Die Hauptuntersuchung (TÜV) und einige graue Haare

Nachdem wir beschlossen hatten, unser älteres, erfahrenes Wohnmobil noch zwei weitere Jahre zu nutzen, stand die Hauptuntersuchung an. Diesmal entwickelte sich daraus eine interessante Geschichte, die mir einige graue Haare bescherte.

Bereits während unserer ersten Frühlingstour bemerkte ich, dass das Fahrzeug ab und an ein kleines Öltröpfchen verlor. So machte ich einen Werkstatttermin aus, um den Schaden beheben zu lassen. Die Werkstatt bot mir an, den TÜV gleich mit zu erledigen. Das erste Hindernis war, dass der Werkstattmeister und ich bei der Terminvereinbarung den Faschingsdienstag nicht berücksichtigt hatten. Dieser Tag ist in Franken kein üblicher Arbeitstag, aber auch kein Feiertag. Manche Betriebe, so auch die Werkstatt, bleiben jedoch geschlossen.

So klappte es dann einen Tag später. Die Werkstatt rief an und bat um die Erlaubnis, einige kleine Reparaturen, Auftragswert ca. 300€, ausführen zu dürfen. Den größten Posten  stellte die Auswechslung der Deckeldichtung dar, die für den Ölverlust verantwortlich war. Ich erteilte den Auftrag und war froh, dass keine größeren Arbeiten anstanden.

Einen Tag später rief die Werkstatt erneut an und teilte mir mit, dass der etwas kleinliche Prüfer ein kleines, seit mehreren Jahren fehlendes Plastikstückchen an der hinteren Stoßstange bemängelt hatte. Eine genauere Prüfung fand nicht statt, da der Prüfer gleich sagte, das es so keinen TÜV gibt. Der Meister riet mir noch, bei Gelegenheit die hinteren Radlager wechseln zu lassen, da er bei der Probefahrt ein entsprechendes Geräusch festgestellt hatte.

Ich vereinbarte, das Wohnmobil abzuholen und selbst zum TÜV zu fahren. Bei der Prüfstelle machten sich zwei Prüfer über das Fahrzeug her. Die gesamte Prozedur empfand ich merkwürdig.

Der erste Punkt war die von mir vorgelegte AU-Prüfbescheinigung der Werkstatt. Die Prüfer bemängelten einen fehlenden Zangenabdruck auf einem Siegel. Es ging um die Fälschungsmöglichkeit. Nach einer Diskussion mit insgesamt drei Prüfern erkannte man die AU an.

Weiter ging es mit der Gasprüfung, die am Prüftag noch zwei Monate gültig war. Ein Prüfer verlangte eine Gültigkeitsdauer analog zur HU. Erst nach meinem Protest erfolgte eine Nachfrage im Büro. Die Gasprüfung war gültig.

Das die Suche der Fahrzeugnummer einige Zeit in Anspruch nahm, (zwei Mitarbeiter) möchte ich nur am Rande erwähnen. Letztendlich endete die Prüfung doch ohne Plakette, da zwei Bremsleitungen angerostet waren. Weiterhin enthielt der Prüfbericht den Hinweis, dass die vorderen Radlager nachzustellen seien. Das immer noch fehlende Plastikteilchen war kein Thema und interessierte die Herren nicht.

Insgesamt fand ich die Sprache der Mitarbeiter nicht angemessen. Vor Kunden würde ich von Mitarbeitern eine andere Ausdrucksweise fordern. Fahr die Karre rein, Schalt die Schei..  (Licht) mal ein, Was ist das für ein Mistding (Behälter Öl für Servolenkung).

Gestern war das Fahrzeug wieder in der Werkstatt. Aus Kulanz wurden  die Bremsleitungen kostenlos erneuert. Da ich noch den Zahnriemenwechsel, den Kundendienst und den Wechsel des Radlagers hinten beauftragt hatte, begab sich mein sich mein Sparschwein sofort auf die Flucht, denn der Hammer lag bereits bereit.

So schlimm kam es dann nicht. Am Abend erhielt ich das Fahrzeug mit neuer Plakette (ohne Berechnung) zurück. Und tatsächlich, der Meister hatte mit dem Radlager recht, das Rollgeräusch ist verändert.

Nur am Rande: Die vom TÜV als Hinweis notierten vorderen Radlager sind bauartbedingt nicht einfach nachstellbar, das vorhandene Spiel ist im Rahmen des Üblichen. Fachleute beim TÜV?

Hoffentlich ist damit das Thema Werkstatt für dieses Jahr erledigt.

Die Hauptuntersuchung (TÜV) und einige graue Haare
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