der Insel gewöhnt hatten. Ganz anders sah es mit den Höhenunterschieden aus. Solche Steigungen hatten wir nicht erwartet.

Wissenswertes über die Ruine Hammerhus

Die Burg Hammerhus war eine der größten Burganlagen in Nordeuropa. Die im 12. Jahrhundert errichtete Anlage wechselte öfter den Besitzer. Der Ausbau der mächtigen Festungsanlagen und der Bau der großen 700m langen Mauer erfolgte größtenteils im 16. Jahrhundert. Damals gehörte die Anlage zu Lübeck. Anschließend gab Lübeck die Burg auf dem 70m hohen Felsen an die Dänen zurück. Zeitweilig besetzten Schweden die Burg, wurden jedoch von der Bevölkerung der Insel wieder vertrieben. Ab 1743 nutzte man die Festung nicht mehr. Die Zerstörung der Gebäude erfolgte, um Baumaterial zu gewinnen. Erst im 19. Jahrhundert stellte man die Ruine unter Denkmalschutz.

Nach einer ausführlichen Burgbesichtigung nutzen wir das Gefälle um in einer rasanten Abfahrt schnell wieder zum Wohnmobil zu gelangen. Der Magen trieb uns zur Eile an.

Am Nachmittag stand Baden auf dem Programm. Die Kinder badeten ausgiebig im Eiswasser der Ostsee. Später besuchten wir noch einen kleinen Markt in Sandvig. Es gab überwiegend regionale Produkte und leckeren Honig zu kaufen.

Gudhjem, die zweite Station

Uns zog es weiter, zu neuen Entdeckungen. Als Ziel wählten wir  Gudhjem an er Ostküste aus. Zuvor stand noch das Auffüllen unseres Wohnmobilkühlschrankes an. Die Suche nach einem Supermarkt gestaltete sich unerwartet schwierig, Wir hatten uns noch nicht an die Inselm gewöhnt und suchten einen größeren Laden, den es jedoch auf der ganzen Insel nicht gab. So landeten wir in Rönne und erledigten dort unsere Besorgungen.

Weiter ging es nach Gudhjem. Dort taten wir uns schwer, einen schönen Campingplatz zu finden. Der erste Platz bot zwar einen Pool, aber nur noch eine sehr enge Parzelle. Der zweite Platz verfügte über einen schönen Meerblick, leider gab es keine Badegelegenheit. Der letzte getestete Campingplatz verfügte über keine für uns erreichbaren Stellplätze. Nach einiger Diskussion im Familienrat entschieden wir uns für die Aussicht und gegen den Pool. Wir landeten auf dem Campingplatz Sletten.

Den Rest des Tages nutzen wir zu einer Erkundung der Felsküste und besuchten den Ort. Dank eines aufziehenden Gewitters bot sich uns ein beeindruckendes Farbenspiel am Himmel.

In der Nacht weckte uns ein heftiges Gewitter. Ein heftiger Donnerknall sorgte dafür, dass in allen Wohnmobilen und Wohnwagen auf dem Campingplatz die Lichter angingen. Am nächsten Morgen fanden wir in der Nähe einen Baum, in den der Blitz eingeschlagen hatte. Die Holzsplitter lagen im weitem Umkreis verstreut.

Nach dem nächtlichen Feuerwerk begann der Tag spät und gemütlich. Erst gegen Mittag besuchten wir den Ort. Zielsicher fanden die Kinder die Bonbonfabrik. Natürlich deckten wir uns mit den handgemachten Süßigkeiten ein. Nach einem kleinen Ortsbummel starteten wir zu einer Bootsfahrt zu den bekannten Heiligdomklippen. Mit dem kleinen Holzschiff Thor gelangten wir zu den Klippen, die wir natürlich erklettern mussten.

Am nächsten Tag unternahmen wir wenig, da eines unserer Kinder unter einer Erkältung litt. Für Abwechslung sorgte der Besuch eines Kreuzfahrtschiffes. Die Maxim Gorki war auf einer ihrer letzten Fahrten zu Gast in Gudhjem. Das Ausbooten der Passagiere erfolgte direkt vor dem Campingplatz.

Am Nachmittag radelte ich zu einer der typischen Rundkirchen der Insel. Die Hinfahrt strengte mich sehr an, dafür verhalf der Rückenwind auf der Rückfahrt zu neuen Geschwindigkeitsrekorden.

Station 3: Svaneke

Am Samstag beschlossen wir, weiter zu fahren. Als erstes Ziel steuerten wir nochmals die Rundkirche an, die ich schon mit dem Rad besucht hatte. Diesmal konnten wir die Kirche auch von innen besichtigen. Der im Anschluss geplante Besuch des Mittelaltercentrums fiel leider aus, da wir den einzigen Ruhetag erwischt hatten.

Wir planten um und besuchten die Ausstellung Natur Bornholmen in Akirkeby, die uns einen modern gestalteten Einblick in die Geologie, Flora und Fauna der Insel verschaffte. Am Abend fuhren wir auf den Campingplatz des Küstenortes Svaneke. Wie üblich beendeten wir den Tag mit einem ersten kleinen Rundgang im Ort.

Den Sonntag begannen wir mit einer Radtour in den Nachbarort Arsdale. zu der dortigen Windmühle. Unterwegs wunderten wir uns über den starken Gegenverkehr auf dem Radweg. Wie wir anschließend erfuhren, waren wir in das Jedermann-Radrennen „Rund Bornholm“ geraten, dass auf der von uns gewählten Strecke stattfand. Wir besichtigten die noch in Betrieb befindliche Windmühle und die angrenzende Granitwerkstatt. Seit diesem Besuch haben wir ein Teelicht mehr in unserer Sammlung. Leider verschlechterte sich das Wetter am Nachmittag. Dennoch wagten sich zwei tapfere Schwimmer in die eisigen Fluten.

Bei durchwachsenem Wetter besuchten wir am Montag die Geschäfte und Werkstätten in Svaneke. Zuerst beobachteten wir die Herstellung von Bonbons bei Svaneke Bolcher. Mit einigen Bonbons im Rucksack ging es weiter. Als nächstes entdeckten wir die Rokerie. Der frische Fisch war lecker. Auf dem Rückweg zogen uns zwei Glaswerkstätten an. Die Anzahl unserer Teelichter erhöhte sich weiter. Den Rest des Tages verbrachten wir bei leichtem Regen im Wohnmobil.

Station 4: Snogebaek

Am Dienstag beschlossen wir, das schlechte Wetter zu einem erneuten Besuch der Inselhauptstadt Rönne zu nutzen. Wir schlenderten durch den Ort und schauten uns die Geschäfte an.  Obwohl sich das Wetter verbesserte, fanden wir Rönne nicht besonders sehenswert.

Anschließend zog es uns zur Südspitze der Insel. Der ausgesuchte Campingplatz lag in Balka, einem Ort, den es eigentlich nicht gibt, denn eine Ortsmitte sucht man in dem großen Ferienhausgebiet vergeblich. Vom Campingplatz war es nicht weit zu einem langen Sandstrand. Baden konnten wir nicht, da die Ostsee uns beweisen wollte, dass sie ein richtiges Meer ist. So begnügten wir uns mit einem Strandspaziergang.

Am Mittwoch stand das Erkunden der näheren Umgebung und ein weiterer Test des Ostseewassers auf dem Programm. Spannend war das Wetter. Am Vormittag zog innerhalb von 10 Minuten Nebel auf. Die Sichtweite betrug ca. 200m. So schnell wie der Nebel gekommen war, verzog er sich wieder und es herrschte strahlender Sonnenschein.

Am nächsten Morgen herrschte wieder Nebel. So brachte uns das Wohznmobil nach Nexö, den zweitgrößten Ort der Insel. Zuerst besichtigten wir eine Glaswerkstatt, ohne ein neues Teelicht zu erwerben. Anschließend statteten wir dem Schmetterlingspark einen Besuch ab. So viele und so große Schmetterlinge kanten wir nicht.  Zum Abschluss des Tages badeten wir noch im Meer.

Am Samstag ist Markttag in Svaneke Der kleine Kunst- und Trödelmarkt war sehenswert, aber nach 15 Minuten fertig besichtigt. Wir besuchten nochmals die Glaswerkstätten und schauten den Glasbläserinnen bei der Arbeit zu. In Produktion befanden sich gerade große Vasen. (Verkaufspreis 150€, Herstellungsdauer ohne Abkühlphase 30Minuten mit 2 Glasbläserinnen). Anschließend fuhren wir zurück und verbrachten einen ruhigen Nachmittag vor dem Wohnmobil und am nahen Meer.

5. Station: Zurück nach Sandvig

Am Sonntag zogen wir wieder nach Sandvig um, da es uns beim ersten Besuch dort sehr gut gefallen hatte.  Wir wählten den gleichen Stellplatz und genossen den Meerblick. Am Nachmittag unternahmen wir noch einen längeren Spaziergang um die nördliche Landzunge herum. Da kräftiger Westwind herrschte, zeigte die Ostsee wieder einmal ihre wilde Seite.

Am Montag holten wir den ausgefallenen Besuch im Mittelaltercentrum nach. Entgegen unseren Erwartungen gab es keinen Touristenrummel, sondern einen spielerisch aufbereiteten Einblick in das Leben im Mittelalter. In nachgebauten Gebäuden standen alte  Handwerkstechniken im Vordergrund. Am Nachmittag spazierten wir noch zum Leuchtturm Hammer Fyr an dem Nordende der Insel.

Die Rückfahrt begann bereits um 6:00Uhr. Nach einem kurzen Frühstück ging es zum Fährhafen in Rönne. Dort gab es eine kleine Wartezeit, denn unsere Fähre kam erst verspätet von der Nachtfahrt zurück. Mit einer Stunde Verspätung begann die große Überfahrt. Wir hatten Glück und ergatterten einen der wenigen Tische mit Ruhesesseln. Dort verbrachten wir den größten Teil der langweiligen Überfahrt. Endlich zeigten die Kreidefelsen auf Rügen die bevorstehende Ankunft an.

Wir fuhren noch bis in das Alte Land auf einen unserer Lieblingsplätze in Hollern Twielenfleet an der Elbe. Der Rest der Sommertour ist eine andere Geschichte. Der Bornholm Urlaub war zu Ende.

Auf der Fähre hammerodde

 

Kreidefelsen auf Rügen

 

Abend an der Elbe Hollern Twielenfleet

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