Ein Ladebooster sorgt für mehr Strom im Pössl

Die modernen Lichtmaschinen schaffen es nicht, die  Wohnraumbatterien während der Fahrt voll zu laden. Hauptgründe sind die Zusammenschaltung von Bord- und Starterbatterie und die niedrige Ladespannung im Bordnetz. So entschied ich mich für den Einbau eines Ladeboosters, um den Ladevorgang zu beschleunigen.

Wozu einen Ladebooster?

Die technischen Zusammenhänge sind einfach. Während der Fahrt schaltet der Elektroblock Fahrzeug- und Bordbatterie parallel. Die Folge ist ein zu geringer Ladestrom für die Bordbatterie. Hinzu kommen die Energiesparsysteme der modernen Fahrzeuge, die je nach Fahrsituation die Leistung der Lichtmaschine reduzieren. Die Folge ist, dass Bordbatterien während der Fahrt nur ungenügend geladen werden.

Durch den Einbau eines Ladeboosters ist diese Schwachstelle zu beheben. Dieses elektronische Bauteil übernimmt die Ladesteuerung der Bordbatterie, ohne die Fahrzeugbatterie zu schwächen.

Die Geräteauswahl

Ich entschied mich für den Votronic 25A Ladebooster. Es gibt das Gerät in gleicher Ausstattung auch mit einem Ladestrom von 45A. Dies erschien mir für unsere Batteriekapazität vom 100Ah überdimensioniert. Hinzu kommt, dass ich die vorhandenen werksseitig verlegten Kabel beibehalten wollte. Der Einbau der 45A-Variamte hätte eine Verstärkung der Kabelquerschnitte erfordert. Zusätzlich installierte ich einen Temperaturfühler an der Batterie, üm eine Überladung bei hohen Temperaturen zu vermeiden.

Der Einbau

Die größte Schwierigkeit beim Einbau stellte die Suche des Einbauortes dar. Nach mehreren Tests entschied ich mich, den Ladebooster unter dem Fahrersitz zu befestigen. Alle  Kabel zu den Batterien treffen sich dort hinter dem EBL. Ebenso fand ich dort eine Möglichkeit, das D+ Signal der Lichtmaschine abzugreifen. Mittels einer kleinen Eigenbauhalterung befestigte ich den Booster an der Sitzkonsole. Rückblickend erschwerte ich mir die Arbeit, da ich auf den Sitzausbau verzichtete. So waren einige Verrenkungen erforderlich. Nicht jede Tätigkeit ist im Liegen angenehm.

Erste Erfahrungen

Wie schon beim Ladegerät überraschte mich das Ergebnis positiv. Der Booster lädt die Versorgungsbatterie mit bis zu 14,7V. Der Ladestrom lag in der ersten Ladephase der Batterie immer über 20A. Erst nach Abschluss der Hauptladung verringerte sich der Strom.

Nach unserer ersten Fahrt mit einer teilentladenen Bordbatterie zeigte sich bei einem Blick auf die Messwerte schnell, dass der Ladebooster seine Arbeit gut verrichtet hatte. Uns stand wieder eine gut gefüllter Stromspeicher zur Verfügung.

Eine Anmerkung zum Schluss:
Dank meines Berufes verfüge ich über Kenntnisse der Elektrotechnik. Entsprechende Werkzeuge und Messgeräte sind vorhanden. Ohne elektrotechnische Grundkenntnisse und Hilfsmittel kann ich den Selbstmontage eines Ladeboosters nicht empfehlen. Die hohen Ströme können bei unsachgemäßer Installation schnell zu unzulässigen Erwärmungen führen.

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5 Replies to “Ein Ladebooster sorgt für mehr Strom im Pössl”

      1. Leider ist es mit der Größe des Boosters nicht so einfach. Die obenstehende Faustformel kann schon angewendet werden, so lange es nur um die Batterietechnologie geht.
        Zur Dimensionierung eines Boosters oder Ladegerätes müssen auch die Kabelquerschnitte und die eventuell vorhandenen Schaltgeräte berücksichtigt werden.

        Das Internetwissen reicht nicht immer. Insbesondere bei höhen Strömen ist oft echtes Fachwissen gefragt. Der freundliche Händler hilft sicher gern weiter. Dies ist auch der Grund, weshalb ich meine Baumaßnahmen hier nur grob beschreibe.

        Nichts für ungut
        Madie

  1. Servus Womoknipser, ich habe letzte Woche Deine Seite entdeckt und mit großer Freude einige Deiner Artikel gelesen. ICh bin auch schon 17 Jahre mit einem VW-Bus California unterwegs gewesen und habe auch einige Paralellen zu Deinen Erfahrungen festellen müssen. Nun hab ich mir einen Pössl Roadstar 600L gekauft, gebraucht mit 4 Jahren, das Auto ist mit 10000km so gut wie neu, nur die Aufbaubatterie schwächelt und hat uns schon eine kalte halbe Nacht beschert weil die kein Strom für die Gasheizung mehr da war!
    So hab ich mich nun auch entschlossen die Aufbaubatterie zu ersetzen gleich mit 2 AGM´s. Gedacht sind diese Vartas mit je 95AH.
    Ich habe auch vor eine Solaranlage aufs Dach zu bauen.

    Nun hätte ich ein paar Fragen die Du mir vielleicht freundlicherweise als Elektofachmann erklären könntest.

    Brauche ich mit einer Solaranlage trotzdem einen zusätzlichen einen Ladebooster?
    Meines Erachtens wirkt doch so ein Ladebooster nur mit „Landstrom“ da doch wie Du schreibst die Lichtmaschine in Verbindung des Elektroblocks nicht genügend Strom liefert um die Batterien vernünftig zu laden.

    Wenn ich da falsch liege, wie wird der Ladebooster an das übrige Bordnetz angeschlossen, sprich wird die eigentliche Ladeversorgung vom EBL zu den Aufbaubatterien unterbrochen und der Ladebooster mit den Aufbaubatterien zum Laden verbunden. Könntest Du mir den Anschluß des Ladeboosters kurz erklären damit ich da nichts falsch mache.
    Auch die Stärke des Ladeboosters ist ja bestimmt ausschlaggebend. Die nächste größere Starke wie Du sie hast sind ja 45A, reicht das bei mir für 2 Batterien aus?

    Ich weis das sind viele Fragen, aber vielleicht findest ja ein bisserl Zeit mir das kurz zu erklären.

    Schönen Gruß aus München, Franz.

    1. Hallo Franz,
      bitte habe Verständnis, dass ich nicht alle deine Fragen beantworten kann. Aber ganz kurz zur wichtigsten Frage, die nur Du beantworten kannst. Was brauchst Du wirklich? Grundsätzlich geht es auch ohne Solar und ohne Booster.

      Energiemangel im Winter? -> Booster um die Batterien auf kurzen Fahrstrecken wieder voll zu bekommen. Solar hilft im deutschen Winter nicht. Hier meine Gedanken
      Energiemangel im Sommer? Kompressorkühlschrank? -> Solaranlage

      Zum Boostereinbau: Viele Fragen, nur Grundkenntnisse, hohe Ströme -> Fachmann gefordert Internetwissen reicht nicht (bitte nicht böse sein)

      Viele Grüße Madie

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