LEZ London, Dartfort Crossing, viel Papierkrieg vor einer Englandreise

In diesem Jahr wollen wir wieder einmal das europäische Festland verlassen und Großbritannien besuchen. Vor einer Reise auf die Insel gibt es einige besondere Dinge, die zu erledigen sind. Mit etwas Arbeit vor der Reise kann man sich das Leben im Urlaub erleichtern. In diesem Artikel geht es um die LEZ London, die Dartfort Crossing Maut und weitere mautpflichtige Straßen. Wer mit dem Wohnmobil im Großraum London unterwegs ist, sollte sich vor der Abreise mit diesen Themen beschäftigen, um nicht irgendwann nach der Fahrt eine böse Überraschung im Briefkasten zu finden.

Low Emmision Zone London (LEZ)

Um die Londoner Luft zu verbessern, entstand die LEZ London. Das Gebiet umfasst grob alle Straßen innerhalb des Autobahnrings M25 um London. Eine genaue Karte findet man im Netz. PKW-Nutzer haben es gut, die Regelung betrifft nur Transporter und LKW über 1.205to. Ähnlich zu unseren Umweltzonen dürfen größere Fahrzeuge nur kostenfrei fahren, wenn als Abgasnorm Euro3 oder besser eingetragen ist. Für Wohnmobile, die die Norm nicht erreichen, fallen hohe Gebühren für jede Fahrt an.


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Nicht verwechseln darf man die LEZ mit der Londoner Citymaut, der Congestion Charge. Während die Citymaut nur für einen kleinen Teil des Zentrums gilt, bezieht sich die LEZ auf den Großraum London.

Passend zur Datensammelwut der Briten werden alle Fahrzeuge automatisch erfasst, die in die Zone einfahren. Bei nicht vorher angemeldeten KFZ kommt später eine nicht unerhebliche Rechnung. Um dies zu vermeiden, ist Registrierung sinnvoll.

Aus Vorsicht melde ich mich immer dort an, selbst wenn kein Besuch in London auf dem Reiseprogramm steht. Es reicht schon ein falsches Abbiegen, um die  englische Bürokratie zu aktivieren.

Anmeldung des Fahrzeugs für die LEZ London

Auf der Webseite der LEZ gibt es ein entsprechendes Formular für die Anmeldung. Leider benötigt man dazu einige Kenntnisse der englischen Sprache. Zur Erleichterung steht eine Seite auf Deutsch zur Verfügung. Nach dem Ausfüllen des Formblattes übersetzt ein Programm die Angaben und überträgt die Daten in das englische Formblatt.

Die PDF Datei muss anschließend ausgedruckt werden, da eine Unterschrift erforderlich ist. Ich habe den Ausdruck und die Zulassungsbescheinigung eingescannt und per Mail nach London geschickt. Ein Versand per Post ist ebenso möglich. Nach einer Woche erhielt ich per Brief die Bestätigung, dass ich mit meinem Euro5 Wohnmobil bis 2018 kostenfrei in die LEZ einfahren darf.

Die Anmeldung kostete mir fast eine Stunde Arbeit. Dafür kann ich sorgenfrei im Großraum London unterwegs sein. In das direkte Zentrum möchte ich ohnehin nicht mit dem Wohnmobil fahren.

Dartford Crossing, ein ganz besonderes Mautsystem

Jeder Reisende, der London auf der südöstlichen Seite umfährt, kommt unweigerlich an die Themsequerung Dartfort Crossing. Die Brücke und der Tunnel sind mautpflichtig. Für ein Wohnmobil fallen aktuell pro Durchfahrt 2,50 Pfund an. Ein kleiner, auf einer Reise unbedeutender Betrag. Leider haben sich die Briten ein sehr besucherunfreundliches Bezahlsystem ausgedacht. Uninformierte Reisende werden da schnell zum Mautpreller.


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Die Durchfahrt kann vorab und am Tage der Nutzung rückwirkend bezahlt werden. Leider gibt es an der Autobahn keine Möglichkeit dazu. Die Barzahlung ist nur in Läden möglich. Leider  befinden sich die Zahlstellen nur abseits der Route in den Ortschaften. Weiterhin kann man über das Internet oder per Telefon bezahlen. Man muss es nur wissen.

Ich habe mich entschieden, vorab 10Pfund (Mindestbetrag) auf ein Konto einzuzahlen, um unterwegs nicht mit dieser Maut belastet zu werden.

Im Internet legt man einen Account an und zahlt den Betrag per Kreditkarte. Später kann man das Konto auflösen und erhält den überzahlten Betrag wieder zurück. Die Abwicklung über die Webseite klappte sehr gut.

Weitere Mautstrecken in Großbritannien

Insbesondere für Schottlandreisende kommt noch ein mautpflichtiger Abschnitt der M6, die Umgehung von Birmingham, hinzu. Hier gibt es die allseits bekannten Mautstationen, die man aus vielen Ländern kennt. Die Bezahlung vor Ort ist jederzeit mit Bargeld oder Karte möglich.

Die gilt ebenso für mautpflichtige Brücken oder Fähren. Direkt vor Ort wird der fällige Betrag kassiert, vorab sind keine Aktionen erforderlich. Vignetten oder Pickerl werden nicht benötigt.

Ergänzung: Nach dem Urlaub

Die Anmeldung zum Befahren der LEZ war überflüssig, da wir im Großraum London nur auf der Autobahn unterwegs waren. Mal sehen, wir planen noch in diesem Winter einmal London zu besuchen. Dann kommt die Registrierung zum Einsatz.

Dartford Crossing befuhren wir auf der Hin- und Rückfahrt. Nach Ende der Reise kündigte ich meinen Account und erhielt den Restbetrag problemlos nach einer Wartezeit zurück. So brauchten wir uns unterwegs keine Gedanken über die Bezahlung machen. Die Abwicklung verlief problemlos.

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