Wohnmobil und Fahrrad, eine gute Kombination

Im Netz finden sich immer wieder Fragen wie „Lohnt es sich, das Fahrrad mit nach Schottland zu nehmen?“ Hilfreiche Antworten gibt es selten zu lesen. Zu sehr beeinflussen persönliche Vorlieben die Entscheidung. Der Amateursportler wird die Drahtesel immer auf den Träger schnallen, während der Strandurlauber gern auf die Räder verzichten wird.

Bei uns kommen die Räder meist mit. Nur im Winter lassen wir die Zweiräder im Keller. Wir fahren ungern mit kalten Fingern. Ebenso möchten wir die teueren Teile nicht zu oft dem Salznebel auf den Straßen aussetzen.

Die Räder erweitern den Aktionsradius erheblich

Auf Reisen gibt es immer wieder die Situation, dass die Entfernung vom Stell- oder Campingplatz zu einem interessanten Ziel nur wenige Kilometer beträgt. Zu Fuß ist der Weg zu weit, für das Wohnmobil gibt es vor Ort nur sehr begrenzte Parkmöglichkeiten. Mit den Rädern ist es kein Problem, die kurze Strecke zu überwinden. Der Weg vom Übernachtungsplatz zu einem Restaurant oder zum Supermarkt, immer wieder kommen die Drahtesel zum Einsatz.

Radfahren in der Bretagne

Hinzu kommt das hautnahe Erleben der oft fremden Umgebung. Ein Radler erlebt die Menschen, Städte und Landschaften einfach intensiver und direkter. Es sind die vielen Kleinigkeiten, die bei der langsameren Fortbewegung den Reiz ausmachen.

So erlebten wir viele schöne Dinge auf unseren Touren durch die Umgebung, Insbesondere unsere Radausflüge durch fremde Städte möchten wir nicht missen. Wir landeten wir z. B. in Göteborg in einer nur für Straßenbahnen freigegebenen Gasse. In

Natürlich erlebten wir auch Überraschungen. Wir landeten in Göteborg in einer nur für Straßenbahnen freigegebenen Gasse. Ein kurzer Ausflug vom Campingplatz bis Lands End (Cornwall) entwickelte sich für uns Gelegenheitsradler zu einer Bergetappe der Tour de France. Im Hamburger Hafen lernte ich nach einem Defekt am Rad den Nahverkehr als Schwarzfahrer kennen.

Wesentlich entspannter verliefen unsere Touren am Götakanal  und in der Bretagne. Dagegen zeigten uns die Radler in Oslo, was Tempo auf den Radwegen ist. Dort fuhren Angestellte im Anzug sehr zügig auf zweispurigen Radwegen.

Um die ständige Forenfrage „Loht es sich, die Räder mit nach … zu nehmen?“ zu beantworten folgt eine kurze Zusammenfassung unserer Erfahrungen nach Ländern sortiert. Die Einschätzung entstand aus unserer subjektiven Sicht als untrainierte Spassradler.

Deutschlandgute Möglichkeiten für Radtouren an vielen Orten. Gute Radwege
Dänemarkgute Einsatzmöglichkeiten, viele Radwege, viele Radler, leider herrscht meist Gegenwind
Englandenge Straßen, außerhalb von Orten kaum Radwege, in Cornwall ein stetiger Wechsel zwischen Gefällestrecken und kurzen, heftigen Steigungen, gefährlich durch ungewohnten Linksverkehr
FrankreichRadtauglichkeit sehr von der Gegend abhängig, teilweise gute Radwege und Infrastruktur. In der Bretagne enge Straßen meist ohne Radwege
IrlandAußerhalb der großen Städte keine Radwege, enge Straßen aber wenig Verkehr, Süd- und Westküste mit großen Höhenunterschieden
ItalienRadtauglichkeit sehr von der Gegend abhängig, Chinque Terre ein spektakulärer Radweg durch einen alten Eisenbahntunnel, oft fehlen Radwege
NorwegenIm Gebirge nur für Experten geeignet, in den Orten gute Radwege, in Oslo sind Räder ein viel benutztes Verkehrsmittel auf schönen Radwegen
SchottlandSingle Track Roads sind nicht fahrradtauglich, unsere Räder kamen nur in Edinburgh zum Einsatz
SchwedenGut auch für längere Radtouren geeignet, In Orten gutes Radwegenetz, auf dem Land teilweise extra Wege für Radler

Zusammenfassend gehören für uns die Drahtesel fest zum Reisen mit dem Wohnmobil. Dafür verzichten wir lieber auf andere Dinge, wenn es gewichtsmäßig eng werden sollte.Es gilt wieder einmal der alte Satz:“Mithaben ist besser als brauchen. Wenn die Räder dabei sind, kommt die Idee zur Nutzung von ganz allein. 


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