Strommangel im Pössl, unsere Reisegewohnheiten passen nicht zur elektrischen Ausrüstung

Schon im letzten Winter bemerkten wir, dass unser Pössl 2win in der Serienausstattung nicht für längeres Reisen ohne Landstrom geeignet ist. Spätestens nach zwei Nächten wurde es eng. Um die Schwachstellen gezielt angehen zu können, beschäftigte ich mich intensiv mit der Stromversorgung des Kastenwagens.

Im Herbst dieses Jahres war ich einige Tage allein unterwegs und verzichtete sorglos auf Landstrom. Nach drei Tagen begann es eng zu werden. Die kurzen Fahrstrecken, maximal 100km, reichten nicht, den Verbrauch durch Heizung, Fernseher und Licht auszugleichen. Selbst die 400km der Rückfahrt führten nicht zur Vollladung der Batterie.

Da wir gern mal in der kälteren Jahreszeit unterwegs sind, begann ich mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Ich sammelte Informationen zu den Komponenten und analysierte den Verbrauch.

Messungen

Im Fahrzeug ist serienmäßig eine Varta-AGM-Batterie mit 95Ah eingebaut. Geladen wird über die Lichtmaschine und über einen Schaudt EBL99 Elektroblock. Die Vorgeschichte der Batterie ist nicht bekannt, da wir den Pössl als Youngtimer gebraucht erworben haben.

Die größten Verbrauchen sind die Heizung und der Fernseher. Dazu kommt die nicht unerhebliche Aufladung der Computer, Fotoapparate und Mobiltelefone. Der Absorberkühlschrank wird mit Gas versorgt.Eine Testmessung ergab einen  Strombedarf von durchschnittlich 2A während der Anwesenheit im Fahrzeug.

Bei meiner kleinen Tour hielt ich mich geschätzte 10 Stunden im Wohnmobil auf. Damit entnahm ich ca. 20Ah aus der Batterie. Die Lichtmaschine mit einer niedrigen Ladespannung zwischen 13,6V und 14,0V (gemessen) kann den Verbrauch nur während einer langen Fahrt halbwegs auffüllen. Der Ladestrom lag nur kurz nach dem Start über 10A, meist flossen während der Fahrt ca. 6A in den Speicher.

So verringert sich der Ladezustand von Tag zu Tag. Schnell sind die 50% Mindestladung der Batterie erreicht und man  bewegt sich in Bereichen, die die Lebenserwartung der AGM-Batterie deutlich verkürzen.

Nicht besser sieht es aus, wenn Landstrom zur Verfügung steht. Das im Elektroblock eingebaute Ladegerät passt nicht gut zu der AGM-Batterie. Die Ladeschlussspannung ist mit 14,3V zu gering ausgelegt. Dies führt zu einer geringeren Ladung der Batterie.

Ergebnis

Das Ergebnis ist ernüchternd. Die gesamte Ausstattung funktioniert auf langen Fahrten und bei längerer Landstromnutzung. Leider passt dies nicht zu unseren Reisegewohnheiten im Winter.

Zuerst dachte ich an den Einbau einer weiteren Batterie. Nach weiteren Recherchen kam ich zu einer mehrstufigen Lösung, die zwar mit Aufwand verbunden ist, aber unsere Stromprobleme langfristig lösen soll:

  • Einbau eines zusätzlichen Ladegerätes für AGM-Batterien
  • Einbau eines B2B Ladeboosters
  • Austausch und Verstärkung der Batterie

In einer kleinen Serie werde ich meine Lösung hier genauer vorstellen. Am Ende des Winters kommt dann das Ergebnis der spannenden Frage: Hat sich der Aufwand gelohnt?

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